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Das alte Ägypten, dessen hohe Kultur in der Antike in den gesamten Mittelmeerraum ausstrahlte und viele Spuren hinterließ, die auch in der Gegenwartskultur noch gut erkennbar sind, ist ein unverzichtbares Reiseziel für jeden Menschen mit geschichtlichem Interesse und Sinn für die Schönheit der antiken Bauten, Bilder und Skulpturen. Leider haben die Sicherheitsrisken in Zusammenhang mit den politischen Verwerfungen und der aktuellen Neuordnung der arabisch-islamischen Welt seit inzwischen einem Jahrzehnt für Skepsis vieler Reisefreunde gegenüber der gesamten Region gesorgt. Inzwischen sind aber wenigstens in Ägypten die Machtverhältnisse geklärt und die Hitzköpfe abgekühlt und auch das Reisen im Land kehrt zur vorrevolutionären Normalität zurück. Das neue Ägypten erwartet Sie und zeigt wieder die Zeugnisse einer Vergangenheit, die auf Grund des Wüstenklimas in solcher Vielfalt und in so gutem Zustand erhalten geblieben sind, wie sonst kaum in einem anderen Land der Welt (mal abgesehen vom Ötzi; aber das ist eine andere Geschichte).

 

1. Tag: Flug Wien – Kairo. Empfang durch einen Mitarbeiter unserer Partneragentur und Hoteltransfer. Abendessen im Hotel. Kairo ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Ägyptens und die größte Stadt Afrikas. Die Einwohnerzahl im Metropolitanraum beträgt über 16 Mio. EW. Da es jedoch keine Meldepflicht gibt, reichen Schätzungen bis 25 Mio. Das historische Zentrum der Stadt (UNESCO Weltkulturerbe) liegt östlich des Nils und geht auf die Errichtung eines Militärlagers vor der ersten Jahrtausendwende zurück. Doch schon bald nach dieser Gründung konzentrierten die Fatimiden, die ein Reich beherrschten, das von Marokko bis in den Nahen Osten reichte, metropolitane Funktionen an diesem Ort. Ab der Mitte des 19. Jh. dehnte sich dann das Stadtgebiet auch auf die andere Seite des Nils aus. Obwohl damals noch im osmanischen Einflussbereich gelegen, wurde mit britischem und französischem Geld (Suez-Kanal!) gebaut und dementsprechend entstanden weitläufige Quartiere, die Kolonialarchitektur zeigen. Seit der Mitte des 20. Jh. hat sich Kairo explosionsartig auszudehnen begonnen und hat am Rand des geschlossen verbauten Gebietes eine Kilometer breite Zone von Elendsquartieren, die sich immer weiter in die Wüste hinausschiebt. Seit der Jahrtausendwende versucht Ägypten der drängenden Unterbringungs- und Verkehrsprobleme durch den Bau von Satellitenstädten, die bis zu 50 km vom Zentrum entfernt errichtet werden, Herr zu werden. 

2. Tag: Kairo Zentrum
Erster Teil der Stadtbesichtigung mit Besuch des Nationalmuseums mit den schönsten Zeugnissen der alten ägyptischen Kultur und den Schätzen aus dem Tut-ench-Amoun Grab. Rundfahrt durch die Stadt ins islamische Viertel (UNESCO Weltkulturerbe), insbesondere zur Ibn Tulun Moschee, die unter dem Aspekt der erhaltenen Baureste als älteste Moschee Kairos gilt (erbaut 876 bis 879). Gemäß einer lokalen Legende steht sie auf jenem Hügel, auf dem einst die Arche Noha nach der Sintflut strandete; die Dächer der Moschee sollen demnach mit dem Holz der Arche gebaut worden sein. Weiter zur Zitadelle mit der Alabaster Moschee Mohammed Ali. Die Wehranlage wurde von den ayubidischen Herrschern Ägyptens zwischen 1176 und 1183 n. Chr. zur Verteidigung gegen die Kreuzfahrer gebaut. In der modernen Genese des Staates Ägypten spielte die Festung eine bedeutende Rolle. 1811 wurden hier 480 Mamelukenführer, die zu einem Gastmahl geladen worden waren, ermordet. Auf diese Weise entledigte sich Muhammad Ali Pascha eines wesentlichen Teils der osmanisch orientierten Führungselite des Landes und erklärte danach die Unabhängigkeit Ägyptens von Konstantinopel. Auch die sog. Alabstermoschee geht auf Muhammad Ali zurück. Nach einer Explosion im Pulverlager (1824) wurde in der Baulücke eine große Moschee im türkischen Stil errichtet. Die beiden bleistiftdünnen Minarette wurden das Wahrzeichen der Altstadt.

3. Tag: Wadi Natrun Kloster und Gizeh
Am Vormittag Fahrt zum Wadi Natrun, das seinen Namen bereits seit der Antike trägt, weil hier natürlich vorkommendes Natron abgebaut wurde. Das Natron wurde vor allem für Mumifizierungen und zur Glasherstellung genutzt. Im 4. Jh. entstanden hier in abgeschiedener Lage christliche Eremitengemeinschaften, die jedoch immer wieder von Berbern und Beduinen angegriffen und beraubt wurden. Heute bestehen noch vier dieser uralten Klöster. Dann Fahrt mit dem Bus zurück nach Kairo, zum  zweiten Teil der Stadtbesichtigung. Gizeh mit den berühmten Pyramiden und dem großen Sphinx ist eigentlich eine eigene Stadt westlich des Nils, rund 20 km von der Innenstadt Kairos entfernt. Das Siedlungsgebiet beider Städte ist jedoch inzwischen verschmolzen. Auf dem Gizeh-Plateau befinden sich altägyptische Königsgräber, Pyramiden und Tempel, einschließlich des Sphinx und der Großen Pyramide. In den 1980er Jahren begannen die Slums das Plateau zu überwuchern, inzwischen wurde jedoch das gesamte Gebiet um die alten Stätten zur Schutzzone gemacht und der wüstenartige Charakter wiederhergestellt. Die Stätte ist eine der bekanntesten und meistbesuchten Tourismusdestinationen der Welt; dementsprechend sind die Mengen von Besuchern, die Massenabfertigung und die Geschäftemacherei aber auch die Sicherheitsmaßnahmen rund um die wirklich sensationellen Sehenswürdigkeiten. Anschließend zurück zum Hotel in Kairo.

4. Tag: Kairo – Memphis – Sakkara & Dahshur – Gabal al-Tayr – Minya (280 km)
Am Morgen Fahrt von Kairo Richtung Süden. Schon im Großraum Kairo machen wir den ersten Halt zur Besichtung von Memphis. Die Geschichte der antiken Stadt reicht bis 3.000 Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung zurück. Memphis spielte immer wieder eine bedeutende Rolle als Residenzstadt, Ausbildungsstätte für das Militär der Pharaonen und Werftstandort. Die Stadt wurde mehrmals in ihrer Laufbahn erobert und zerstört, interessanterweise aber nicht auf den Ruinen der vorherigen Stadt sondern jeweils auf neuen Siedlungsplätzen wiedererrichtet. Das bedeutet, dass die Ausgrabungsstätten zahlreich sind und über eine weite Fläche verteilt liegen. Die bedeutendsten großplastischen Funde wurden jedoch zusammengestellt und sind aktuell in einem Skulpturengarten ausgestellt. Das dazugehörige Museum und die Magazine jedoch wurden während der Unruhen von 2011 komplett ausgeraubt, vermutlich von den Museumswächtern. Zweite Station sind die nahe gelegenen antiken memphitischen Nekropolen Sakkara und Dahshur (UNESCO Weltkulturerbe). Sakkara liegt auf einem riesigen Plateau etwa 20 km südlich von Kairo im Wüstengebiet. Die ältesten Bestattungen stammen aus der Zeit der 1. Dynastie des Alten Reichs, Bestattungen fanden hier mit wechselnder Intensität bis in die Spätzeit statt. Es finden sich alle gebräuchlichen Formen von Grabmonumenten, hauptsächlich hunderte von Mastabas; um 2650 v. Chr. setzten die Pyramidenbauten ein. Nach wie vor wird im Gelände gegraben und finden sich immer wieder unversehrte Grabkammern. Das interessanteste Gebäude ist die ursprünglich 62,5 m hohe Stufenpyramide des Djoser. Sie ist die Urmutter aller Pyramiden und hat eine komplizierte Baugeschichte, bei der ein Kerngebäude immer wieder zusätzlich überbaut wurde, so dass letzten Endes 5 Mastabas übereinander stehen. Auf dem Felsplateau von Dahschur befinden sich fünf erhaltene Pyramidenanlagen aus der 4., 12. und 13. Dynastie. Von weiteren Pyramiden sind – z.T. erst während der letzten 10 Jahre – Fundamente und Baureste entdeckt worden, doch ist teils nicht klar, ob die Bauten nicht vollendet wurden oder auf Grund der Lehmbauweise nicht erhalten geblieben sind. Die ägyptischen Pyramiden, die als Grabmonument den Pharaonen vorbehalten waren, standen nie alleine, sondern hatten zahlreiche Nebengebäude von gepflasterten Zugangswegen über Gräber der Familie und des Hofstaates bis zu Tempeln und Gebäuden für die Priesterschaft. Regelmäßige kultische Handlungen nach dem Tod des jeweiligen Pharaos sicherten ihm das Fortleben und nebenbei den Priestern die Arbeitsplätze. Letzter Besichtigungspunkt ist das von vielen Sagen und Legenden umrankte Kloster der Heiligen Jungfrau in Gabal al-Tayr (Dair al-Adhra). Die Kirche steht an der Kante eines schroff aufsteigenden mit Palmen bewaldeten Felsrückens, der das Niltal begrenzt. Hunderte von Vögeln leben hier. Heute gibt es eine steile Treppe hinauf, früher führte nur eine Felsritze nach oben, die man mit Hilfe eines Seilzugs überwinden konnte. Sagenhafte Stifterin dieser Kirche ist Helena, die Mutter Kaiser Konstantins, tatsächlich dürfte es sich um ein spätrömisches Grab handeln, das während des 7. Jh. zu einer Kirche umgewandelt wurde. Dieser – der untere – Teil der Kirche ist ganz aus dem anstehenden Felsen herausgearbeitet. 1939 erfolgte eine Renovierung und Erweiterung der Kirche, bei der dem Hauptraum ein Obergeschoss aufgesetzt wurde. Die Kirche ist ein stark frequentierter Wallfahrtsort mit Ausstrahlung auf das ganze Land und eine traditionelle Taufkirche. In einem Nebengebäude gibt es 7 Taufkapellen, um dem Andrang zu Spitzenzeiten genügen zu können. Nach weiteren 20 km endet die Tagesetappe in Minya (Abendessen und Übernachtung).
 
5. Tag: Besichtigung von Minya – Beni Hassan – Tell El Amarna – Assiut (160 km)
Die Provinzhauptstadt al-Minya (250 TEW) wird hauptsächlich von koptischen Christen bewohnt. Ab den 1970er Jahren radikalisierten sich Teile der Studentenschaft der damals neu gegründeten (islamisch ausgerichteten) Universität, woraus sich später teilweise Jugendorganisationen der Muslimbrüder entwickelten. Wirtschaftliche Grundlage der Stadt ist Anbau und Verarbeitung von Zuckerrohr und Baumwolle. Unsere Besichtigungspunkte liegen auf der anderen Seite des Nils, über den es hier eine Brücke gibt. Es handelt sich dabei um einen der größten Friedhöfe Ägyptens. Für uns am interessantesten sind die Kuppelgräber, die es sowohl für Moslems als auch Christen gibt, sowie die Basis einer Stufenpyramide aus der 3. Dynastie in der Nähe. Auf dem weiteren Weg nach Süden stoßen wir auf die altägyptischen Felsgräber von Beni Hassan. In einem heute verlassenen Ortsteil befinden sich Nekropolen aus fast allen Epochen der Geschichte des Landes. Höhepunkt sind die insgesamt 39 Gräber für Fürsten aus der Ersten Zwischenzeit und der Zeit des Mittleren Reiches, die Wandmalereien mit Ringkämpfern und Handwerkerszenen enthalten. An der nächsten Station, Tell El Amarna, befinden sich die Ruinen der ehemaligen altägyptischen Hauptstadt von König Echnaton. Sie hieß Achet-Aton, wurde binnen drei Jahren gebaut, erlebte eine kurze heftige Blüte und darauf folgend ein langes Vergessen. Die künstlerischen Zeugnisse, die seit dem 19. Jh. aus dem Schutt geborgen wurden, führten dazu, dass der Zeitabschnitt während der späten 18. Dynastie, in dem die Stadt blühte, als Amarna-Zeit in die Kunstgeschichte eingegangen ist. Berühmtester Fund ist die Büste der Königin Nofretete, heute das Prunkstück der Ägyptischen Sammlung in Berlin. Die Stadt war nicht als Zentrum für wirtschaftliche Aktivitäten ausgelegt, sondern eher ein Lustschloss mit Tempelbezirk und Nebengebäuden für die Familie des Pharaos, seinen Hof und die erforderliche Priesterschaft. Zusätzlich gab es noch Quartiere für Bauleute und die Dekorateure des Ensembles und im Abstand von 2 km eine Siedlung offensichtlich für "einfache" Leute (Bauleute; für die Totenstadt?). Die Maler, Bildhauer und Reliefkünstler von Amarna (ihre Werkstätten hat man innerhalb der Luxusstadt gefunden) haben uns sehr lebensecht wirkende, teilweise auch karikierende Darstellungen von Alltagsszenen und eine individualisierende Darstellung der Herrscher hinterlassen, die radikal mit der erstarrten und typisierenden Darstellungstradition der archaischen Kunst Ägyptens bricht. Die größte Zahl an Bildwerken und die schönsten davon findet man in den Grabkammern der Felsengräber, die etwas weiter östlich in den Bergen liegen. Nach Echnatons Tod zog der Hof unter König Tutanchamun wieder zurück in die alte Hauptstadt Memphis. Nach diesem Highlight des alten Ägypten fahren wir weiter ins Hotel nach Assiut.

6. Tag: Assiut – Sohaq – Abydos – Dendarah – Luxor (370 km)
Früher Aufbruch zur Besichtigung des Weißen und des Roten Klosters (Deir al-Ahmar), die am westlichen Stadtrand von Sohaq nur vier Kilometer voneinander entfernt liegen, zur gleichen Zeit gegründet wurden (Mitte des 5. Jh.) und einander auch baulich ähneln. Das Weiße kloster wurde allerdings aus Stein gebaut, das Rote aus gebrannten  Ziegeln, das erklärt die Namen. Das Baumaterial des Weißen Kloster stammt offensichtlich von älteren Bauten, die Ziegel des Roten wurden wohl für den Bau erst hergestellt. Das Rote Kloster ist das einzige vollständiges Ensemble von Architektur, Skulpturenschmuck und großflächig erhaltener Wandmalerei im gesamten Mittelmeerraum, in dem sich griechische, römische und spätantike Techniken, Stilmerkmale und Traditionen miteinander verbinden. Das Weiße Kloster war ursprünglich das mit dem größeren Renomme und hatte auf dem Höhepunkt seiner Ausdehnung, im Jahr 466, nicht weniger als 2.200 Mönche, 1.800 Nonnen und über 50 km² Landbesitz. Einstündige Weiterfahrt nach Abydos, einer der bedeutendsten Plätze des alten Ägypten; hier ruhte der Gott der Unterwelt, Osiris. Die heutige Bedeutung von Abydos liegt darin, dass es zu den Stätten mit den ältesten Funden Ägyptens zählt und schon seit der vordynastischen Zeit Begräbnisort für Herrscher und ihre Entourage war. Nicht durchgängig mit gleicher Intensität aber doch über die gesamte Lebenszeit des alten Ägypten fanden hier Bestattungen oder zumindest Totenrituale und die Errichtung von Kenotaphen statt, auch wenn dann schon an anderen Orten die großen Pyramiden aus dem Boden wuchsen. Einige der jüngeren Bauten sind in hervorragendem Zustand und lohnen auf jeden Fall den Besuch. Weiter nach Dendera, das vor allem für seinen Hathor-Tempel berühmt ist (Göttin der Liebe und Musik). Der ursprüngliche Bau ist zur Zeit der 6. Dynastie entstanden, heute sieht man eine Kopie, die unter den letzten Ptolemäern und den ersten römischen Kaisern hergestellt wurde. Die 200 Jahre Bauzeit haben sich aber gelohnt. Die Einzigartigkeit der Architektur sowie die Opulenz und hohe technische und ästhetische Qualität der Bildhauerarbeiten und Hieroglyphen verbinden die alte Bauidee mit neuem Repräsentationsanspruch. Alle Wände und Säulen sind mit feinen Skulpturen überzogen. Im Inneren gibt es aber keine Reminiszenzen mehr an die alten Pharaonen, sondern da findet man die neuen Herren: Die Opfer darbringenden Kaiser Augustus, Tiberius, Claudius und Nero, allerdings stilistisch immer noch altägyptisch. Übernachtungsort (für die nächsten drei Nächte) ist dann Luxor.

7. Tag: West Luxor
Luxor (ca. 1/2 Mio. EW) ist dank des internationalen Tourismus, den die in der Nähe liegenden sensationellen Fundstätten seit Generationen anziehen, eine sehr begünstigte Stadt. Sie liegt auf einem kleinen Teil des Gebietes der untergegangen altägyptischen Stadt Theben (bei Homer das hunderttorige Theben, zur Unterscheidung vom siebentorigen Theben in der Nachbarschaft Athens). Tatsächlich befindet sich in und um Luxor eine Reihe der wichtigsten archäologischen Stätten Ägyptens. Die thebanische Nekropole, der Luxor-Tempel und der Karnak-Tempel stehen auf der UNESCO Weltkulturerbeliste. Am Vormittag Besichtigung ausgewählter Gräber im Tal der Könige. Es handelt sich dabei um die Gräber der Herrscher des Neuen Reichs (ca. 1550 bis 1069 v. Chr.). Bis dato wurden im Bereich dieser Nekropole 64 Bestattungsstellen aufgefunden; wenn auch nicht alle immer zugänglich sind: zu viele, um alle auf einmal zu besichtigen. Weiters besichtigen wir eingehend den Totentempel der Hatschepsut, den Koloss des Memnos, eines der Weltwunder des Altertums, und Medînet Hâbu. Dort befindet sich ein großer Totentempel des Ramses III., der zugleich dem Amun geweiht war und eines der stilistisch vollkommensten Bauwerke Ägyptens darstellt. Weiters noch Besuch von zwei Gräbern ranghoher Höflinge; sog. Gräber der Noblen oder Beamtengräber. Diese Gräber sind nicht nur viel kleiner, sondern auch anders dekoriert als die Pharaonengräber. Sie zeigen viel mehr vom Alltag und der Berufstätigkeit der hier Bestatteten. Die Malereien zeigen auch eine breite Palette von individuellen "Handschriften" der Maler. Die Darstellungen reichen von zeremoniell-ernsthaft bis karikierend und lohnen einen ruhigen verweilenden Blick auf die Details.

8. Tag: Ost Luxor und Edfu (230 km)
Am Vormittag Besichtigung des Tempels von Karnak, der größte des ägyptischen Reiches, der am Nordrand der Stadt liegt. Die zentrale Tempelanlage besteht aus drei von Mauern umgebenen Bereichen, dem Bezirk des Amun, dem Bezirk des Month und dem Bezirk der Mut. Die ältesten heute noch sichtbaren Baureste stammen aus der 12. Dynastie unter Sesostris I. Bis in die römische Kaiserzeit wurde die Tempelanlage immer wieder erweitert und umgebaut. Das Ganze wie auch die Teile der Anlage, die schon allein durch die enormen Dimensionen der Bauteile und der umbauten Volumina einzigartig ist, machen einen unvergesslichen Eindruck. Das alles muss man sich dann auch noch farbig gestaltet und mit Hieroglyphen versehen vorstellen. Letzte Außenbesichtigung ist dann ein Besuch des Luxor-Tempels, der in der Antike durch eine zu beiden Seiten von Sphingen flankiert 2,5 km lange Alle mit dem Areal der Karnak-Tempel verbunden war. Seit 2004 wird an der Rekonstruktion dieser Allee, die heute großenteils noch vom modernen Luxor überbaut ist, gearbeitet. Der Luxor-Tempel wurde zur Zeit des Neuen Reichs errichtet und war dem Gott Amun, seiner Gemahlin Mut und ihrem gemeinsamen Sohn, dem Mondgott Chons, geweiht. In diesem Tempel wurde der Jahresbeginn groß gefeiert: mit dem Opet-Fest, bei dem die Statuen der Götter Amun, Mut und Chons in tragbaren Barken vom Karnak-Tempel hierher gebracht wurden und mit der Zeremonie der Vereinigung des Königs mit seinem göttlichen Ka, wie sie schon bei seiner Thronbesteigung erstmals vollzogen worden war. Die Feierlichkeiten dauerten anfangs 11 Tage, wurden aber in späterer Zeit auf 27 Tage verlängert. Heute befindet sich – nachdem seit Alexander dem Großen immer wieder umgebaut und umgenutzt wurde – innerhalb der Mauern eines der Tempelhöfe eine Moschee. Am Ende des Besichtigungsprogramms ein Besuch des Luxor-Museums, das neben dem Tempel liegt und zahlreiche hochkarätige Kleinfunde aus der Umgebung zeigt.

9. Tag: Luxor – Edfu – Kom Ombo – Assuan (225 km)
Erstes Ziel ist Edfu; auf dem Weg dahin überqueren wir bei der Stadt Esna den Nil. Hier gibt es keine Brücke sondern einen Nilstaudamm, über den eine Straße führt. Der Tempel von Edfu (der am besten erhaltene Tempel Ägyptens, dem Falkengott Horus geweiht) war lange Zeit bis zu den Kapitellen mit Sand überdeckt. Als er entdeckt wurde, standen an seinen Seitenrändern Häuser der Einheimischen. Fast einhundert davon wurden Mitte des 19. Jh. bei der Freilegung des Baus abgerissen. Nach der Besichtigung weiter nach Kom Ombo. Die 80-TEW-Stadt ist in Ägypten sehr bekannt, weil in ihrer Nähe der landesweit größte Kamelmarkt abgehalten wird; wir bleiben aber bei der Archäologie und besichtigen die Ruinen des altägyptischen Doppeltempels direkt am Nilufer. Verehrt wurden hier die beiden Gottheiten Sobek, der Krokodilgott (Herrscher über das Wasser und Fruchtbarkeitsgott), und der falkenköpfige Haroeris. Die Verehrung von tiergestaltigen oder -köpfigen Göttern war im antiken Ägypten vielerorts gängige Praxis. Gehege oder Teichanlagen waren Teil der entsprechenden Tempel. Tiere, die in diesen heiligen Tempeln verstarben, wurden wie Menschen einbalsamiert und als Mumien bestattet. Beispiele dafür sehen wir im Krokodilmuseum, das beim Tempelgelände liegt. Danach fahren wir die restlichen 46 km nach Assuan. Die Geschichte der Stadt reicht bis in die Zeit vor der Herrschaft der Pharaonen zurück. Assuan dürfte schon damals ein wichtiger Handelsplatz gewesen sein, weil der Nil von hier aus bis ans Mittelmeer problemlos schiffbar ist. Haupthandelsgüter waren über Jahrtausende Gold, Elfenbein, Edelhölzer, Kräuter, Pfauenfedern und last but not least Sklaven aus Schwarzafrika. Assuan selbst war ein wichtiger Lieferant für Obelisken, Statuen und monolithische Schalen, Vasen und Schreine aus dem hier vorkommenden Granit. Die Gegenstände wurden bereits in Assuan gefertigt und dann mit dem Schiff flussabwärts verschickt. Oberhalb am Flusslauf liegt der erste Katarakt des Nils, der für größere Boote nicht bewältigbar war. Die gesamte Situation hat sich jedoch durch die Dammbauten des 20. Jh. verändert. Am Nachmittag Besichtigung des berühmten Staudamms, der etwa 13 Kilometer südlich bzw. stromaufwärts der Stadt liegt und den Nil zum riesigen Nassersee aufstaut. Seine Kapazität liegt zwischen 135 und 169 Kubikkilometer Wasser. Zweifellos ist dieser Dammbau eine der größten technischen Leistungen der Moderne; gleichzeitig ein gemeinsames Prestigeprojekt Ägyptens und der Sowjetunion. Hauptziele des Baus waren Verbesserungen für Industrie und Landwirtschaft, Stromgewinnung, Verbesserungen für die Nilschiffahrt, Sicherung der Trinkwasserversorgung und Hochwasserschutz. Eine Zahl von antiken Bauten wurde vor der Überflutung durch den Stausee gerettet, eine viel größere Zahl versank. 100.000 Nubier, großteils Bauern, verloren ihr Land und wurden umgesiedelt. Die ökologischen Auswirkungen und unvorhergesehenen Folgekosten des Dammbaus waren und sind gravierend und geben der Kritik an solchen monströsen Bauwerken immer wieder neue Nahrung. Wir besichtigen auch den antiken Steinbruch mit dem unvollendeten Obelisken aus Rosengranit. Mit einer Höhe von 41,75 Metern auf einer Basis von 4,2 × 4,2 Metern sowie einem Gewicht von etwa 1168 Tonnen wäre er bei Fertigstellung der größte Obelisk des Altertums gewesen. Nachmittags Bootsfahrt zum Isis-Tempel (UNESCO-Weltkulturerbe) auf der Insel Agilkia. Bis zu seiner Umsetzung 1972 stand dieser Tempel auf der kleinen Insel Philae am Ende des ersten Katarakts (die jedoch durch den Nassersee überflutet wurde) und war einer der wichtigsten Pilgerorte für die Ägypter der Antike. Das nächste Inselchen im Nil (650 m lang, maximal 115 m breit), das wir besichtigen, hat zwar keine antiken Gemäuer, dafür wachsen dort unzählige exotische Pflanzen aus Asien und Afrika und nisten viele Vogelarten. Die Rede ist von Kitchener’s Island; der Name stammt noch aus der britischen Kolonialzeit Ägyptens; damals gehörte es einem britischen General und Politiker. Die Pflanzungen des ehemaligen Besitzers entwickelten sich mit der Zeit zum botanischen Garten Assuans und sind ein beliebter Erholungsort der Einheimischen ebenso wie ein Anziehungspunkt für Touristen. Und weil man sich nicht mehr so gerne an die Kolonialzeit erinnert, heißt die Insel heute Geziret an-Nabatat („Insel der Pflanzen“). Abendessen und Übernachtung in Assuan.

10. Tag: Assuan – Abu Simbel – Assuan – Kairo (Busfahrt: 590 km)
Früh am Morgen Busfahrt zu den weltberühmten Felsentempeln von Abu Simbel (UNESCO Weltkulturerbe). Der Ort fast an der Grenze zum Sudan hat nur rund 2.500 EW. jedoch eine weltberühmte Sehenswürdigkeit: Die Tempel des gottgleichen Pharao Ramses II (1303-1213 v. Chr.) und der Hathor-Tempel seiner Gemahlin Nefertari, die im 13. Jahrhundert v. Chr. in der Herrschaftszeit der 19. Dynastie des altägyptischen Neuen Reiches errichtet wurden. Ursprünglich standen die beiden Tempel – der des Pharao hat ziemlich kolossale Dimensionen und war direkt aus dem anstehenden Felsen herausgeschlagen – in der Nähe des Zweiten Kataraktes am Nil und waren wohl als Machtsymbol konzipiert. Während des Baus des Assuan-Hochdammes wurden die Tempel in 5-jähriger Arbeit abgebaut bzw. von der Felswand losgesägt, 20 km entfernt und 64 m höher wieder errichtet und großzügig mit einer touristischen Infrastruktur (bis hin zum Flugplatz) versehen. Rückfahrt mit dem Bus nach Assuan zum Flughafen. Flug nach Kairo, Hoteltransfer und Hotel-Check-in. Abendessen in Ihrem Hotel.

11. Tag: Nach dem Frühstück Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Wien.

Termin:

Mi 27.12.2017  -  Sa 06.01.2018    freie Plätze 
Do 08.02.2018  -  So 18.02.2018    freie Plätze 
Sa 24.03.2018  -  Di 03.04.2018  (Ostern)  freie Plätze 
Fr 26.10.2018  -  Mo 05.11.2018    freie Plätze 
Buchungsinformation

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Reiseleitung:  Hermann Bühler u.a.

Pauschalpreis: € 1.895,–

Inbegriffen:
die Linienflüge Wien-Kairo /Assuan-Kairo-Wien (Egyptair)
die Flughafen- und Sicherheitsgebühren
die Busrundreise einschließlich Ausflug nach Abu Simbel
die Nächtigungen in Zweibettzimmern in sehr guten Hotels (Du/WC oder Bad/WC)
die Halbpension für die Tage 1-10 (Abendessen / Frühstück) und Frühstück für den Abreisetag
die Besichtigungen mit den Führungen und Erklärungen
die Eintrittsgebühren
wo erforderlich die Betreuung durch lokale BegleiterInnen
die qualifizierte Studienreiseleitung durch einen Akademiker oder anderen Fachmann

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: € 40,–

Visum: € 30,– (wird bei der Einreise erteilt)
Achtung: Der Reisepass muss noch 6 Monate nach der Ausreise gültig sein!

Teilnehmerzahl: mindestens 10, höchstens 25 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.