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  Abenteuer Archäologie  –  Studienreise  

Wir bieten in Zusammenarbeit mit der ARGE Archäologie auch Studienreisen an. Dabei fokussieren wir uns geografisch und geschichtlich entsprechend dem jeweils gewählten Thema und befassen uns in die Tiefe gehend mit dem aktuellen Forschungsstand aus Sicht der Geschichtswissenschaften und der Archäologie. Letztere hat sich auf Grund einer rasanten Entwicklung der naturwissenschaftlichen Möglichkeiten in den letzten Dezennien enorm entwickelt. Aus der Grabräuberei unter professoraler Anleitung von einst, mit dem Homer oder der Bibel in der einen Hand und dem Spaten in der anderen, hat sich die Archäologie zu einem Fach entwickelt, das inzwischen Erkenntnisse und Methoden der Botanik, Humanmedizin, Thermofotografie, Genetik, Forensik u.s.w. integriert, um Antwort auf die Frage: "Was war da?" zu geben. – Die naheliegende Fragen die sich für uns Heutige stellen, sind immer wieder: "Woran aus unserer Gegenwart erinnern uns die Fragmente und Erbstücke aus der Vergangenheit?" und "Was können wir daraus lernen?"

Alle diese Reisen werden von ausgewiesenen Experten für das entsprechende Thema begleitet. Das Programm ist so gestaltet, dass genug Zeit  vorhanden ist, um die einzelnen archäologischen Stätten nicht nur oberflächlich zu besichtigen, sondern in ihrer historischen und kulturellen Bedeutung voll erfassen zu können. Die im Laufe der Woche eingestreuten Vorträge und abendlichen Diskussionsrunden bieten umfassendes Wissen und aktuelle Forschungsergebnisse.

Die ARGE Archäologie ist verantwortlich für die Planung und Durchführung der wissenschaftlichen Besichtigungsprogramme und Begleitveranstaltungen. Die Rolle des "Akademischen Reisedienstes/Orion Reisen" in der Zusammenarbeit ist die Abwicklung der Reiselogistik (Wir beraten Sie und helfen Ihnen gerne auch bei Ihren individuellen An- und Rückreisen).

In der Antike war Makedonien ein vorwiegend landwirtschaftlich geprägtes Königreich hoch im Norden der griechischen Staatenwelt – geographisch isoliert, ob seiner barbarischen Sitten verspottet, aber wegen ungemein brutaler Kriegsführung auch gefürchtet. Die Könige und die prunkliebende Oberschicht des Landes versuchten allerdings, sich den kultivierten Lebensstil Athens anzueignen und holten gezielt Künstler, Handwerker, Architekten und Lehrer aus dem Süden ins Land. Unter König Philipp II. nahm das Makedonien einen rasanten Aufschwung. Dem voran gingen allerdings jahrzehntelange verlustreiche Kämpfe gegen Illyrer, Thraker und griechische Stadtstaaten. Die von Philipp II. militärisch erzwungene Einigung Griechenlands unter makedonischer Führung sowie seine Militärreformen waren nicht nur Garantie für den Bestand des neuen Reiches, sondern auch die Grundlage für den beispiellosen militärischen Siegeszug seines Sohnes Alexander.

Wir aber gehen auf Entdeckungsreise zu den großen Stätten des antiken Königreiches Makedonien: in später verlassene Städte, zu einstigen Schlachtfeldern, luxuriösen Grablegen, die unter Erdhügeln überdauert haben, und stillen Heiligtümern von erhabener Pracht. Dabei widmen wir uns auch ein wenig jenen Schätzen und Orten, die uns andere Epochen und Kulturen am gleichen Ort zurückgelassen haben.

1. Tag, Sonntag 30.4.: Anreise und Ankunft der Reisegruppe. Abholung vom Flughafen durch den Reiseleiter. Zum Auftakt geht es nach Stageira, Geburtsort von Aristoteles, am nordöstlichen Ende der Chalkidike. Da es zwei Orte des gleichen Namens gibt und natürlich beide den großen Philosophen und Lehrer (u.a. Alexanders) für sich reklamieren, besuchen wir auch beide. Das erste Stageira liegt in den Bergen, direkt an unserem Weg. Es gibt hier einen kleinen Park, von dem aus man eine schöne Aussicht genießen kann oder man spielt mit den Apparaten, die verschiedene physikalische Paradoxa zeigen. 16 km weiter, am Meer, liegt das andere Stageira – bzw. dessen Reste aus der Antike und dem Mittelalter. Wenn das archäologische Gelände noch zugänglich ist, besichtigen wir auch dieses. Diese Ausgrabung liegt am Ortsrand des modernen Olympiada, Seebad und Fischerhafen am nordöstlichen Ende der Chalkidike. Wir haben also schon unseren ersten Übernachtungsort erreicht. Hotel-Check-in und gemeinsames Abendessen mit Vorschau zum kommenden Reisetag.

2. Tag, Montag 1.5.: Zum Auftakt erwartet uns in Amphipolis der Sensationsfund des Jahres 2012: Der größte aller makedonischen Grabhügel aus dem 4. Jh. v. Chr. mit einem Durchmesser von rund 160 m und einem Umfang von fast einem halben Kilometer. Die Einfassungsmauer aus Marmorblöcken ist hervorragend erhalten, ebenso wie die leider beraubte Grabkammer. Aus Sicherheitsgründen ist der Bereich um den Hügel abgesperrt, aber auch aus der Entfernung bietet er einen beeindruckenden Anblick. Die Archäologen haben schon einen konkreten Verdacht, wer der Grabinhaber sein könnte, bewahren aber beharrlich Stillschweigen – Alexander ist es jedenfalls nicht. Wenn auch die Grabungsstätte für uns unzugänglich ist, so können wir das kleine aber feine Archäologische Museum besuchen, die Ausgrabung eines antiken Gymnasiums sowie die fünf Meter hohe berühmte Löwenstatue, die man vor über 100 Jahren gefunden und einige Zeit später wieder zusammengesetzt hat. Danach weiter nach Osten, bis zum zweiten Ziel des Tages, das Ausgrabungsgelände von Philippi. Hier kann man die Reste der riesengroßen Basilika aus dem 5. Jh. bewundern, die wohl in Zusammenhang mit der Gründung der ersten christlichen Gemeinde auf europäischem Boden durch den Apostel Paulus zu sehen ist. Das weitläufige Grabungsfeld umfasst auch ein antikes Theater, das so gut erhalten ist, dass es während des Sommers immer noch für Aufführungen genutzt werden kann. Nach der Besichtigung kurze Fahrt nach Kavala und späte Mittagsrast. Danach weiter bis nach Alexandroupoli, das wir nach rund zwei Stunden Autofahrt erreichen. Hotel-Check-in und gemeinsames Abendessen mit Vorschau zum kommenden Reisetag.

3. Tag, Dienstag 2.5.: Am Morgen Einschiffung auf die Fähre nach Samothrake (Abfahrt 09:00, Ankunft ca. 11:30). Gleich nach Ankunft Fahrt direkt zur Ausgrabung und Besuch des weitläufigen Geländes einschließlich des kleinen Museums. In geheimnisvoll-verwunschener Landschaft erwartet uns das Mysterienheiligtum der Megaloi Theoi, der Großen Götter, der Kabiren. Hier lernte Philipp II. um 357 v. Chr. seine Frau Olympias kennen, Tochter des Königs von Epirus und Mutter Alexanders des Großen. Wir beginnen unseren Rundgang bei einem monumentalen Unterbau mit Durchlass für einen vor Urzeiten versiegten Wildbach: Ruine eines tempelartigen Tores, errichtet von Ptolemaios II., König von Ägypten bis 246 v. Chr. Danach geht es zu den Resten eines geheimnisvollen Rundbaues, den seine Frau und Schwester Arsinoe II. errichten ließ, sowie zum sogenannten Hieron, das wohl aussieht wie ein Tempel aber ein Versammlungsbau mit Sitzbänken und einem Herd war. An weiteren Kultbauten des 4. Jhs. v. Chr. besuchen wir das Kulttheater und einen ungewöhnlichen Rundplatz, an dem Reste einer Halle liegen, die gemeinsam vom Halbbruder und vom jüngsten Sohn Alexanders des Großen gestiftet wurde. Am Nachmittag besteht die Möglichkeit zu einer insgesamt etwa 90-minütigen gemütlichen Wanderung in flachem waldigem Gelände zum pittoresken Gria Vathra Wasserfall (Durchführbarkeit abhängig von der Wasserführung des sogen. Mörderflusses!). Alternativ können wir das Thermalbad in Therme/Loutra besuchen. Am Abend (Abfahrt 19:00) geht es mit der Fähre zurück nach Alexandroupoli, wo wir dann noch einmal übernachten.

4. Tag, Mittwoch 3.5.: Bevor wir zu unserem ersten Besichtigungspunkt kommen, müssen wir ca. 150 km zurück nach Westen. Fruchtbare Ebenen mit Reisanbau, Tabak- und Obstkulturen wechseln mit unbewirtschaftetem bergigem Gebiet. Besichtigungen in Kavala (70 TEW): Wenn geöffnet Besuch des Mehmet-Ali-Hauses und/oder des Archäologischen Museums, in dem vor allem die römischen Skulpturen aus dem nahe gelegenen Philippi die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Kavala ist wichtiger Hafen, Verkehrsknotenpunkt, Schul- und Verwaltungszentrum sowie  Hauptumschlagplatz Nordgriechenlands für Tabak. Rund um den Hafen liegt die balkan-idyllisch wirkende Altstadt, überragt von einem Aquädukt, dessen (ursprüngliche) Erbauer schon die alten Römer gewesen sein dürften. Nach einer Mittagspause bummeln wir durch die krummen Gässchen bis zur Festung auf der Spitze des Stadthügels. Dann weiter zur Übernachtung nach Keramoti oder – je nach Fahrplan der Fähren – schon auf die Insel Thasos. Wir lassen den Tag bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen.
 
5. Tag, Donnerstag 4.5.: Am Morgen nehmen wir entweder die Fähre auf die Marmorinsel Thasos oder wir haben bereits in Limenas, an der Stelle der antiken Großstadt Thasos (5. Jh. v. Chr. 20.000 EW; dzt. ca. 3.500) übernachtet und starten von dort. Wir suchen die Reste des antiken Thasos, das eng mit dem modernen Ort verwoben ist. Beinahe einmalig in Griechenland sind die Stadttore mit Reliefs: Das Tor des Zeus und der Hera, das Silentor oder das Tor der Göttin mit dem Wagen. Wir besuchen die Reste der ummauerten heiligen Bezirke von Thasos, den des Helden Herakles, den der Jagdgöttin Artemis oder den des Poseidon, Herr des Meeres.  Auf der erstaunlich grossen Agora, dem heute leicht versumpften Zentrum der antiken Stadt, erinnern nur wenige Überbleibsel an die antike Pracht. Wohl zeigen uns die Reste des Tempels des Zeus Agoraios die Religion als zentralen Bestandteil des Alltagslebens von ehedem. Aber heute herrschen hier eher die städtischen Rasenmäher sowie Frösche und Heuschrecken. Gleich neben dem Ausgrabungsgelände lädt jedoch das 2010 nach bedeutender Erweiterung neu eröffnete Archäologische Museum zum Besuch ein. Hier sind hervorragende Fundstücke ausgezeichnet präsentiert. Modelle, Schautafeln und Animationen machen das Leben und die Politik in der einst sehr prächtigen großen Stadt anschaulich und verständlich. Nach dem Besuch des hellenistischen Theaters aus dem 3. Jh. v. Chr. hoch über der Stadt erklimmen wir die Akropolis und besuchen dort die Reste des Tempels der Athena Poliouchos, der „Stadtbeschützenden“. Danach Rundfahrt um die ganze Insel entlang der Küste mit mehreren Stops. Den längsten Aufenthalt haben wir in Aliki. Auf der gleichnamigen etwa 600 m langen Halbinsel wurde über ein Jahrtausend lang Marmor abgebaut und gleich direkt auf Schiffe verladen. Eine kleine Wanderung auf der Halbinsel führt uns nicht nur zu den hochinteressanten Resten dieses antiken Großindustriebetriebs sondern auch zu einem Heiligtum aus archaischer Zeit und frühchristlichen Bauresten. Im Frühling blühen hier Zwergorchideen. Wer will, kann sich auch vom wunderschönen flachen Strand aus ins Wasser begeben. Weiters Besichtigung des Erzengel-Michael-Klosters, das in spektakulärer Lage an einem Steilabbruch zum Meer gebaut wurde (18.Jh.). Kostbarste Reliquie ist ein Fragment eines Nagels von der Kreuzigung Christi. Rückfahrt mit der Fähre aufs Festland und Fahrt zurück nach Thessaloniki (3 Übernachtungen). Wenn Sie nicht zu müde sind, können Sie am Abend noch einem Vortrag über die Geschichte Griechenlands vom Tod Alexanders bis zur Eroberung durch Rom lauschen.

6. Tag, Freitag 5.5.: Am Vormittag Besuch der Hauptstadt Makedoniens in der Antike, Geburtsort Alexanders des Großen: Pella. In den Banketträumen der riesigen Säulenhof-Häuser versetzen uns die weltberühmten Kieselmosaike mit Jagddarstellungen der Zeit um 300 v. Chr. in die Welt der Hetairoi, der adeligen Gefährten des Makedonenkönigs. Die schönsten Mosaike jedoch erwarten uns danach im lokalen Museum von Pella. Nach diesem Besuch in höchsten Kreisen Fahrt nach Lefkadia, vermutlich das antike Mieza, Wirkungsstätte des griechischen Philosophen Aristoteles, der Lehrer Alexanders des Großen. Am Nachmittag besuchen wir den Riesengrabhügel von Vergina von über 110 Metern Durchmesser mit den drei sog. Königsgräbern, heute in ein Museum integriert. Wir sehen den absoluten Höhepunkt jeder Nordgriechenlandreise: Das mutmaßliche Grab König Philipp II. von Makedonien. Nicht  nur die vollständig erhaltene Halbsäulenfassade mit dem Jagdfries, eine der ganz wenigen Wandmalereien, die aus der griechischen Antike erhalten sind, gebietet Ehrfurcht, einmalig sind die Unmengen an Kleinodien aus der unberaubten (!) Grabkammer: Vergoldetes Gelagegeschirr, Prunk-liegebänke, eine vergoldete Paraderüstung aber auch ein skythischer Köcher und andere nichtgriechische Prunkstücke – diplomatische Geschenke fremder Herrscher oder Beutestücke. Überstrahlt wird dies alles von der goldbeschlagenen Larnax (Kiste, Kassette) mit dem berühmten makedonischen Stern, die wahrscheinlich die sterblichen Überreste Philipps II. birgt.  Nach einer Mittagspause mit kleinem Imbiss besuchen wir den Palast Philipp II., der auf einer Anhöhe über der Ebene thront (jedoch seit mehreren Jahren schon nur vom Zaun aus besichtigt werden kann, weil umfängliche Restaurierungsarbeiten in Gang sind). Wir bekommen einen plastischen Eindruck von den rauschenden Festen, die der König von Makedonien in den nicht weniger als 13 Gelageräumen einst gab, deren Kieselmosaike teilweise noch erhalten sind und einen prächtigen Säulenhof umgeben. Bei einem dieser Feste, der Hochzeit seiner Tochter Kleopatra mit König Alexander von Epirus, wurde Philipp II. im Jahre 336 v. Chr. von Pausanias, einem seiner Leibwächter ermordet. Möglicherweise in dem Theater am Fuße des Palasthügels, das wir uns anschließend ansehen. Zurück nach Thessaloniki, wo wir nach dem Abendessen einen Vortrag über Alexander den Großen hören werden.

7. Tag, Samstag 6.5.: Am Vormittag besuchen wir das wohlausgestattete Archäologische Museum von Thessaloniki, das sich ganz den Funden und der Geschichte Makedoniens von prähistorischer Zeit an widmet. Herausragend die zahlreichen Gold- und Silberfunde aus makedonischen Gräbern, z. B. der vergoldete Bronzekrater (für das Mischen von Wein und Wasser) mit reichem Figurenschmuck aus Grabhügel B von Derveni aus der Zeit um 300 v. Chr. Am Nachmittag besuchen wir die spätantiken und frühchristlichen Monumente Thessalonikis: Den Galeriusbogen mit seinen Reliefs aus dem frühen 4. Jh. n. Chr., die Reste des Galeriuspalastes aus derselben Zeit und die vollständig erhaltene Georgsrotunde, heute Museum, wahrscheinlich als (nie benutzter) Grabbau von Galerius errichtet, wurde sie noch im 4. Jh. n. Chr. in eine Kirche umgewandelt und mit prächtigen, in großen Teilen noch erhaltenen Mosaiken geschmückt.  Einen Besuch wert sind auch die beiden noch erhaltenen frühchristlichen Emporenbasiliken Salonikis: Acheiropoietos, dreischiffig, aus dem 5. Jh. n. Chr. und die berühmte fünfschiffige Demetriosbasilika aus dem 7. Jh. n. Chr. Beim gemeinsamen Abendessen lassen wir die Reise noch einmal Revue passieren.
 
8. Tag, Sonntag 7.5.: Sollte vor dem Abflug noch Zeit für Besichtigungen sein, wird es nicht schwierig sein, Ziele zu finden. Insgesamt 15 Bauten in der Innenstadt bilden unter dem Titel "Frühchristliche und byzantinische Bauten in Thessaloniki" einen Teil des UNESCO Weltkulturerbes. Transfer von Saloniki zum Flughafen und Heimflug.

Weitere Detailinformationenhttps://www.arge-archaeologie.at/programm-2017/makedonien-auf-den-spuren-phillips-und-alexanders/

Reiseleitung: N.N.

Termin:

Termine sind in Vorbereitung!

Termine für 2018 in Vorbereitung

Pauschalpreis (ohne Flüge):  € 1.480,–
(Kleingruppenzuschlag von 15% bei unter 12 Teilnehmern)

Inbegriffen:
die Busrundreise ab/bis Thessaloniki
Die Besichtigungen (einschließlich der Eintrittsgebühren)
Die Nächtigungen auf Basis Zweibettzimmer
Die wissenschaftlichen Vorträge
Die deutschsprechende Reiseleitung

Einzelzimmerzuschlag pro Nacht: € 30,–

Teilnehmerzahl: mindestens 12 höchstens 24 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.