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Diese Reise trägt Expeditionscharakter. Der Großteil der Übernachtungen findet in Camps statt. Mauretanien ist der große Unbekannte an der Westküste Afrikas. Groß: 3 mal so groß wie Deutschland, bei nur etwa 3 Millionen Bewohner. Unbekannt: Nachdem die vormals französische Kolonie 1960 die Unabhängigkeit erhalten hatte, folgten rund 50 Jahre, die politisch von Umstürzen und Regierungsumbildungen und wiederholt von Machtergreifungen durch das Militär gekennzeichnet waren. Die Wirtschaftslage hingegen blieb stabil, nämlich ständig desaströs. Dies alles führte dazu, dass das Land von Ausländern und gar Touristen gemieden wurde. Seit 2009 hat sich das Land, das sich als Islamische Republik bezeichnet, politisch etwas stabilisiert. Geblieben ist Mauretanien eines der ärmsten Länder der Welt und steht vor einem gigantischen Berg von Zukunftsaufgaben. Weite Teile des Landesinneren sind lebensfeindlich und unfruchtbar. Dennoch führt unsere Reise in diese Gebiete. Einerseits sind unvergessliche Landschaften zu sehen, in denen sich hochspezialisierte Pflanzen und Tiere auf Sonnenglut und Dürre eingerichtet haben. Andererseits führen seit Jahrhunderten stellenweise Menschen den Kampf gegen das Klima und den wandernden Sand und haben dabei eine bemerkenswerte eigene Kultur entwickelt. Lernen Sie die Sahara  hautnah kennen. Wir durchqueren unendlich scheinende Sandmassen, Sawannen und Dornbuschsteppen. Dabei folgen wir alten Handels- und Karawanenrouten durch wildzerklüftetes Felsmassiv in allen Farbschattierungen, vorbei an hitzeflimmernden Tafelbergen und unpassierbaren Canyons. Wir erkunden die kulturhistorisch beeindruckenden Städte Ouadane und Chinguetti, sowie das berühmte Adrar-Gebirge. Ein Erlebnis der besonderen Art sind die kristallklaren Nächte und faszinierenden Sonnenuntergänge, die es so nur in der Wüste gibt. 

Urheber und Rechte: Orion Reisen1. Tag: Flug über Paris nach Nouakchott, die Hauptstadt (der Name bedeutet "Ort des Windes"). Die Stadt ist seit der Unabhängigkeitserklärung von einem Fischerdorf zur Großstadt mit ca. 900 TEW herangewachsen, wobei der Zuzug völlig ungeregelt erfolgte.

2. Tag: Beginn unserer Expedition mit Geländefahrzeugen an die Atlantikküste, nach Cap Timiris, wo wir die Dörfer der Imraguen-Fischer sehen. Die Westküste Afrikas (West African Marine Ecoregion, WAMER, in der Terminologie des WWF), ist ein von der Natur überaus begünstigtes Gebiet und zeigt eine Vielfalt von Formen vom Korallenriff bis zum Mangrovenwald. Mauretaniens Anteil daran ist etwa 600 km lang. Durch den Kanarenstrom und Passatwinde wird kaltes, nährstoffreiches Tiefseewasser an die Oberfläche gebracht, wo sich dann alle nur erdenkbaren Formen höherer Meereslebewesen in großer Zahl entwickeln (allein 1000 Fischarten). Ebenso  ist das Gebiet ein Eldorado für Zugvögel aus dem Norden Eurasiens, die hier überwintern. Die alte Kultur der einheimischen Bevölkerung ist jedoch durch die (industrielle ausländische) Überfischung der früher unerschöpflich scheinenden Gebiete existenziell bedroht. Bei Ebbe und ruhiger See ist es möglich, mit unseren Geländewagen direkt entlang des Meeres zu fahren und Delphine zu beobachten, die uns begleiten. Campnacht zwischen Atlantikstrand und Wüste.

3. Tag: Heute durchqueren wir den Nationalpark Banc d’ Arguin, das größte ornithologische Schutzgebiet Afrikas. Am Nachmittag erreichen wir Nouadhibou, wo sich die Wüste bis zum Atlantik ausbreitet und die Dünen ins Meer gleiten. Die Stadt (etwa 100 TEW) liegt auf einer Landzunge, in deren Schutz sich ein 40 km langes Hafenbecken befindet. Nouadhibou ist – obwohl nur zweitgrößte Stadt des Landes – Mauretaniens Wirtschaftszentrum. Hier wird das Eisenerz aus dem Landesinneren umgeschlagen und befindet sich ein großer Fischereihafen. Allerdings ist die Stadt auch ein Millionengrab für Fördergelder der EU (mißglückte Raffineriegründung sowie Sanierung des Schiffsfriedhofes in der Bucht). Wir nächtigen in einem Hotel in Nouadhibou, das für seine ausgezeichneten Fischgerichte bekannt ist.

4. Tag: Am Vormittag besuchen wir Cap Blanc an der Südspitze der Halbinsel von Nouadhibou. Der Name der von Wind und Wellen umtosten Landspitze rührt von den schroffen weißen Kalkfelsen, in die das Meerwasser unzählige Höhlen gefressen hat. Hier existiert aktuell die größte Kolonie der Mittelmeer-Mönchsrobbe, eine bedrohte Art (nur noch 400 bis 600 Exemplare weltweit). Seit den 1990er-Jahren läuft ein international verankertes Schutzprojekt für die Tiere, das allmählich Erfolg zeigt. Der Zugang zum Schutzgebiet, ist streng limitiert. Lassen Sie sich von Ihrem Reiseleiter erzählen, was das Cap Blanc mit dem Gemälde "Das Floß der Medusa" zu tun hat. Rückfahrt nach Nouadhibou, wo unsere Fahrzeuge auf die Bahn verladen werden. Es gibt im Land nur eine einzige Eisenbahnlinie; sie führt von einem Abbaugebiet im Norden des Landes quer durch die Sahara nach Nouadhibou und dient vor allem dem Erztransport zur Küste. Am Nachmittag Abfahrt zu einer unglaublichen Saharadurchquerung, welche die ganze Nacht beansprucht. Die hier verkehrenden Züge sind wahre Monster mit bis zu 200 Waggons, bewegt von vier Loks. Bei Sonnenuntergang und unter dem Sternenzelt breitet sich vor uns in einer einzigartigen Atmosphäre geruhsam die Sahara aus.
Urheber: Martin sbg aus der deutschsprachigen Wikipedia Rechte: CC 3,0
5. Tag: Ankunft früh am Morgen in der Kleinstadt Choum (5ooo Einwohner rund um eine Bahnstation). Nach dem Abladen der Fahrzeuge machen wir uns auf den Weg nach Atar. Dabei bewegen wir uns durch die großartige Landschaft der Adrar-Hochebene, eine Steinwüste unterbrochen von Sandgebieten mit Wanderdünen. Es ist schwer vorstellbar, dass diese Gluthölle noch in der Jungsteinzeit dicht von Menschen besiedelt war, doch die archäologischen Befunde beweisen es. Besichtigung und erholsame Pause in der Oasensiedlung und Ruinenstadt Azougui, die im 11. Jh. das Hauptquartier der Almoraviden war; ihr Einflussgebiet erstreckte sich vom Senegal bis nach Spanien. Dann sind es nur noch 15 km nach Atar, der naturgegebene Ausgangspunkt für die Besichtigung der Ruinen der alten Maurenstädte Ouadane und Chinguetti. Bis zur Übersiedlung der Rallye Paris Dakar nach Südamerika erwachte die Stadt jedes Jahr im Januar zu einem kurzen hektischen Leben. Atars Zukunft ist durch die satellitenunterstützte Entdeckung eines unterirdischen Stroms gesichert, der das Wasser für die gesamte Stadt liefert. Atar ist eine alte Karawanenstation, heute Zentrum der Dattelproduktion des Landes, Verwaltungssitz der Region und wichtiger Militärstützpunkt (etwa 25 TEW) und hat einige Hotels, von denen wir eines für unsere Nächtigung nutzen.

6. Tag: Am Morgen steuern wir den Pass von Amogjar an; herrlicher Blick auf das Gebirgsmassiv. Die Straße steigt in abenteuerlichen Serpentinen an. Unterwegs passieren wir das Fort Saganne, bei dem es sich um die Reste einer Filmkulisse handelt (gedreht 1984, mit Gérard Depardieu, Philippe Noiret und Catherine Deneuve) Bei der Passhöhe besuchen wir ein kleines Freilichtmuseum mit Felszeichnungen (Giraffen, Kühe und Menschen inmitten von Vegetation). Fahrt auf dem Hochplateau des Adrargebirges, durch gewaltige Dünenlandschaften. Nach 190 km sind wir in Oudane, ehemals Handelszentrum an der Trans-Sahara-Route, gegründet im 12. Jh. In den Karawansereien der Stadt wurde 400 Jahre lang Gold aus dem Gebiet des Sudan gegen Datteln und Salz aus dem Norden getauscht. Heute leben die Bewohner in einem Dorf am Fuß der historischen Zitadelle. Wir  besichtigen den Hügel mit den gut erhaltenen Ruinen der befestigten Altstadt (seit 1996 UNESCO Weltkulturerbe). Bei Sonnenuntergang verwandeln sich die ockergelben Häuser scheinbar in ein Flammenmeer. Wir biwakieren in der Ebene der Oasengärten.

7. Tag: Mit unseren 4-Rad-Fahrzeugen fahren wir 30 km Richtung Nordosten auf Sandpisten zum Krater Guelb er Richat (das sog. "Auge Afrikas"). "Krater" trifft die Natur der Sache nicht genau: Es handelt sich um eine geologische Struktur von 45 km Durchmesser, konzentrische Kreise von nur wenigen Metern Höhe. Die Archäologen rätseln, ob die Ursache vulkanisch ist oder ob es sich um die Folge eines Meteoriteneinschlages handelt. Auf unserer Weiterfahrt abseits der Straßen durchqueren die immensen Sandmassen des Erg de la Majabat el Koubra in Richtung Chinguetti. Wir halten an einigen strategischen Punkten und unternehmen kleinere Wüstenwanderungen (Kamelritt) um den Zauber der Formen und Farbmuster der immensen Dünen im Abendsonnenlicht bewundern zu können. Biwak in der Wüste.

Chinguetti - Altstadt8. Tag: Wir setzen unsere Wüstenfahrt fort und erreichen am Nachmittag Chinguetti (ca. 5.000 EW; ebenfalls UNESCO Weltkulturerbe). Die Stadt liegt am Fuß von rosa Dünen, deren Farbe sich im Abendlicht fast bis zur Unwirklichkeit intensiviert. Diese Dünen sind jedoch auch eine ständige Gefahr: der Flugsand droht, die Stadt zu begraben. In seiner guten Zeit (12.-18. Jh.) hatte Chinguetti 40 TEW und 11 Moscheen und war eines der wichtigsten urbanen Zentren für ganz Nordwestafrika mit Schulen und Hochschulen, Gerichtshöfen und Bibliotheken. Außerdem war es der Sammelplatz für die Mekka-Pilgerzüge des gesamten Maghreb und wichtige (befestigte) Handelsstation. In den 1970er Jahren entvölkerte sich die Stadt rapide durch Arbeitsmigration und den Westsaharakonflikt. Da inzwischen ein bescheidener Tourismus in der Stadt zu verzeichnen ist, haben wir Gelegenheit zu einer Hotelnächtigung.

9. Tag: Besichtigung von Chinguetti, 7.-heiligste Stadt des Islam. Wir besuchen die Freitags-Moschee und eine der 5 bestehenden Bibliotheken. In der Stadt gibt es ca. 10.000 mittelalterliche handgeschriebene Bücher, fast alle in Privatbesitz. Immer noch ist Chinguetti Anlaufstelle für viele Islamgelehrte, die von weit her kommen, um in diesen Bibliotheken zu forschen und zu studieren. Wir besichtigen auch eine ehemalige Festung der französischen Fremdenlegion und einen Wasserturm. Am Nachmittag etwa 30 km Fahrt in die nahe gelegene Oase Terjit im Winkel zwischen zwei Bergstöcken. Ein winziges Paradies rund um ein paar Bächlein (einer davon warm), die am Fuß der Felsen entspringen und ein Erholungsort auch für die Einheimischen, die von weit hierherkommen und im Schatten der Palmen ihre großen Familienzelte aufschlagen und Teppiche ausrollen. Wir verbringen einen geruhsamen Nachmittag in der Oase, in der auch wir unser Camp aufschlagen.

10. Tag: Unsere Expedition führt weiter durch die Weiße Wüste (die an Schönheit ihrer ägyptischen Namensschwester nicht nachsteht) nach Akjoujt (Kupferbergwerk) und entlang der Dünen von Amatiich wieder zurück in die Hauptstadt, nach Nouakchott.

11. Tag: Nouakchott – Besichtigung der mauretanischen Hauptstadt mit Besuch des sehenswerten Handwerkermarktes, der riesigen Moschee (von Saudi-Arabien gestiftet), der St. Joseph Kathedrale und des interessanten Fischereihafens.

12. Tag: Am Nachmittag Abflug über Paris nach Wien.

13. Tag: Ankunft in Wien.

Wir weisen darauf hin, daß Sie in ein Gebiet fahren, in dem die hier beschriebenen Programmpunkte von vielen Unsicherheiten behaftet sind, vom Wetter (Sandstürme) abhängen und die touristischen Einrichtungen manchmal auch mangelhaft sein können. Da der beschriebene Zug nicht nach Fahrplan sondern nach Bedarf der Bergwerksgesellschaft fährt, könnte es notwendig sein, die Zugfahrt durch eine Jeepfahrt zu ersetzen. Obiges Programm wird unter Mithilfe unserer einheimischen Begleiter bestmöglich durchgeführt und wir versuchen selbstverständlich, alle Besichtigungspunkte einzuhalten. Selbst falls Änderungen erforderlich sein sollten, werden Sie jedoch durch einmalige Erlebnisse und authentische Eindrücke Mauretaniens entschädigt. Zusammengefasste Informationen über Mauretanien und eine Fotogalerie finden Sie unter der Adresse http://www.nouakchott.diplo.de/Vertretung/nouakchott/de/Startseite.html

Termin:

Di 26.12.2017  -  So 07.01.2018    Durch­führung derzeit als Klein­gruppe gesichert 
Mi 07.02.2018  -  Mo 19.02.2018    freie Plätze 
Mo 26.03.2018  -  Sa 07.04.2018  (Ostern)  freie Plätze 
Mi 24.10.2018  -  Mo 05.11.2018    freie Plätze 
Buchungsinformation

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Reiseleitung: Dipl. Päd. Markus Steiger  u. a.

Pauschalpreis: € 3.990,–
Als Privatreise: € 4.400,–
(ab 2 Personen, mit örtlicher deutschsprechender Reiseleitung, auch zum Wunschtermin)

Inbegriffen:
die Linienflüge Wien – Nouachkott – Wien (Air France)
die Flughafen- und Sicherheitsgebühren
die Rundreise in 4×4-Fahrzeugen
die Zugfahrt
die Nächtigungen auf Basis Zweibettzimmer in ortsüblichen Hotels, Camps oder Biwaks
die Vollpension
die Besichtigungen mit den Führungen und Erklärungen
die Eintrittsgebühren
die Betreuung durch einen erfahrenen lokalen Begleiter und einen Koch
die qualifizierte Studienreiseleitung durch einen Akademiker oder anderen Fachmann

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: € 50,–

Impfungen: Nachweis über eine gültige Gelbfieber-Impfung (Pflicht)

Visum (inkl. Besorgung): € 95,–

Teilnehmerzahl: mindestens 8, höchstens 20 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.