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Regenwald und Kopfjägerstämme
Diese Reise führt in eine Region abseits der touristischen Trampelpfade. Indiens Zentralregierung hat für diesen Teil des Landes ein eigenes Ministerium für die Entwicklung dieser „Northeastern Region“ eingerichtet. Der kleine Bundesstaat Nagaland an der Grenze zu Myanmar/Burma verbindet exotischen Charme mit Vielfalt an Landschaftsformen und einem wahren Kaleidoskop an verschiedenen Stammeskulturen. 16 Bergstämme bewohnen dieses Gebiet. Der Besucher findet eine herrliche Pflanzenwelt, seltene Tiere, bezaubernde Berge, wilde Ströme und ein erfrischendes Klima. Der angrenzende Bundesstaat Arunachal Pradesh liegt im Vorgebirge des Himalaya. Mit Tibet im Norden, dem Brahmaputra-Tal im Süden, Bhutan im Westen und Myanmar im Osten, bietet diese Provinz großartige landschaftliche Eindrücke.
Die Natur hat diese schwer zugänglichen und relativ dünn besiedelten Gebiete mit einer Schönheit bedacht, die man anderswo in Indien so nicht findet. Arunachal ist ein bezauberndes Land mit wilder, unverdorbener Natur. Die Wälder bieten seltenen Vögeln, Elefanten, Schneeleoparden, Pandas und Moschusochsen Schutz.
Für diese Reise sollen Sie eine sportive Einstellung mitbringen, denn sie hat Expeditionscharakter. Sie werden aber durch nachhaltige Eindrücke mehr als entschädigt.

1. Tag: Flug Wien – Delhi

2. Tag: Weiterflug Delhi – Kalkutta – Guwahati im Bundesstaat Assam. Fahrt in den Kaziranga National Park, der Teil des UNESCO Weltnaturerbes ist. (ca. 5 Stunden Fahrzeit).

3. Tag: Ausflüge zu Tieren und Tee
Am frühen Morgen Pirschfahrt im Schutzgebiet, das insgesamt 430 km² groß ist und hauptsächlich Hochgrasfluren, Waldungen und Sumpfgebiete aufweist. Neben zahlreichen anderen Tierarten sind insbesondere interessant Elefantenherden mit bis zu 200 Individuen, 70 % des weltweiten Gesamtbestands an Panzernashörnern, weiters Wilde Wasserbüffel, etwa 100 Bengaltiger, Barasinghahirsche und viele andere Säugetierarten. Tagsüber Besichtigung der berühmten Teeplantagen in Assam. Am Abend weitere Pirschfahrt im Nationalpark.

4. Tag: Kaziranga – Itanagar (310 km)
Lange, aber landschaftlich sehr schöne Fahrt Richtung Norden, d.h. näher an die Hauptkämme des Ost-Himalaya heran. Die Straße führt durch stark zerklüftete Landschaft vorbei an riesigen Teeplantagen nach Itanagar, Hauptstadt des Bundesstaats Arunachal Pradesh (35.000 EW). Das provinziell anmutende Städtchen im Himalaya-Vorland ist in eine – dank der reichlichen Niederschläge grün überwucherte – steilhügelige Landschaft eingebettet.

5. Tag: Itanagar – Ziro (150 km)
Ziro (zwischen 1700m und 2400m hoch gelegen, 12.000 EW) ist die Hauptstadt des Distrikts Lower Subansiri. Fahrt zu den Dörfern des Nyishi Stammes. Die Nyishi sind die größte Bevölkerungsgruppe in Subansiri. Die Männer tragen ihr Haar sehr lang und zu einem Knoten gebunden; um die Hüfte tragen sie Schilfbänder. Die Nyishi betreiben einen großen Ahnenkult.

6. Tag: Ausflug zu den Apatani
Von Ziro aus ein ganzer Tag, um verschiedene Stämme der Apatani zu besuchen. Die Apatani sind sehr große und schlanke Menschen mit ausgesprochen ausdrucksstarken Händen. Besonders hervorstechend sind bei den Frauen die Tätowierungen im Gesicht und die „buttons“ in Nase und Ohren. Mit diesen Eingriffen sollen die Frauen so verunstaltet werden, dass sie für den Raub durch andere Stämme unattraktiv werden. Die Sitte ist jedoch unter den jungen Frauen nicht mehr gängig. Die Atapani haben traditionell ein politisches System, in welchem innerhalb der einzelnen Dörfer demokratische Regeln gelten sowie eine einzigartige landwirtschaftliche Kultur. Sowohl der Reisanbau als auch die Waldwirtschaft werden extrem produktiv und dabei nachhaltig betrieben. Dies hat ihnen die Aufnahme in die Liste des immateriellen UNESCO Weltkulturerbes eingebracht. Ihre Zusammengehörigkeit spiegelt sich in den zahlreich abgehaltenen Festen wider.

7. Tag: Ziro – Daporijo (ca. 160 km)
Fahrt zu den Bergdörfern der Miri im Hochlanddschungel. Die Frauen der Miri sind bekannt für ihren schönen Silber- und Kupferschmuck. Die Miris glauben, dass ihre Seele nach dem Tod vom Geist Wiyu einige Zeit lang in Sklaverei gehalten wird und erst danach weiterreisen darf. Daporijo ist eine 15.000 EW-Siedlung auf dem Grund eines V-Tals, das der Subansiri Fluss gegraben hat.

8. Tag: Daporijo – Along (160 km)
Die Straße, der wir folgen, führt Richtung Nordosten und windet sich mit unzähligen Kurven durch das bergige Gelände. Auf unserem Weg nach Along besuchen wir die Adi Stämme. Aus Schilfrohr und Bambus gefertigte Hängebrücken (70 – 80 m lang) spannen sich über die vielen Flüsse und verbinden ihre Dörfer.

9. Tag: Along – Pasighat (140 km)
Pasighat (20 TEW), am Siang Fluss gelegen, ist der Hauptort im Siang District von Arunachal Pradesh. Der Ort wurde erst vor etwa 100 Jahren von den britischen Kolonialherren gegründet und bietet eine Reihe von regional wichtigen Einrichtungen (Spital, Flugplatz, Hochschule für Landwirtschaft, Radiostation u.ä.). Der Ort zählt zu den regenreichsten in ganz Indien, weil sich die Wolken, die aus der Assam-Ebene heranziehen, hier stauen und fangen. Ein bescheidener Tourismus hat sich etabliert: Einerseits locken die stets genug Wasser führenden Flüsse die Kanuten und Rafter, andererseits gibt es in der Nähe ein interessantes Naturreservat im Augebiet der Flüsse, die hier zusammenkommen und den Brahmaputra bilden (Daying Ering Sanctuary; 85% sind Wasserfläche). Hier haben sich die Stämme der Adi schon durchgemischt (Gallong & Minyong). Museum und Marktbesuch.

10. Tag: Pasighat – Dibrugarh (77 km)
Nach dem Frühstück mit einer Fähre (ca. 5 Stunden) auf dem Brahamputra nach Dibrugarh (ca. 170 TEW). Diese Fähre ist eine Lebensader für die dort lebenden Stämme. Dibrugarh ist nach Guwahati die zweitgrößte und –wichtigste Stadt Assams; traditionell ist hier Indiens Hauptumschlagplatz für Tee. Daneben hat die Stadt eine Universität mit mehreren Fakultäten sowie viele Schulen und Internate. Seit Jahren sind Initiativen in Gang, zur traditionellen Tee-, Öl- und Holz-Industrie auch noch Chemie in der Stadt anzusiedeln. Für 2015 ist die Eröffnung einer Brücke über den Brahmaputra für Bahn und Autoverkehr geplant, die dann mit fast 5 km Länge die größte Brücke in Fachwerkbauweise ganz Indiens sein wird. Die Stadt hat kaum Altbauten, weil 1950 ein Erdbeben 75% der Gebäude zum Einsturz brachte und der Brahmaputra seinen Lauf änderte, so dass die Stadt praktisch neu erbaut werden mußte.

11. Tag: Dibrugarh – Mon (200 km / 7 Stunden)
Fahrt nach Mon, die Heimat der Konyaks. Dieser Stamm ist der größte unter den 17 Stämmen des Naga-Volkes (ca. 2 Mio.). Die Naga waren bei anderen Völkern als Kopfjäger gefürchtet. Bestimmte Tätowierungen und Ketten mit Messingknöpfen geben Auskunft über den sozialen Rang der Männer, der bis ins 19.Jh. mit der Zahl der erjagten Köpfe korrelierte. Trotz englischer Befriedungspolitik und christlicher Mission haben die Naga stets nach ethnischer Identität verbunden mit politischer Selbstbestimmung gestrebt. Mit den staatlichen Autoritäten Indiens besteht ein Waffenstillstand und wird seit einer Generation verhandelt, jedoch ohne zu einer Vereinbarung gefunden zu haben. Die wichtigsten sozialen Strukturen der Naga sind der Clan – gleichbedeutend mit dem Dorf – und die Familie. Moderne Bildungsanforderungen, das Steigen der Mobilität und das Vordringen von Handel, Gewerbe und Industrie in die Gebiete der Naga drängen die traditionellen Werte, Sitten und Lebensweisen zunehmend an den Rand.

12. Tag: Ausflug zu den Konyak
Besuch eines typischen Konyak Dorfes. In jedem Dorf gab es früher ein „Schädelhaus“ zu dessen Ausstattung die Männer des Dorfes nach Kräften beitrugen. Die Ausstellung von Totenschädeln wurde aber von der Regierung verboten. An Stelle der Originalschädel werden aber in vielen Dörfern an den Versammlungshäusern und an den alten Befestigungstoren neben den Tiersymbolen (Tiger und Nashornvogel) in Holz geschnitzte Köpfe gezeigt. Die Köpfe waren Zeichen für Fruchtbarkeit in der Familie und auf den Feldern und versprachen Erfolg bei der Jagd. Die Konyaks sind Meister auf dem Gebiet der Handwerkskunst. Hier findet man ausgezeichneten Kopfschmuck, Holzschnitzereien, Macheten, Pistolen, u.ä.

13. Tag: Mon – Mokokchung (70 km)
Fahrt in das pittoreske Städtchen Mokokchung, das kulturelle Zentrum der Ao Nagas. Wie praktisch alle Siedlungen der Naga liegt die Stadt auf einer (einst gut zu verteidigenden) Hügelkuppe. Die Krieger des Ao-Stammes erkennt man an ihren schönen handgewebten blau-roten Schals. Auch die Ao waren ursprünglich Kopfjäger, ließen sich jedoch als einer der ersten Stämme christianisieren und haben die Reminiszenzen an diese Vergangenheit weitgehend abgelegt. Sie feiern vor allem Weihnachten und Neujahr mit Musik und Tanz in prächtigen alten Trachten, aber auch die von den Missionaren nicht so gern gesehen alljährlichen Fruchtbarkeits- und Erntefeste sind wieder auferstanden (Moatsü Mong, jew. 1.-3. Mai und Tsüngrem Mong, jew. 1.-3. Aug.).

14. Tag: Mokokchung – Kohima (145 km)
Kohima, Hauptstadt des Nagalandes (1.444 m hoch, 80 TEW), liegt nahe der Grenze zu Myanmar/Burma, im Gebiet des Angami Stammes, ebenfalls zum Naga-Volk gehörig. Hier steht die größte Kathedrale Nordost-Indiens in einem Stil, der dem althergebrachten Nagahaus nachempfunden ist. Weiters gibt es hier einen weitläufigen Soldatenfriedhof aus dem 2. Weltkrieg. Die Schlacht von Kohima bedeutete insofern einen Wendepunkt, als hier im Frühling 1944 der Vormarsch japanischer Kräfte auf dem indischen Subkontinent erstmals und dann nachhaltig aufgehalten werden konnte. In der Militärgeschichtsschreibung hat sie auch den Beinamen „Stalingrad des Ostens“.

15. Tag: Ausflug zu den Angami
Nach dem Frühstück Besuch der Angami Dörfer. Der Stamm ist bekannt für den Erhalt seiner Werte und seinen Mut. Die Angami galten als Beschützer der umliegenden Gebiete. Auch den englischen Kolonialtruppen leisteten sie ab 1840 erbitterten Widerstand. Die Briten brauchten 40 Jahre, um ein Gebiet von der Größe Kärntens militärisch zu erobern. Ein besonderes Kennzeichen der Dörfer sind die mit bestimmten traditionellen Symbolen geschmückten Eingangstore der Gemeinschafts- und Versammlungshäuser. Die Symbole, Kopf und Hörner eines Mithuns (Bos Gaurus), Nashornvogelfedern und Sonnen, sollen auf Reichtum, Tapferkeit und Mut der Bewohner hinweisen. Im alten Kohima und im Dorf Khonoma finden sich sehr schöne Beispiele. Marktbesuch.

16. Tag: Kohima – Dimapur – Kalkutta
Nach dem Frühstück Fahrt zum Flughafen und Beginn der Rückreise. In Kalkutta umsteigen zum Rückflug nach Europa.

17. Tag: Ankunft in Wien.

Termin:

Termine sind in Vorbereitung!

Reiseleitung: Prof. Mag. Johannes Bauer

Pauschalpreis: € 3.300,–

Als Privatreise: € 3.790,–
(ab 2 Personen, mit örtlicher deutschsprechender Reiseleitung, auch zum Wunschtermin)

Inbegriffen:
die Linienflüge laut Programm (Air India u. örtl. Linien)
die Flughafen- und Sicherheitsgebühren
alle Ankunfts- und Abflugtransfers in Indien
die Rundfahrt in Jeeps (ohne Aircondition) in Arunachal Pradesh & Nagaland
die die Nächtigungen in Zweibettzimmer in den bestmöglichen Häusern mit Vollpension, außer in Guwahati und Kalkutta (Nächtigung/Frühstück)
die Besuchsgenehmigungen für Arunachal Pradesh & Nagaland
die Besichtigungen mit den Führungen und Erklärungen
die Eintrittsgebühren für den Kaziranga Nationalpark
die Dschungelsafari
wo erforderlich die Betreuung durch lokale BegleiterInnen
die qualifizierte Studienreiseleitung durch einen Akademiker oder anderen Fachmann

Nicht inbegriffen:
allfällige Ausreisesteuern

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: € 30,–

Impfungen: Hepatitis A, Tollwut und Typhus; Malariaprophylaxe empfohlen (Aufgrund des Risikos in Indien, gefälschte Medikamente zu erwerben, ist das Mitführen eines verschreibungspflichtigen Malariamittels zur so genannten Notfalltherapie angeraten.)

Visum (einschließlich Besorgung):  € 95,–

Teilnehmerzahl: mindestens 10, höchstens 16 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.