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Diese Reise in einen weniger bekannten Teil Italiens, nämlich bis ganz hinunter zur "Stiefelspitze", führt zu einer Reihe hochinteressanter Burgen und Kastelle, vor allem der Hohenstaufer, zu großartigen romanischen Domen und Kathedralen, normannisch-arabischen Kirchen, einmalig schön gelegenen byzantinischen Gotteshäusern und den Resten der Magna Graecia – dies alles in einer herrlichen, abwechslungsreichen Landschaft: teils fruchtbare Ebene, teils Wälder und Berge, zerklüftete Felsen und immer wieder lange Sandstrände des Ionischen und Tyrrhenischen Meeres. Städte mit klingenden Namen und wunderschönen alten Kernen warten auf uns: Bari, Lecce, Tarent, Cosenca und noch viele andere. Wir fahren zur besten Reisezeit, wenn alles blüht und grün ist und das Land wie ein riesiger Garten erscheint.

1. Tag: Anreise von Wien nach Rom. Busfahrt zu unserem Übernachtungsort Benevento. Je nach Ankunftszeit in Rom können wir auf unserer Fahrt nach Süden noch eine oder zwei Stationen am Weg machen. Zur Wahl stehen u. a. Castelgandolfo, die aktuelle Sommerresdenz der Päpste, Montecassino, zugleich Stammkloster aller Benediktiner und Schauplatz einer der blutigsten Schlachten des 2. Weltkriegs mit ca 75.000 Gefallenen, oder das borbonische Königsschloss Caserta nördlich von Neapel – ein italienisches Versailles.

2. Tag: Am Morgen Spaziergang im historischen Stadtkern von Benevent, insbesondere zum Trajansbogen ("Porta Aurea") und dem Kirchenkomplex Santa Sofia (UNESCO-Weltkulturerbe). Fahrt nach Troia – bedeutender apulischer Dom – und Lucera – weitläufige Anjoufestung Fortezza Angioina in beherrschender Lage auf einem der drei Stadthügel. Im Inneren dieser Anlage sind die Reste des Wohn- und Wehrturms der Burg Friedrichs II. zu sehen. Weiter zum Tagesziel Manfredonia. Der antike Vorläufer der Stadt am südlichen Fuß des Monte Gargano bzw. am Ufer der Adria hieß Sipont. Nach einem Erdbeben im 13. Jh. versumpfte der antike Siedlungsplatz und wurde verlassen; wir besichtigen die Kathedrale Santa Maria Maggiore di Siponto, das einzige noch stehende Gebäude inmitten einer Wüstung.

3. Tag: Zum Auftakt des Tages Besichtigung der sog. Daunischen Stelen, die der kostbarste Schatz des Archäologischen Museums in Manfredonia sind. Letzteres befindet sich im Kastell der Stadt am Hafen (Ab Juni 2016 bis voraussichtlich Frühjahr 2017 ist das Museum wg. Renovierungsarbeiten geschlossen).  Danach Auffahrt auf den Monte Sant’Angelo, das süditalienische Vorbild und Gegenstück zum französischen Mont Saint Michel (und ebenso wie dieser UNESCO Weltkulturerbe). Die christliche Engelverehrung und Wallfahrtstradition ist hier bis ins 5. Jh. zurückverfolgbar und überlagert offensichtlich eine heidnische Kultstätte. Aus dem antiken Höhlentempel ist inzwischen eine mit Kunstwerken reich bestückte Grottenkirche geworden. Unweit davon die Tumba di Rotari, in der sich allerdings nie das Grab des Langobardenkönigs befunden hat, sondern ein prachtvolles Baptisterium aus dem 12. Jh. Auf der Spitze des Gargano steht das Kastell, das Friedrich II. als eines seiner drei castra exempta großzügig ausgestalten ließ und häufig besuchte. Einen großen Teil des Tages verbringen wir auf der Fahrt durch die schönen Wälder der Foresta d’Umbra, die das Hochplateau des Gargano bedecken. Auf dem Weg zurück nach Manfredonia machen wir noch Station in San Giovanni Rotondo. Ursprünglich nur eine Station auf dem Pilgerweg zum Michaelsheiligtum ist die Stadt mit nicht einmal 30.000 Einwohnern heute selbst der Magnet. Bis zu 7 Mio. Pilger pro Jahr kommen hierher; nicht zuletzt, um dem 2002 heilig gesprochenen Kapuzinermönch Padre Pio die Referenz zu erweisen. Nur Rom und Guadalupe in Mexiko kommen auf höhere Zahlen. Versammlungsort für die Pilger ist die "Nuova Chiesa", amtlich San Pio da Pietrelcina (Krypta!) eine monumentale, nach dem Petersdom die zweitgrößte Kirche Italiens. In Auftrag gegeben von den Kapuzinern, die Anfangsinvestition, geschätzt gut 20 Millionen Euro, bezahlt mit Spenden. Entworfen wurde der Bau vom Renommierarchitekten Renzo Piano, mit Platz für bis zu 10.000 Menschen, für weitere 30.000 auf dem Vorplatz.

4. Tag: Fahrt nach Barletta; vor der frühgotischen Kirche San Sepolcro steht der so genannte »Koloss«, wahrscheinlich eine Statue des Kaisers Valentinian und auf jeden Fall die größte erhaltene Bronzestatue der Antike. Über Canne della Battaglia (Schauplatz der Schlacht zwischen Hannibal und den Römern 216 v. Chr., archäologisches Ausgrabungsfeld) nach Canosa di Puglia. Die romanische Kathedrale San Sabino hat ein bemerkenswertes Baptisterium, prunkt aber vor allem mit dem Grab des Bohemund v. Tarent (gest. 1111) in einem kleinen Anbau. Bohemund war der eigentliche militärische Anführer des ersten Kreuzzuges und schuf sich das Fürstentum Antiochia. Sein Grab weist eine Reihe von orientalisierenden Elementen auf. Auch in Trani ist die Kathedrale (San Nicola Pellegrino), hier jedoch in einmaliger Lage am Ufer des Meeres ein Hauptanziehungspunkt. Baumaterial ist die marmorähnliche pietra tranese, die besonders widerstandsfähig und bis in die Gegenwart ein begehrter Stein ist. In der Nähe befindet sich auch das schlichte, sachliche Castello Svevo, das noch in der Ausformung zu sehen ist, wie es zu Zeiten Friedrich II. erbaut wurde. Und was haben Enns, Hartberg, Horn und viele andere kleine Städte in ganz Europa mit Trani gemeinsam? – Die Mitgliedschaft in der Organisation Cittàslow. Wer will, kann es spüren. Nach dem gemütlichen Teil noch Fahrt nach Bari, wo wir zwei Nächte im selben Hotel bleiben. (130 km)

5. Tag: Bari ist eine 300 TEW-Stadt, davon 70.000 Studenten, heute ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und bedeutender Industriestandort (Chemie, Metallurgie, Autozulieferer). Die Altstadt von Bari ist ein Gewirr von Gässchen und Passagen, mit jedem Schritt bietet sich eine neue malerische Perspektive. Am Rande des alten Stadtgebiets steht das Kastell, das während der Renaissance von einer Militäranlage zu einem komfortablen Wohnschloss umgebaut wurde. Heute dient es als Museum. Innerhalb des Wohngebietes gibt es gleich zwei prachtvolle große Kirchen aus dem 12. Jh., die Kathedrale San Sabino und die Basilika San Nicola. In der Krypta der letzteren werden die Gebeine des Hl. Nikolaus von Myra (heute Demre, Provinz Antalya) aufbewahrt. Anfang 1087 wurden diese Gebeine in Myra entwendet und landeten am 9. Mai in Bari. Das Datum ist nach wie vor alljährlich Anlass für ein großes Stadtfest mit Prozession. Die Reliquien ziehen auch in der Gegenwart noch viele Wallfahrer an, insbesondere orthodoxe Christen. Weiter nach Bitonto, wo wir die besterhaltene romanische Kathedrale Apuliens besichtigen können, San Valentino. Der letzte Besichtigungspunkt des Tages ist zugleich der prominenteste und eigenartigste: Castel del Monte. Es gilt wohl mit Recht als schönstes Schloss Friedrichs II. Auf dem höchsten Hügel einer auch heute noch sehr dünn besiedelten Region thront der achteckige Bau, der auch den Beinamen „Krone Apuliens“ hat. Das Kastell diente nur kurz als Friedrichs Schloss, viel länger dann als Gefängnis für – Ironie der Geschichte – seine Nachkommen, wurde verlassen, geplündert und erlebte dann erst ab dem Ende des 18. Jh. neue Wertschätzung. Inzwischen gibt es viele Theorien zu ursprünglichem Aussehen, Funktion und Symbolik des Baus und ist Castel del Monte UNESCO Weltkulturerbe. Wer ein Bild davon sucht, findet eines auf der Rückseite der italienischen 1-Cent-Münze. (145 km)

6. Tag: Von Bari aus fahren wir früh los, um bei der Besichtigung der Castellana Grotten die skurrile Welt unter Tag nicht mit allzu vielen lärmenden Schulkindern (Wandertag!) teilen zu müssen. In dem mehrere Kilometer langen, mit breiten befestigten Wegen und Treppen erschlossenen Höhlensystem hat das Wasser den brüchigen Kalkstein des Gebietes zu unzähligen Stalagmiten, Stalaktiten und Sinterschleiern umgeformt. Bitte trittsichere Schuhe und etwas zum Überziehen nicht vergessen! – Vereinzelt haben wir vom Auto aus die runden Steinhäuser schon gesehen, die wir anschließend an den Höhlenbesuch eingehend besichtigen. In Alberobello dem Zentrum der Trulli bestehen ganze Ortsteile nur aus solchen Bauten (UNESCO Weltkulturerbe). Bei unserem Besuchsdatum kann man noch ein wenig Stille finden, Ecken suchen, in denen es keine Souvenirs oder Süßigkeiten gibt. Während der Ferienzeit schiebt sich eine nicht abreißende Menschenschlange zwischen den Häuschen dahin. Weiterfahrt Richtung Brindisi, womit wir uns bereits im Salent befinden, auf der Halbinsel, die den Absatz des italienischen Stiefels ausmacht. Der Dialekt, der hier gesprochen wird, ähnelt sehr dem Sizilianischen, es gibt (immer noch) griechische Sprachinseln und auch die Bauernhäuser (weiß getüncht und mit flachen Dächern) erinnern sehr an Griechenland. Brindisi, mit einem hervorragenden Naturhafen beschenkt, ist seit dem Altertum der wichtigste Hafen Italiens in Richtung Griechenland und bis in die Gegenwart ein wichtiger militärischer Flottenstützpunkt. Die Verbindung Richtung Rom (und wichtigste Militärstraße des Imperiums) waren die Via Appia (Küstenstrecke) und die Via Appia Trajana (im Landesinneren); beide vereint endeten hier am Steilufer des Stadtplateaus. Eine der beiden 19 m hohen antiken Endsäulen steht noch oberhalb der Treppe zur Mole. Noch eine Besonderheit besichtigen wir: Mitten im Gassengewirr der Altstadt steht der Tempietto di San Giovanni al Sepolcro. Die kleine Kirche mit annähernd achteckigem Grundriss (über den Fundamenten eines heidnischen Tempels) ist einer der frühesten jener vieler über ganz Europa verstreuten Bauten, die sich auf die Rotunde der Grabeskirche in Jerusalem beziehen. Entsprechend der militärischen Bedeutung Brindisis gibt es über die Stadt verstreut eine Anzahl von Monumenten, die an Gefallene erinnern und aus der Regierungszeit Mussolinis stammen. Tagesziel und Übernachtungsort ist Lecce, das "Florenz des Barock". In der nach wie vor mauerumgürteten Altstadt wurde in den 1930er-Jahren ein ganzer Wohnblock beseitigt, um ein römisches Amphitheater ans Tageslicht zu bringen, aber dafür ist die Stadt nicht so berühmt wie für ihr Ensemble an opulent geschmückten Barockbauten. Ob Palazzo, Kirche oder Amtsgebäude, überall findet sich reichste Ornamentik. Den Vogel dabei schießt die Basilica Santa Croce ab; daneben ist die Kirche der Santi Niccolò e Cataldo in einem Friedhofsgelände am Rand der Altstadt eine sehr sehenswerte Symbiose aus romanischer Struktur und barocker Verzierung. Grundlage der ganzen skulpturalen Pracht ist die Pietra Leccese, ein außerordentlich leicht zu bearbeitender lokaler Tuffstein von goldgelber Farbe. Besichtigung noch am späten Nachmittag oder ansonsten am nächsten Morgen. (115 km)

7. Tag: Fahrt nach Otranto wichtiger Hafen der Byzantiner, Normannen und Kreuzritter, heute 5.500 EW und beliebter Yachthafen. Wenn man die Stadtmauer-Gebirge sieht, mit denen sich die winzige Stadt geschützt hat, fällt es schwer, zu glauben, dass sie je eingenommen werden konnte. Und doch eroberten 1480 osmanische Türken Otranto als erste Ortschaft auf italienischem Boden. In der Kunstgeschichte ist Otranto berühmt wegen der Krypta und der Bodenmosaike seiner Kathedrale Santa Annunziata (11. Jh.). Stifter des luxuriösen Baus war jener Bohemund, dessen Grabmal wir in Canosa di Puglia gesehen haben. Während alle anderen mittelalterlichen Kirchen auf unserer Reiseroute nur noch Fragmente der originalen Bodenbeläge aufweisen, hat sich hier eine sensationelle Mosaikfläche von rund 1600 m² (ca. 10 Mio. Mosaiksteine) erhalten. Symbolträchtige Tiere, biblische und sagenbekannte heidnische Szenen und Personen sind hier miteinander und ineinander verwoben; Meister Pantaleone, ein apulischer Mönch, hat eine Inschrift hinterlassen, aus der seine Autorenschaft hervorgeht. Das nächste Ziel liegt auf der anderen Seite der Halbinsel, am Golf von Taranto: Gallipoli (Kallipolis = schöne Stadt). Die (Alt)stadt lag ursprünglich einer Insel, heute ist sie durch einen Damm mit dem Festland verbunden. Wir spazieren vom Hafen aus ein wenig durch die krummen Gassen, aber am schönsten ist immer wieder der Blick von der Kaimauer. Zu unserem nächsten Übernachtungsort (zwei Nächte) Táranto/Tarent fehlen noch rund 100 km und der obligate abendliche Stau, der uns erwartet, bevor wir ankommen, ist zwar landestypisch aber dennoch zeitraubend. (280 km).

8. Tag: Am Vormittag Bummel durch die Altstadt von Tarent, die – ähnlich wie Gallipoli – auf einer Insel lag. Im Süden das offene Meer, im Norden eine Lagune (das „Mar Piccolo“, in der Antike Verbreitungsgebiet der Purpurschnecke). Beim Eintritt in die extrem dicht bebaute Altstadt sehen wir gleich drei Sehenswürdigkeiten hintereinander: die Drehbrücke, welche die historische Insel mit dem Festland verbindet, das Castello Aragonese und ein dorischer Tempel. Die Stadtverwaltung bemüht sich seit Jahren, die Altstadt zu revitalisieren, dies ist bisher jedoch nur punktuell gelungen. Im Zentrum besichtigen wir vor allem den Dom San Cataldo (11. Jh. mit zahlreichen späteren Modifikationen), dessen stilistisch homogenster Teil die prunkvolle Kapelle des San Cataldo ist, mit Marmormosaiken und Statuen aus dem 18. Jahrhundert. In der Antike waren die Taraskerinnen wegen ihres luxuriösen Lebensstils und ihrer Verweichlichung verschrieen. Zeugnisse des dahingegangenen Reichtums finden sich unter den Schätzen des Archäologischen Museums zu Hauf: u.a. der berühmte Goldschmuck, erlesene Skulpturen und großartige bemalte Vasen. Nach der ausführlichen Besichtigung brechen wir zu unserem Nachmittagsausflug auf: Fahrt nach Matera. In ihrem oberen Teil weist die Stadt mit etwa 60 TEW eine Reihe von schönen Plätzen auf, an denen Kirchen und repräsentative Stadthäuser und alte Palazzi stehen. Doch von dieser Oberstadt auf der Hochebene der sog. Murgia aus steigen wir hinunter in das tief eingeschnittenen Tals des Gravina di Matera. An den Hängen liegt ein (seit der Steinzeit entwickeltes) ausgedehntes Wohngebiet, in dem die dicht an dicht stehenden Häuser und Kirchen z.T. natürliche Höhlen ausnützen oder aus dem anstehenden Felsen herausgearbeitet wurden. In diesem Gebiet waren die sanitären und räumlichen Verhältnisse so erbärmlich, dass in den 1950-Jahren die Bewohner abgesiedelt wurden. Aber die alten Elendsquartiere haben sich inzwischen mit neuem Leben gefüllt, Kanal- und Wasseranschlüsse bekommen und sind Museumsstadt, unter dem Namen „Sassi di Matera“ UNESCO Weltkulturerbe und damit rasch zum Magneten für Touristen geworden. Inzwischen ist das Ganze so attraktiv, dass Matera 2019 Europäische Kulturhauptstadt sein wird. Einen neuen, ganz aus dem Felsen geschlagenen Konzertsaal mit einer verblüffenden (hervorragenden) Akustik gibt es schon. Wir fahren zurück zu unserem Quartier in Táranto. (150 km)

9. Tag: Am Golf von Tarent entlang in den Süden zu den Resten der antiken Stadt Metapontion bzw. des Heratempels der Stadt, die sog. Tavole Palatine. Metapont stand wirtschaftlich und politisch stets im Schatten Tarents, hatte aber dennoch weit überregionale Geltung als Zentrum der Pythagoräer. Pythagoras von Samos lebte hoch angesehen die letzten Jahre seines Lebens in Metapont, nachdem er im Jahr 510 Kroton (180 km weiter im Süden) im Unfrieden verlassen hatte. Er war das, was man heute einen erfolgreichen Guru nennen würde und hatte bedeutenden Zulauf. Er vertrat dabei eine Lehre, die das Streben nach universeller Harmonie und persönlicher Mäßigung verkündete und mischte sich immer wieder aktiv (und alles andere als konfliktscheu) in die Politik ein. Der nächste Besichtigungspunkt ist Rocca Imperiale. Das ist einerseits der Name einer sehenswerten kleinen (3½ TEW) Stadt, welche die Flanke eines steil ansteigenden Bergkegels einnimmt – geschätzt die Hälfte der Straßen sind Treppen – und andererseits der Name der Kaiserburg Friedrich II, welche die Bergspitze krönt. Mit etwas Glück ist eine Innenbesichtigung möglich; seit mehreren Jahren sind Revitalisierungsbemühungen für den mächtigen Bau auf dem Weg. Aber auch wenn das Tor verschlossen sein sollte, lohnt sich ein Spaziergang durch die Stadt und vielleicht auch eine Kostprobe von einer Zitronat-zitrone (ital. Cedero), die hier in der Gegend sehr gut gedeihen. Noch eine bedeutende ehemals griechische Stadt liegt an unserem Weg: Sybaris / Sibari. Die Stadt wurde bereits 720 v. Chr. gegründet und erwies sich als voller Erfolg; Tochterkolonien (u.a. Poseidonia/Paestum!) wurden gegründet, im Herrschaftsgebiet gab es 25 Städte. Angesichts dieser Entwicklung ergaben sich ihre Bewohner dem Wohlleben. Mehrere antike Autoren berichten davon. Der prächtige und luxuriöse Lebensstil der „Sybariten“ wurde im antiken Griechenland schließlich sprichwörtlich, Sybaritismus ist heute noch ein Begriff für Völlerei und Genusssucht. Am Ende eines Krieges gegen die Stadt Croton wurde Sybaris so nachhaltig zerstört, dass es erst Mitte des 19. Jh. lokalisiert werden konnte. Die interessantesten Reste findet man nicht in der Ausgrabungsstätte sondern im Museum der Stadt. Auffahrt nach Rossano am Ostausläufer der Sila Greca. Der moderne Teil der Stadt liegt in der Küstenebene, der historische Stadtkern 5 km landeinwärts und auf 275 m Höhe. Vom 8. bis zum 11. Jh. war die Stadt eines der bedeutendsten Zentren byzantinischer Kultur in Süditalien und zudem auch militärisches Bollwerk gegen die Angriffe der Sarazenen. Wir besichtigen Kathedrale Santa Maria Assunta aus dem 12. Jahrhundert und darin ein – der Legende nach – nicht von Menschenhand gemaltes Marienbild. Gleich nebenan im Diözesanmuseum wird eine der ältesten und am reichsten ausgeschmückten griechischen Evangelienhandschriften gezeigt: der Codex purpureus Rossanensis (6. Jh., aus Syrien stammend). Auch die kleine Kirche S. Marco zeigt noch deutlich den Einfluss byzantinischer Vorbilder. Weiter nach Catanzaro, geographisch ungefähr in der Mitte Kalabriens, am Isthmus von Marcellinara, wo das Ionische Meer nur 35 Kilometer vom Tyrrhenischen entfernt ist. (2 Übernachtungen). (375 km)

10. Tag: Catanzaro (100 TEW), das 1970 Reggio d. C. als Hauptstadt Kalabriens abgelöst hat, weist einen extremen Stadtgrundriss auf, nämlich ein Streifen von maximal 2 km Breite und 10 km Länge vom Meer ins Landesinnere. Die Achse dieses Streifens ist ein enges V-Tal, an den Wänden des Tals und auf einzelnen Hügeln die daraus aufragen, drängen sich die Häuser. Erschlossen ist das Stadtgebiet durch ein aberwitziges Netz von Straßen auf Stelzen, Brücken und Tunneln die den Ortsunkundigen zur Verzweiflung bringen (und erfahrungsgemäß auch das Navi!). Dem entsprechend sind die bedeutendsten Bauwerke der Stadt der Viadotto Bisantis von 1962, (ein Bogen mit 231m Spannweite und 110m Höhe überspannt das Tal des Fiumarella) und der Rotatorio di Catanzaro, ein riesiger schwebender Kreisverkehr auf Stelzen in 40 m Höhe über dem Talgrund. Wir verlassen die Stadt und machen einen Ausflug ins Sila-Gebirge, dessen Route sich sowohl nach der Größe des Autobusses als auch nach den Straßensperren richten muss, die hier wegen Vermurungen und Abbrüchen sehr häufig sind. Wenn alles gut geht, fahren wir nach Tirioli, von wo aus beide Meere und bei klarem Wetter auch Ätna und Stromboli zu sehen sind. Auf jeden Fall machen wir in Taverna Station. In der Kirche des Ortes und im Kloster daneben sind Gemälde von Mattia Preti (1613-1699), größter Sohn der kleinen Stadt zu sehen. Preti verbrachte die meiste Zeit seines Lebens in Malta, wo er vor allem die Fresken der Hauptkirche des Malteserordens schuf. Auf gewundenen Straßen fahren wir durch die alpin anmutende Landschaft mit alten Wäldern, Almen und dem Lago Ampollino, an dessen Ufer sich gut picknicken lässt. Zum Abschluss des Tages Fahrt zum ebenfalls landschaftlich schönen Capo Colonna. Das Kap gehörte zur Stadt Kroton, 12 km weiter im Norden, und war in der Antike weithin berühmt wegen des Heiligtums der Hera Lakinia; eine Säule des Tempels steht noch. Genauso wichtig war aber dass sich hier der Versammlungsort des Italiotischen Bundes befand, die Organisation der großgriechischen (Küsten-) Städte gegen die italischen Völkerschaften. Wir genießen den Sonnenuntergang, bevor wir wieder nach Catanzaro zurückfahren.

11. Tag: Fahrt nach Roccelletta (großartige Ruine eines Normannendomes), Monasterace Marina, Stilo am Hang des Monte Consolino (byzantinische Kuppelkirche La Cattolica), Riace Marina, Gerace (normannisch-arabischer Dom), Locri Epizephyrii (Theater, Theke des Archivs des – nicht mehr sichtbaren – Zeustempels) und Reggio di Calabria.

12. Tag: Besichtigung des Museo Nazionale della Magna Graecia mit griechischen Skulpturen, besonders mit den griechischen Bronzestatuen von Riace in Reggio di Calabria. Fahrt nach Scilla (mit dem von Homer besungenen Skyllafelsen) und Vibo Valentia (Reste der griechischen Stadt Hipponion, bei klarem Wetter Aussicht auf den Ätna und die Äolischen Inseln). Nächtigung in Cosenza.

13. Tag: Cosenza – Besichtigung der Busentobrücke, des Doms mit dem Grab der Isabella von Aragon und des Grabes des verunglückten Staufersohnes (Heinrichs VII.). Fahrt nach Paestum (römisches Forum, drei dorische Tempel aus dem 6. bzw. 5. Jahrhundert) und Salerno (Dom, erbaut unter Robert Guiscard, Gräber des Apostels Matthäus und des im Investiturstreit verstorbenen Papstes Gregor VII.). Fahrt zu unserem Hotel im Bereich südlich von Neapel (Torre del Greco oder Pompei).

14. Tag: Am Vormittag Besichtigung des Nationalmuseums in Neapel. Am Nachmittag Fahrt nach Cumae, die älteste griechische Niederlassung in Italien. Danach Fahrt bis in den südlich von Rom in den kühleren Bergen liegenden Kurort Fiuggi Fonte, unser letzter Übernachtungsort dieser Reise.

15. Tag: Am Morgen Fahrt nach Rom. Zeit zur freien Verfügung entsprechend der Abflugzeit bzw. Abfahrtszeit des Zuges. Rückreise nach Wien.

Termin:

Termine sind in Vorbereitung!

Reiseleitung:  Lena Hasenclever

Pauschalpreis: EUR 1.950,–
(ohne An- und Rückreise nach/von Rom)

Inbegriffen:
Die Rundreise mit modernem Autobus
Die Nächtigungen in Zweibettzimmern in guten Hotels (Du/WC oder Bad/WC)
Die Halbpension (Frühstück und Abendessen)
Die Besichtigungen mit den Führungen und Erklärungen (ohne eventuelle Eintrittsgebühren)
Die Straßensteuern und Autobahngebühren
Die qualifizierte Studienreiseleitung durch einen Akademiker oder anderen Fachmann

An- und Rückreisemöglichkeiten:
Flug: Wien – Rom – Wien ab EUR 255,– inklusive Taxen
Bahn: ab EUR 185,– inklusive Reservierung
(Preis jeweils abhängig vom Buchungszeitpunkt)

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: EUR 40,–

Teilnehmerzahl: mindestens 12, höchstens 25 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.