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  Abenteuer Archäologie – Langsam Reisen

Bei dieser Reise bieten wir in Zusammenarbeit mit der ARGE Archäologie unseren Teilnehmern die exklusive Gelegenheit, ein historisch und geographisch eng umschriebenes Kapitel der Geschichte und ihrer Erschließung durch die Archäologie kennenzulernen. Wenn “Langsam Reisen” im Titel steht, ist die Fortbewegungsweise stets gemächlich und die Umwelt schonend – wir gehen zu Fuß, fahren schnellstenfalls mit dem Rad oder segeln – Gemächlichkeit als bewusstes Gegenprogramm zum hohen Tempo, das uns allen heute oft so wichtig ist, aber auch zu schaffen macht. Nicht nur der Leib wird es uns danken, auch die Seele.

Der einwöchige Aufenthalt im Gebiet beinhaltet eine Einführung in die Geschichte der untersuchten Kultur, eine Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes zum Thema sowie die Vermittlung der hier angewandten Methoden der Archäologie. Dies alles in Gedankenaustausch, Gespräch und Diskussionen mit unmittelbar beteiligten Forschern. Bei dieser Reise ist eine praktische Mitarbeit an Grabungen oder die Teilnahme an einer experimentalarchäologischen Veranstaltung nicht vorgesehen.

Die ARGE Archäologie ist verantwortlich für die Planung und Durchführung der wissenschaftlichen Programme und Begleitveranstaltungen. Die Rolle des “Akademischen Reisedienstes/Orion Reisen” in der Zusammenarbeit ist die Abwicklung der Reiselogistik (Wir beraten Sie und helfen Ihnen gerne auch bei Ihren individuellen An- und Rückreisen).

Diese Reise ist auch als   Ö1-Clubreise buchbar: http://oe1.orf.at/artikel/417269

Das pittoreske Hinterland der türkischen Südwestküste (Region Dalaman – Antalya) ist übersät mit archäologischen Kleinodien – einsame Ruinenstädte, verfallene Tempel, majestätische Felsgräber aus vielen verschiedenen Kulturen säumen die Wege, die sich malerisch durch die Berge und der Küste entlang ziehen.

Wir befassen uns in den beiden „Archäologischen Wanderwochen Lykien“ hauptsächlich mit der antiken lykischen Kultur, deren Sprache indogermanische Wurzeln aufweist. Das uralte Volk der Lykier wurde bereits in hethitischen Texten erwähnt und weist eine sehr wechselvolle Geschichte auf.

Dabei lernen wir per pedes täglich neue Gebiete kennen, tauchen voll in die prachtvolle lykische Kultur ein und besuchen neben den Highlights der Region auch abgelegene und kaum bekannte Sehenswürdigkeiten.

Um die archäologischen Stätten nicht nur zu „besichtigen“, sondern in ihrer historischen und kulturellen Bedeutung voll erfassen zu können, wird die Gruppe von MMag. Helmut Lotz geführt, ein Archäologe und Althistoriker, der mit seiner langjährigen wissenschaftlichen Mitarbeit in der lykischen Grabung Limyra sowie an weiteren archäologischen und althistorischen Projekten in Lykien und anderen Regionen Kleinasiens bestens für diese Aufgabe geeignet ist.

Die von MMag. Lotz im Laufe der Woche angebotenen Vorträge und abendlichen Diskussionsrunden bieten tiefes Wissen und aktuelle Forschungsergebnisse aus erster Hand – das Erlebnis Lykien wird für die Teilnehmer zur prägenden menschlichen Erfahrung.

Da das antike Lykien mit einer derart großen Anzahl historischer Stätten prunkt, dass diese in einer einzigen Woche unmöglich zu erkunden sind, werden wie bereits im Vorjahr auch 2015 zwei nahtlos aneinander anschließende Wanderwochen “Lykien West” und “Lykien Ost” angeboten, die sowohl gemeinsam als auch jeweils einzeln gebucht werden können: Zwar ist das archäologische Programm didaktisch auf zwei Wochen angelegt, doch bildet auch jede der beiden Wochen einen in sich geschlossen Themenkomplex.

Auf unseren Tagestouren tauchen auch immer wieder weitere kleine, gänzlich unbekannte Überreste der Antike auf – ein Eldorado für Archäologiebegeisterte und passionierte Hobbyfotografen. Badelustige kommen dabei in einsamen Buchten und sogar in antiken Ruinenstätten auf ihre Kosten!

Die beiden Termine bietet stimmungsvolle Herbstzeit mit geradezu idealen Wanderverhältnissen, denn die Hitze des Sommers ist vorbei, doch der Himmel ist zumeist blitzblau, die Tagestemperaturen liegen um die 20 bis 25 Grad.

Die Tagestouren bewegen sich zwischen insgesamt fünf und zehn Stunden. Für detaillierte Besichtigung der antiken Stätten ist genügend Zeit eingeplant (meist mehrere Stunden, an einzelnen Orten einen ganzen Tag), sodass die Ruinen vor unseren inneren Auge zum Leben erwachen können.

Zur Einstimmung in diese Wanderung durch die Antike erhält jeder Teilnehmer bereits mit den Reiseunterlagen das Buch „Lykien – ein archäologischer Reiseführer“ von Mag. Dr. Thomas Marksteiner (+) aus dem Phoibos-Verlag, Wien.

Für diese Reise ist gute, aber nicht übertriebene Wanderausrüstung gefragt: feste knöchelhohe Wanderschuhe, robuste Oberbekleidung, eine robuste und bequem sitzende Wanderhose sowie ein Sonnenschutz (Kappe oder Hut).

Bitte beachten Sie den folgenden „wandertechnischen“ Hinweis:

Die beiden Wanderwochen Lykien sind thematisch fesselnd und landschaftlich wirklich wunderschön, verlangen jedoch Kondition und Durchhaltevermögen. In beiden Wanderwochen führen uns unsere Wege häufig an abgelegene und selten besuchte Plätze. Daher ist in beiden Wochen sowohl bei den Wanderungen, als auch z. T. bei den Besichtigungen abschnittsweise mit starker Verwachsung (u. a. mit dornigem Gestrüpp) zu rechnen. Häufig ungesicherte und tw. einsturzgefährdete Ruinen und Mauerreste mahnen zu besonderer Vorsicht. Belohnt werden die Mühen durch wildromantische Atmosphäre und phantastische landschaftliche Eindrücke.

Dabei obliegt es dem archäologischen Gruppenbetreuer und dem örtlichen Trekking-Guide, offensichtlich den Anforderungen nicht gewachsene Teilnehmer während der Wanderung auszuschließen, um eine Selbstgefährdung bzw. Gefährdung der übrigen Gruppe zu vermeiden. Es besteht für die betroffenen Teilnehmer kein Anspruch auf ein Ersatzprogramm, sondern lediglich auf die begleitete Rückkehr ins Quartier. Bitte prüfen Sie daher in Ihrem eigenen Interesse und zum Wohle der gesamten Wandergruppe Ihre persönliche Kondition und Wandererfahrung bzw besprechen dies bereits vor Ihrer Buchung mit den Mitarbeitern der ARGE Archäologie.

Die Einstufung der beiden Wanderwochen Lykien laut der neuen SAC-Wanderskala beträgt T2 – T3. Mehr Info über die SAC-Wanderskala finden Sie im Internet unter http://de.wikipedia.org/wiki/SAC-Wanderskala.

Detailinformationen: http://www.arge-archaeologie.at/programm-2016/archäologie-wandern-lykien/

Diese Reisen sind auch als Ö1-Clubreise buchbar: http://oe1.orf.at/artikel/417269

WANDER-STUDIENREISE LYKIEN WEST

1. Tag (Samstag): Flughafentransfer von Dalaman nach Patara
Bei Ankunft mit dem Flug Wien – Dalaman: Transfer zum Hotel in Patara (Fahrzeit ca. 3h) und Hotel-checkin. Restliche Zeit bis zum gemeinsamen Abendessen zur freien zur Verfügung. Beim Abendessen stellt der Reiseleiter MMag. Helmut Lotz den Wochenablauf vor und führt in die Topographie und Geschichte des antiken Lykien ein (7 Übernachtungen in Patara).

2. Tag (Sonntag): Xanthos und Letoon
Nach dem Frühstück fahren wir eine halbe Stunde zur modernen Ortschaft Kɪnɪk. Die nahe davon liegende Ruinenstätte Xanthos befindet sich an einem Hügel über der Küstenebene und war in klassischer Zeit die bedeutendste Stadt Westlykiens. Seine Herrscher und ihre Familien kontrollierten lange Zeit auch zahlreiche andere Siedlungen in der Umgebung, darunter etwa Pinara und Tlos.
Nach der Besichtigung der Akropolis mit den bekannten Pfeilergräbern, die letzten Ruhestätten der mächtigen Herrscher von Xanthos, erkunden wir das weitläufige Areal der antiken Siedlung mit den baulichen Resten aus der archaischen bis in die byzantinische Zeit.
Im Anschluss an unseren ausgedehnten Rundgang fahren wir zum nahegelegenen Letoon, ein extraurbanes Heiligtum von Xanthos, das der Göttin Leto und ihren beiden Kindern, Apoll und Artemis, geweiht war. Der Ort hatte überregionale Bedeutung und fungierte lange Zeit als Bundesheiligtum des lykischen Bundes, eine Vereinigung der Städte Lykiens. Zwischen den Resten der hellenistischen Tempel und dem Theater genießen wir die Abendstimmung, ehe wir zurück zu unserer Unterkunft fahren.
Xanthos: ca. 3 km mit ca. jew. 150 Höhenmeter im Auf- und Abstieg; in den Nekropolen und auf dem Burgberg z. T. wegloses und verwachsenes Gelände
Letoon: ca. 1 km Besichtigung ohne Schwierigkeiten
Abendvortrag: Lykische Gräber Archaischer und Klassischer Zeit (6.-4. Jh. v. Chr.)

3. Tag (Montag): Pinara und Sydima
Mit dem Bus im Tal des Esen Cayr, des antiken Xanthos, flussaufwärts, ehe wir nach einer knappen Stunde Pinara erreichen. Die Reste dieser lykischen Stadt liegen malerisch an den Hängen eines schroffen Burgberges, dessen Felswand von unzähligen Gräbern durchlöchert ist.
Auf unserer Wanderung, die wir beim Theater beginnen, erkunden wir die antike Stadt mit ihren Wohnvierteln, öffentlichen Gebäuden und Platzanlagen. Besonders beeindruckend sind die zahlreichen Felsgräber, welche zum Teil kunstvoll ausgearbeitete Fassaden aufweisen. In der Vorhalle eines Grabes können wir etwa Reliefdarstellungen mit Stadtansichten bewundern. Von den Hängen genießen wir einen herrlichen Ausblick über das bewaldete Hügelland und die Küstenebene, fern im Nordosten begrenzen die über 3000 m hohen Gipfel des Akdag-Massivs unseren Blick.
Am Nachmittag kurze Busfahrt nach Sidyma, eine antike Siedlung im Bergland westlich des Xanthostals. Die Ruinen sind z.T. in ein malerisches, noch heute bewohntes Dorf integriert. Von besonderem Interesse ist eine Gräberstraße aus der römischen Kaiserzeit mit zahlreichen gut erhaltenen Sarkophagen und monumentalen Tempelgräbern. Eine kurze Wanderung führt uns Richtung Steilküste, wo wir bei gutem Wetter den Sonnenuntergang über der Insel Rhodos bewundern können.
Pinara: ca. 3 km, ca. jeweils 150 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, z.T. wegloses und verwachsenes Gelände
Sidyma: Besichtigung ca. 2 km, ca. 50 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, z.T. wegloses und verwachsenes Gelände
Wanderung Sidyma – Bogazic: ca. 4 km, ca. 200 m im Abstieg, Schotterwege und steinige Pfade
Abendvortrag: Repräsentation lykischer Eliten im Spannungsfeld zw. Griechenland und dem Perserreich (6.-4. Jh.v.Chr.)

4. Tag (Dienstag): Tlos
Etwa einer Stunde Fahrt in das Bergland östlich des Xanthostals, nach Tlos, einer der ältesten Siedlungsplätze Westlykiens. Die Ruinenstätte verzaubert vor allem durch ihre aussichtsreiche Lage. Nach einer Erdbebenkatastrophe in der römischen Kaiserzeit wurden große Summen in den Wiederaufbau investiert, wovon viele der gut erhaltenen Ruinen beredtes Zeugnis geben.
Nach einer ausgedehnten Besichtigung haben Sie für den Nachmittag zwei Programmmöglichkeiten: Sie werden mit dem Bus nach Patara zurückgebracht, wo Sie den Nachmittag am kilometerlangen Sandstrand verbringen können, um zu entspannen und die neuen Eindrücke etwas setzen zu lassen.
Wenn Sie hingegen noch voller Energie sind und eine Wanderung dem Badenachmittag vorziehen, können Sie geführt von unserem Trekkingguide von Tlos aus an den Ausläufern des Akdag mit herrlichen Ausblicken über das Xanthostal nach Süden wandern. Nach ca. 2,5 – 3 Stunden erreichen Sie Sakilkent, eine eindrucksvolle Karstschlucht. Auf einem Bohlenweg können Sie ohne Schwierigkeiten etwa 300 m weit in die Schlucht hineingehen. Sollten es Wetter, Wasserstand und die Tageszeit erlauben, ist auch ein weiteres Vordringen in die Schlucht mit Begleitung des Trekkingguides möglich, wobei aber mehrere Watstellen zu passieren sind.
Tlos: Besichtigung ca. 3 km, ca. jeweils 150 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, überwiegend einfaches Gelände
optional: Wanderung Tlos – Saklikent: ca. 9 km, jeweils 250 Höhenmeter im Auf- und Abstieg

5. Tag (Mittwoch): Patara
Nach zeitigem Frühstück vom Hotel aus entlang der Spuren einer antiken Frischwasserleitung durch bewaldete Hügel und Olivenhaine, bis wir einen eindrucksvollen Aquädukt erreichen. Dieser wurde in der römischen Kaiserzeit errichtet, um die Wasserversorgung der aufstrebenden Hafenstadt Patara zu gewährleisten. Mittels einer Druckrohrleitung aus Kalksteinsegmenten überwanden die Konstrukteure eine mehrere hundert Meter breite Senke.
Weiter in Richtung Küste zur Besichtigung der antiken Ruinenstätte von Patara. Höhepunkte sind der Leuchtturm, das Theater, das Bouleutherion (Ratsgebäude) und die Thermen, welche alle aus der römischen Kaiserzeit, der Blütephase Pataras stammen. Vom Ehrenbogen des römischen Statthalters Mettius Modestus, der den nördlichen Zugang zur antiken Stadt markiert, gelangen wir zu Fuß in wenigen Minuten zum Hotel zurück, wo bereits unser wohlverdientes Abendessen wartet.
Es besteht die Möglichkeit, die Wanderung nach ca. 8 km beim Aquädukt abzubrechen, mit dem Bus ins Hotel zurück gebracht zu werden, und erst am Nachmittag zur Besichtigung von Patara wieder zum Rest der Gruppe zu stoßen.
Wanderung u. Besichtigung: ca. 17 km, ca. jew. 400 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, Schotterwege und felsige Pfade

6. Tag (Donnerstag): Westliches Zentrallykien – Phellos und Kyaneai
Heute verlassen wir das eigentliche Westlykien und schnuppern ein wenig in den westlichen Teil Zentrallykiens. Bereits während der Busfahrt können wir die rasche landschaftliche Veränderung beobachten: Aus der von hohen Bergen gesäumten Ebene von Xanthos gelangen wir in eine kleinräumig gegliederte Karstlandschaft. Die zerklüftete Küste fällt hier meist steil ins Meer ab und wird von kleinen Buchten gegliedert. Weiter im Hinterland bilden kleine Hochebenen heute wie in der Antike die Lebensgrundlage für die dörflich strukturierte Besiedlung.
Vom Bergdorf Qukurbag wandern wir in einer guten Stunde auf einem steinigen Pfad durch Macchia und lichten Bergwald zum antiken Dynastensitz Phellos. Die von einer Mauer umgebene Siedlung erstreckt sich auf einem Hügelrücken, von dem wir einen phantastischen Ausblick über die Felsküste mit ihren vorgelagerten Inseln zur einen und über die endlosen Hügel- und Bergketten des Hinterlandes zur anderen Seite genießen. Entdeckungslustige können im weglosen und teils stark überwucherten Gelände Reste von Wohnhäusern, Zisternen und ein Theater aufspüren. Am äußersten westlichen Ende erreichen wir einen beeindruckenden Grabbezirk mit freistehenden Hausgräbern.
Nach dem Abstieg fahren wir mit dem Bus weiter nach Kyaneai, eine antike Siedlung, welche in hellenistischer und römischer Zeit zum Zentralort des Yavu-Berglandes aufstieg. Von ihrer Bedeutung zeugen neben der mächtigen Befestigungsmauer auch imposante tonnengewölbte Thermenanlagen und ein Theater, wo wir bei herrlichem Ausblick die Abendstimmung genießen.
Phellos: Aufstieg, Besichtigung und Abstieg ca. 6 km und ca. jeweils 350 Höhenmeter im Auf- und Abstieg; steinige z. T. steile Pfade; im Ruinenbereich weglos und z. T. dicht verwachsen
Kyaneai: Besichtigung ca. 2 km und ca. jeweils 100 Höhenmeter im Auf- und Abstieg; innerhalb des Ruinengeländes z. T. dichte Verwachsung
Abendvortrag: Architektur, Ballornamentik und die Frage nach der Datierung

7. Tag (Freitag): Telmessos und Kayaköy
Den letzten Besichtigungstag der Reise verbringen wir in Telmessos, heute das moderne Küstenstädtchen Fethiye, das wir nach einer knappen Stunde Fahrt erreichen. Im sehenswerten Museum können wir zahlreiche wichtige archäologische Funde aus Westlykien, darunter die berühmte Trilingue (dreisprachige Inschrift) vom Letoon bewundern. Keramikgefäße, Haushaltsgegenstände, Werkzeuge und Schmuck geben uns einen Eindruck vom alltäglichen Leben im antiken Lykien. Inschriften und Bildwerke tragen schließlich ein Übriges dazu bei, dass die in den letzten Tagen besichtigten Ruinenstätten in unseren Gedanken allmählich zu Leben erwachen.
Den Nachmittag verbringen wir im nahe gelegenen Geisterdorf Kayaköy, das griechische Levissi: Nach dem Bevölkerungsaustausch zwischen der Türkei und Griechenland im Zuge des Vertrages von Lausanne 1923 war das griechische Dorf nicht wiederbesiedelt worden und verfällt seither. An dieser modernen Ruinenstätte können wir den Verfallsprozess einer Siedlung in unserer unmittelbaren Vergangenheit begreifen – eine spannende und gleichzeitig bedrückende Erfahrung, welche auch ein neues Licht auf die in den letzten Tagen besuchten antiken Stätten wirft.
Am Abend kehren wir nach Fethiye zurück und besichtigen die sehenswerten lykischen Felsgräber, darunter die monumentalen Tempelgräber der lykischen Dynasten. Aus deren Vorhallen genießen wir die Abendstimmung über dem Hafen tief unter uns. Den Besuch in Fethiye lassen wir bei einem gemütlichen Stadtbummel ausklingen, ehe wir uns wieder zurück ins Hotel begeben. Beim Abendessen heute werden wir wohl etwas länger als üblich zusammenbleiben und frohgelaunt die spannende Woche Revue passieren lassen.
Telmessos und Kayaköy Besichtigung: ca. 5 km, ca. jeweils 250 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, durchwegs gute Wege mit Asphalt-, Stein- und Erduntergrund

8. Tag (Samstag): Flughafentransfer bzw. Transfer zum Ausgangspunkt der Ost-Lykien-Reise
Nach dem Frühstück Transfer zum Flughafen in Dalaman (ca. 3h) entsprechend der Abflugzeit nach Wien oder alternativ bei Fortsetzung der Reise (Teilnahme an der Zentral- und Ostlykien-Wanderwoche) Transfer nach Üçağɪz (ca. 1,5h), wobei dann der restliche Tag zur Erholung zur Verfügung steht – unsere Unterkunft im malerischen Küstendorf Üçağɪz befindet sich direkt am Hafen.

 

WANDER-STUDIENREISE LYKIEN ZENTRAL- UND OST-LYKIEN

1. Tag (Samstag): Flughafentransfer Antalya – Üçagiz
Bei Ankunft mit dem Flug Wien – Antalya: Flughafentransfer und Hoteltransfer nach Üçagiz (Fahrzeit ca. 3h). Nachmittag zur freien Verfügung. Am Abend Einführung in die Topographie und Geschichte des antiken Lykien und Besprechung des Wochenablaufs mit dem Reiseleiter.

2. Tag (Sonntag): Hoyran – Istlada – Simena
Am Morgen kurze Fahrt in das Bergdort Hoyran, Ausgangspunkt der Wanderung (oberhalb des modernen Dorfes Reste eines Iykischen Dynastensitzes, Befestigungsmauer, atemberaubender Ausblick. Dann Ruinenstätte Istlada: Innerhalb des hellenistischen Mauerringes stehen antike Wohngebäude zum Teil bis ins zweite Stockwerk. An der Küste entlang nach Simena, ein malerisches Hafenörtchen über dem eine Festung der Johanniter thront. Von Simena mit dem Bus zurück nach Üçagiz. Besichtigung der Nekropole, in der sich ein klassisches Felsgrab mit einer Reliefdarstellung eines nackten Athleten befindet.
Wanderung: ca. 12 km, ca. 100 Höhenmeter im Auf- bzw. 500 im Abstieg; gute z. T. steinige Pfade, im Ruinengelände von Hoyran und Istlada dichter Bewuchs
Abendvortrag: lykische Gräber von der Klassik bis in die römische Kaiserzeit

3. Tag (Montag): Apollonia – Aperlai
Busfahrt in die Nähe der antiken Siedlung Apollonia (byzantinische Burganlage auf ihrer Akropolis). Aufstieg bis zu einer Terrasse etwas unterhalb der Burg, auf der die antike Nekropole beginnt (Sarkophage, zahlreiche bemerkenswerte Pfeilergräber, kleines aber gut erhaltenes Theater, Thermenanlage sowie eine dachlose byzantinische Kirche). Abstieg zur Küste in den antiken Hafenort Aperlai ab. Hier beeindruckt besonders der gut erhaltene Ring der Befestigungsmauer aus hellenistisch/byzantinischer Zeit, wobei sich die verschiedenen Phasen anhand der unterschiedlichen Mauertechnik nachvollziehen lassen. Diesmal Rückfahrt nach Üçagiz mit einem Boot (unterwegs Badestop) entlang der Kekova Insel, auf der sich die  “Versunkene Stadt” befindet: die Reste einer antiken Küstensiedlung, heute zum Teil unter Wasser. Letzte Übernachtung in Üçagiz.
Wanderung: ca. 8 km, ca. 100 Höhenmeter im Auf- bzw. 550 im Abstieg; steinige Pfade.

4. Tag (Dienstag): Myra – Arykanda
Fahrt ostwärts nach Myra, eine der größten und wohlhabendsten Städte Lykiens. Aufstieg zur Akropolis und zum hier sehr großen antiken Theater mit gewaltigen Substruktionen aus der Kaiserzeit. Nach der Mittagspause fahren Sie über Finike, zur antiken Stadt Arykanda, die im Bergwald hoch über einem Flusstal und unter mächtigen Felswänden liegt (etwa 1,5 h Fahrzeit). Spaziergang durch die gut erhaltenen Ruinen von luxuriösen Wohnhäusern, einer riesigen Thermenanlage, monumentalen Gräbern sowie Theater, Stadion und zwei großen Platzanlagen. In der Spätantike wurde wenige hundert Meter entfernt eine neue, befestigte Siedlung angelegt (noch kaum erforscht). Anschließend zurück an die Küste und zum Hotel in der modernen Hafenstadt Finike (1 Übernachtung). Abendvortrag: Der archäologische Survey auf dem Toçak Dagi.
Wanderung und Besichtigung Myra: ca. 4 km, ca. 50 Höhenmeter im Auf- und 200 im Abstieg. Pfad bis zur Akropolis (ca. 2 km) stark verwachsen; die Felsgräber in der Flussnekropole sind zwar zugänglich, der (optionale) kurze Aufstieg erfordert aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, da die antiken Treppen sehr schmal und ausgesetzt sind.
Wanderung und Besichtigung Arykanda: ca. 2 km, je ca. 200 Höhenmeter im Auf- bzw. Abstieg.

5. Tag (Mittwoch): Limyra
Kurze Busfahrt nach Limyra am Rand der Küstenebene von Finike. Limyra, das seit Jahren von österreichischen Archäologen erforscht wird, war unter dem Dynasten Perikle im 4. Jh. v. Chr. zum Zentralort Ostlykiens aufgestiegen und in der Folgezeit eine der bedeutendsten Städte Lykiens. Mehrere Kirchen im Bereich der Oststadt (Bischofssitz) und auch eine antike Synagoge (fraglich). Nach der Mittagspause kleine Wanderung auf die antike Akropolis Limyras. Unterwegs Reste des Heroon von Perikle. Auf dem verwachsenen Burghügel besichtigen Sie u. a. eine byzantinische Klosteranlage sowie die klassischen und hellenistischen Befestigungsanlagen; herrlicher Ausblick über die Küstenebene.
Zurück in der Ebene Besuch der Nekropolen der Stadt, dann weiter nach Osten in die Bucht von Çirali fahren. (2 Übernachtungen in einer Pension in unmittelbarer Strandnähe). Nach dem Abendessen kleine Nachtwanderung zur Chimaira, ein Ort, der bereits in der Antike Anknüpfungspunkt für mythologische Vorstellungen war: Aus Löchern in einem felsigen Berghang entströmen Gase, welche an der Oberfläche verbrennen – nachts erzeugen die unzähligen aus dem Boden züngelnden Flammen eine einzigartige mystische Atmosphäre.
Besichtigung Limyra: ca. 2 km, ca. jeweils 50 Höhenmeter im Auf- und Abstieg
Wanderung auf den Burgberg: zusätzlich 4 km und 350 Höhenmeter im Auf- und Abstieg; steiniger Pfad bis zum Heroon des Perikle (ca. 2/3), danach weglos aber wenig verwachsen.
Chimaira: Nachtwanderung ca. 3 km, je ca. 150 Höhenmeter im Auf- und Abstieg (Taschen- bzw. Stirnlampen!)

6. Tag (Donnerstag): Olympos – Çirali
Einer Stunde Fahrt ostwärts, zu den Ruinen des antiken Hafenortes Olympos, ein berüchtigtes antikes Piratennest. Entlang des mittlerweile teilweise verlandeten Hafenkanals erstreckten sich zu beiden Seiten Wohnviertel und Gräberfelder, hinter denen schroffe Felswände aufragen; darunter ein Gebäude mit Mosaikresten, Thermen, ein verwachsenes Theater, ein Tempel, eine Kirche, Reste der Stadtbefestigung. Den Nachmittag verbringen Sie geruhsam in der malerischen Kiesbucht am Eingang des antiken Hafens, wo das klare Meerwasser zum Schwimmen einlädt. Wer noch immer entdeckungshungrig ist, kann sich in der Nekropole südlich des Hafenkanals umsehen. Gegen Abend Fahrt in die moderne Großstadt Antalya, wo wir im Zentrum Unterkunft (2 Übernachtungen) beziehen und nach dem Abendessen Gelegenheit haben, das Nachtleben in der historischen Altstadt kennenzulernen.
Besichtigung Olympos: ca. 3 km, je ca. 100 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, überwiegend gute Pfade; die optionale Besteigung der byzantinischen Burg über dem Hafeneingang (je 15 min für den Auf- und den Abstieg) erfordert Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und auf den letzten Metern leichte Kletterei.
Abendvortrag: Kaiserzeitliche Grabinschriften Lykiens und Pisidiens

7. Tag (Freitag): Antalya Museum und Termessos
Mit dem Bus zum Archäologischen Museum etwas westlich des historischen Stadtzentrums von Antalya mit zahlreichen bedeutenden Funden aus Lykien, Pamphylien und Pisidien. Nachmittag in der pisidischen Bergstadt Termessos, die etwa 40 km westlich von Antalya auf 1200 m Seehöhe. An kaum einem Ort Kleinasiens verschmelzen antike Ruinen und malerische Bergkulisse zu einem derart beeindruckenden Ganzen. Vom Theater Panoramablick auf die Felswände des heiligen Berges Solymos und den Golf von Antalya. Nach Antalya zurück, wo wir unser wohlverdientes Abendessen genießen und in gemütlicher Runde nochmals die Eindrücke und Erlebnisse der letzten Tage Revue passieren lassen.
Besichtigung Termessos: ca. 3km, je ca. 250 Höhenmeter im Auf- und Abstieg; Pfade mit Stein- und Erduntergrund

8. Tag (Samstag): Flughafentransfer Antalya
Nach dem Frühstück Transfer zum Flughafen (ca. 30 min) entsprechend der Abflugzeit nach Wien.

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass sich das vorgeplante Wochenprogramm aus wissenschaftlichen, organisatorischen oder auch wettertechnischen Gründen ändern kann – eine Wander-Studienreise ist kein “Wohnzimmerprojekt” 😉 Ihr Gruppenbetreuer ist bemüht, notwendige Änderungen rechtzeitig mitzuteilen und mit der Gruppe abzustimmen.

Wissenschaftliche Leitung: MMag. Helmut LOTZ

Termine:

Termine sind in Vorbereitung!

Pauschalpreis: € 1.780,– (ohne Flüge bis/ab Dalaman bzw. Antalya)
Pauschalpreis für Ö1-Mitglieder: € 1.695,– (ohne Flüge bis/ab Dalaman bzw. Antalya)
Kleingruppenzuschlag bei 5 – 10 Teilnehmern: € 160,–

Inbegriffen:
Die Fahrten gemäß Programm im klimatisierten Reisebus
Die Besichtigungen (einschließlich der Eintrittsgebühren)
Die Nächtigungen in Zweibettzimmern in guten Mittelklasse-Hotels (Du/WC oder Bad/WC)
Die Halbpension
Die wissenschaftlichen Vorträge
Die deutsch sprechende Reiseleitung

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: € 30,–

Teilnehmerzahl: mindestens 10 höchstens 18 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.