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Die beiden Ostsee-Metropolen an der Danziger Bucht sind ca. 125 km Luftlinie voneinander enfernt und haben eine äußerst wechselvolle Geschichte hinter sich. Über weite Strecken lief die historische Entwicklung parallel. Die seit vorchristlicher Zeit von slawischen Stämmen belegten Siedlungsplätze wurden im Frühmittelalter abwechselnd von Dänen und Polen angegriffen. Ab dem 13. Jh. entwickelten sich beide Städte zu prosperierenden Häfen und Warenumschlagplätzen, wurden befestigt, schlossen sich der Hanse an und gerieten politisch unter deutsche Souveränität inmitten eines polnischen Umfelds. Wobei "deutsch" ein äußerst unscharfer Begriff ist: Tatsächlich gab es einen ständigen internen Machtkampf zwischen dem Deutschen Ritterorden, der dann jahrhundertelang die territoriale Oberherrschaft innehatte und den Selbstverwaltungskörperschaften der beiden Städte, in denen die Kaufleute dominierten. Letztlich gelang es den Städten, autonom zu werden. Während des 17. Jh. hatte die Stadtrepublik Danzig mehr deutschstämmige Einwohner als selbst Wien oder Köln. Gegenläufig zum Aufstieg Preußens und danach des Deutschen Reiches als Regionalmacht verloren die Städte ihre Privilegien und wurden gegenüber Berlin provinzialisiert. Als Folge des zweiten Weltkriegs verloren beide Städte zudem ihre angestammte Bevölkerung sowie den großteil ihrer historischen Bausubstanz und wurden auch dadurch getrennt, dass sie Polen bzw. Russland zugeschlagen wurden. Heute präsentieren sich beide Städte in schön renoviertem Zustand und bieten dem Besucher einen Querschnitt durch die Jahrhunderte.

1.Tag: Am Morgen Flug nach Gdańsk/Danzig. Die Stadt liegt in einem hügeligen Gebiet an der Mündung der Weichel in die Ostsee und ist Zentrum eines Agglomerationsgebietes mit 1,2 Mio EW., Polens wichtigster Hafen, Universitätsstadt, Tourismusmagnet und Industrieschwerpunkt. Danzig ist wie ein Phönix aus der Asche des 2. Weltkriegs wiedererstanden. 90% der Altstadt waren ruiniert, der (deutschstämmige bzw. jüdische) Großteil der Bevölkerung geflüchtet, ermordet, enteignet, vertrieben. In jüngster Vergangenheit waren die Streiks in den Werften der Stadt die Initialzündung für die Schaffung der 3. Polnischen Republik. Zu den berühmten Söhnen der Stadt gehören Arthur Schopenhauer, Daniel Fahrenheit und Günter Grass ebenso wie Lech Wałęsa und Donald Tusk (aktueller Präsident des Europäischen Rates). – Nach der Ankunft Rundgang durch die wiederaufgebaute Altstadt mit ihren Kirchen, alten Hafenspeichern und Bürgerhäusern.

2.Tag: Am Vormittag Ausflug nach Zoppot an der Ostsee (ehemals vornehmer Badeort, schöne Häuser aus dem späten 19. Jh.). Am Nachmittag Weiterfahrt nach Königsberg/Kaliningrad. Die von EU- und NATO-Ländern umgebene Exklave Kaliningrad ist heute Russlands Fuß in der Europäischen Haustüre. Russland bemüht sich seit 2005, 750stes Stadtjubiläum des alten Königsberg, energisch, aus dem Sorgenkind ein Schaufenster des neuen Systems zu machen. Die Ausbeutung der enorm ergiebigen Bernsteinvorkommen leistet einen Beitrag zu diesem Projekt. Die Verwüstungen von 1944, der Austausch der Bevölkerung nach Kriegsende und das explosionsartige Bevölkerungswachstum durch russischstämmige Flüchtlinge nach der Unabhängigkeitserklärung der Baltischen Staaten haben jedoch Spuren hinterlassen, die noch immer deutlich erkennbar sind.

3. Tag: Busfahrt nach Jantarnyj (ehem. Palmnicken), wo im Tagbau große Mengen Bernstein gewonnen werden. Besuch einer Bernsteinmanufaktur. Weiterfahrt in den Ostseebadeort Svetlogorsk (ehem. Rauschen), der Teile seines gemütlichen Ortsbilds aus dem 19. Jh. in die Gegenwart gerettet hat. Weiterfahrt auf die Kurische Nehrung, von der ja die südliche Hälfte zum Kaliningrader Gebiet gehört. Besichtigung des Museums für Naturgeschichte und Volkskunde des Haffs und der Nehrung in Lesnoye (ehem. Sarkau). Eine kleine Dünenwanderung an den Ostseestrand rundet den Tag ab. Rückfahrt nach Kaliningrad.

4. Tag: Stadtbesichtigung Königsberg/Kaliningrad mit Innenbesichtigung des Doms mit dem Grab Immanuel Kants und des Kant-Museums; Villenviertel Amalienau, Stadttheater, Pregelhafen und einige der Stadttore. Am Nachmittag Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Wien.

Termin:

Termine sind in Vorbereitung!

Reiseleitung: Prof. Dr. Johannes Breitenegger u. a.

Pauschalpreis: € 699,–

Inbegriffen:
die Linienflüge Wien-Danzig / Königsberg-Wien (Air Berlin)
die Flughafen- und Sicherheitsgebühren
die Rundreise mit modernem Reisebus
die Nächtigungen in Zweibettzimmern in guten Hotels (Du/WC oder Bad/WC)
die Halbpension (Abendessen / Frühstück)
die Besichtigungen mit den Führungen und Erklärungen
die Eintrittsgebühren
wo erforderlich die Betreuung durch lokale BegleiterInnen
die qualifizierte Studienreiseleitung durch einen Akademiker oder anderen Fachmann

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: € 42,–

Russisches Visum (inkl. Besorgung): € 95,–

Obligatorische Versicherung: € 40,– (Russland verlangt von jedem ausländischen Reisenden eine zusätzliche, extra für diesen Aufenthalt abzuschließende Krankenversicherung)

Teilnehmerzahl: mindestens 12, höchstens 25 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.