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Südamerika hat viele Staaten, jeder mit seinen eigenen Qualitäten. Einer aber überragt sie alle, und das in jeder Hinsicht: Größe, Bevölkerungszahl, Wirtschaftskraft, Bodenschätze, Weltmeister in der Zuckerproduktion sowie bei Musik und Lebensfreude (Samba! Rio! Karneval!); der wasserreichste Fluss der Erde, das artenreichste Land, was Flora und Fauna betrifft – die Liste ließe sich noch erheblich verlängern. Allerdings auch, was problematische Rekorde betrifft: Die Naturzerstörung und der Landverbrauch sind ebenfalls gigantisch, die Einkommensverteilung innerhalb der Bevölkerung ist extrem ungleichmäßig, die Korruption blüht, die Slums rings um die Metropolen Rio und St. Paulo und die Gewaltkriminalität im Lande sind rekordverdächtig. Der Riese heißt Brasilien und ist mehr als einen Besuch wert. Wir sind 12 Tage in diesem überdimensionalen Land unterwegs und überwinden die Entfernungen zwischen den Stationen der Reise mit dem Flugzeug. Das ermöglicht es immerhin, flüchtige Eindrücke und grelle Momentaufnahmen zu sammeln, vor allem jedoch, um und sich verzaubern zu lassen. Also: Achtung! Brasilien kann süchtig machen! Und das gilt nicht nur für Fußballfans und Freaks der Architektur der Moderne.

1. Tag: Flug von Wien über Frankfurt und São Paulo nach Foz do Iguaçu (Brasilien). Ankunft am nächsten Morgen (Zeitverschiebung 5 Stunden).

2. Tag: Am Vormittag nach dem Zimmerbezug Fahrt mit dem Bus über die Grenze und Besichtigung der weltberühmten Wasserfälle von der argentinischen Seite. Spaziergang auf einem ca. 1 km langen Holzsteg zum besten Aussichtspunkt von dieser Seite. Die Fälle liegen an der Mündung des Río Iguazú in den Paraná auf der Grenze zwischen Argentinien und Brasilien. Die beiden Nationalparks rund um die Fälle zählen zum UNESCO Weltnaturerbe. Von der argentinischen Seite kommt man näher an die Wasserkaskaden heran, von der brasilianischen hat man den schöneren Einblick in den sog. Teufelsrachen. Rückkehr ins Hotel auf der brasilianischen Seite.

3. Tag: Am Vormittag Ausflug zur Aussicht von der brasilianischen Seite. Spaziergang längs des Steilabfalls der Cataract Region zum Hauptfall, der „Garganta del Diablo“. Am Nachmittag Weiterflug nach Belo Horizonte. Die Stadt (ca. 2,5 Mio. EW) ist heute ein pulsierendes, wirtschaftlich florierendes Zentrum der Kultur und Wirtschaft; Schwerpunkte Textil- und Metallindustrie (Autoproduktion). Keimzelle der Stadt war ein ländlicher Gutshof, der 1801 gegründet wurde und zum Entstehen einer ersten Siedlung führte. Solche Gründungen markierten die Wege der sog. Bandeirantes: Expeditionstrupps, die ab dem 17. Jahrhundert auf der Suche nach Gold, Diamanten und Sklaven das brasilianische Landesinnere erkundeten und erschlossen. Dadurch ist auch die tragische Geschichte der Indigenes, die seit dem Beginn der Kolonisation von den weißen Landnehmern teils in Dienst genommen bzw. versklavt und teils ausgerottet worden waren, in der Entstehungsgeschichte der Stadt enthalten. Mitte des 20. Jh. wurde die Stadt – ähnlich wie Brasilia – auf dem Reißbrett neu entworfen und umgehend realisiert; Vorbild für den Plan war der Grundriss von Washington, D.C. Die Straßen des Stadtkerns verlaufen schachbrettartig diagonal zum Gradnetz und tragen Namen, die an bedeutende Ereignisse, Orte und Personen Brasiliens erinnern. Im letzten Viertel des 20. Jh. begann ein enormer Zustrom von Neusiedlern, der sprunghaft zu einem wilden Wachstum des (illegal) verbauten Gebietes führte. Bis heute sind die damit verbundenen Strukturprobleme (vor allem Be- und Entwässerung und öffentliche Sicherheit) nicht gelöst.

4. Tag: Tagesausflug nach Ouro Preto, barockes Kleinod Brasiliens ("Schwarzes Gold", ca. 70 TEW, auf etwa 1.200 m Seehöhe). Die heutige Stadt ist Überbleibsel und Erinnerungsstätte eines steilen von einer historischen "Goldblase" getriebenen Aufstiegs, mehrer misslungener Versuche, sich von Portugal und seiner drückenden Steuerhoheit zu befreien und des allmählichen Rückfalls in Bedeutungslosigkeit, nachdem die Gold- und Diamantenvorkommen weitgehend erschöpft waren. Von 1700 bis 1820 wurden hier ca. 1200 Tonnen Gold gefördert. Das waren 80 % der damaligen Weltproduktion. Am Ende des 18. Jh. hatte Ouro Preto ca. 100 TEW und war die größte und reichste Stadt beider Amerikas. Von der UNESCO zum Welterbe erklärt, findet sich hier ein wesentlicher Teil des Erbguts der brasilianischen Geschichte. Im Stadtzentrum besuchen wir einige der Kirchen aus der Blütezeit der Stadt, erlesene Beispiele des brasilianischen Barocks, verschwenderisch geschmückt mit vergoldeten Holzschnitzarbeiten.

5. Tag: Am Vormittag Flug nach Manaus in das Amazonasgebiet (2 Mio. EW., Lage knapp südlich am Äquator inmitten des Dschungels im oberen Amazonasbecken). Was Gold und Diamanten für Ouro Preto waren, war der Kautschuk für Manaus. Zwischen 1870 und 1910 erlebte die Stadt dadurch einen Boom, da die Region um Manaus einer der wenigen Lieferanten des in Europa und Nordamerika sehr begehrten Rohstoffes war. 1839 hatte Charles Goodyear die Technik der Vulkanisierung entdeckt. Kautsschuk war Ausgangsprodukt des Gummis für Regenmäntel und Schuhe, später auch für Fahrradreifen, Elektroisolation und schließlich für Autoreifen. Der Reichtum und die Extravaganz der "Kautschukbarone" schlug sich in Protzbauten nieder, die noch heute Aufsehen erregen bzw. Kopfschütteln provozieren. – Stadtrundfahrt mit Besichtigung der weltberühmten Oper "Teatro Amazonas" und des Marktes. Eigentlich hätte das Ende des Kautschukbooms auch das Ende der Stadt bedeutet. Rettung in höchster Not war 1957 die Erklärung einer Freihandelszone, in der Unternehmen als Ausgleich für die ungünstige Verkehrslage Steuer- und Zollvergünstigungen gewährt werden. Seither haben sich zahlreiche internationale Marken, die von hier aus die Märkte in Südamerika bearbeiten, angesiedelt. In der Stadt ist dadurch eine halbe Million Arbeitsplätze entstanden und mit dem Naturtourismus in die Umgebung gibt es ein weiteres wirtschaftliches Standbein. Am Nachmittag Ausflug mit dem Boot zu einem spektakulären Naturschauspiel, zum Zusammenfluss des Rio Negro mit dem Amazonas, das „Meeting of the Waters“.

6. Tag: Fahrt mit Boot auf den Seitenarmen des Amazonas in den Dschungel. Am Nachmittag Spaziergang durch den Regenwald mit einem fachkundigen Führer und Kennenlernen der Urwaldpflanzen, die in der Medizin oft als Heilmittel zum Einsatz kommen. Übernachtung in einer Lodge im Regenwald.

7. Tag: Rückfahrt nach Manaus und Möglichkeit auf dem Markt noch einige "Heilkräuter" zu erstehen. Am Abend – je nach Spielplan – Möglichkeit zum Opernbesuch (fakultativ).

8. Tag: Am Morgen Flug nach Brasilia, die vom Reissbrett gebaute Hauptstadt des Landes. Obwohl der Beschluss, im Inneren des Landes eine neue Hauptstadt zu bauen, bereits 1891 in der Verfassung Brasiliens verankert wurde, dauerte es bis 1956, bis die Arbeiten in großem Stil und wahnwitzigem Tempo aufgenommen wurden. Vier Jahre danach waren die wesentlichen Bauten bereits fertig, aber die Beamten und Diplomaten obstruierten den Umzug der Ämter und Behörden. Erst 1972 beugten sie sich dem Zwang der Regierung. Seit 1987 ist die Stadt UNESCO Weltkulturerbe. Trotz der guten Infrastruktur und Lebensqualität wächst die Bevölkerungszahl vergleichsweise langsam (dzt. rund 200 TEW im Stadtgebiet, 2 Mio. in der Region) und am Wochenende verlassen die Politiker, Abgeordneten und Angestellten Brasilia scharenweise, um in ihre Heimatstädte zu reisen. Aber auch wenn einige der Einheimischen offensichtlich ihre Probleme mit dem Standort ihres Arbeitsplatzes haben – für uns Kurzbesucher bietet dieses lebende Museum der Architektur der 1950er-Jahre unvergessliche Blicke und Perspektiven auf inzwischen weltbekannte Gebäude. Stadtrundfahrt mit Centro Rodovario im Stadtmittelpunkt, ein großartig angelegtes Verkehrsbauwerk. Fahrt längs der Monumentalachse zur Kathedrale, den Ministerialbauten, „Platz der drei Gewalten“ mit dem Kubitschek Museum, Justizpalast und Amtsgebäude des Präsidenten. Besichtigungsstop bei der großzügig angelegten Universität. Am Abend Flug nach Salvador, die wohl typischste aller brasilianischen Städte.

9. Tag: Stadtrundfahrt in Salvador (2,6 Mio EW; historische Namen der Küstenstadt: São Salvador da Bahia de Todos os Santos "Heiliger Erlöser von der Allerheiligen-Bucht", dann nur Bahia). In dieser alten ersten Hauptstadt des Landes (1549-1763) sind die Paläste, Kirchen und Festungsanlagen im südamerikanischen Barockstil vollkommen erhalten. Spaziergang durch das wundervoll renovierte Altstadtviertel Pelourinho ("Pranger"; UNESCO Weltkulturerbe) mit den vielen Straßencafés und seinem pulsierenden Leben. Abgesehen von seiner Anziehungskraft für den Tourismus ist Salvador Handels- und Wirtschaftszentrum mit einer Erdöl- und Zuckerraffinerie sowie Baumwoll-, Tabak- und Kakaoverarbeitung; weiters Sitz eines Erzbischofs, von vier Universitäten und alljährlich Schauplatz eines sechstägigen Karnevals, der – gemäß Guinness Buch der Rekorde – der größte Straßenkarneval der Welt ist. Auffällig in der Stadt ist die sehr starke Stellung der Afrobrasilianer; spürbar im Straßenbild und mit deutlichen lokalen Eigenheiten in der Küche, der Musik und der Religion (Stichwort: Candomblé).

10. Tag: Am Vormittag Flug nach Rio de Janeiro ( „Fluss des Januars“ – 6,4 Mio. EW; im Ballungsgebiet 11,9 Mio.). Wer an Brasilien denkt, dem fällt bestimmt auch Rio ein, selbst wenn es die Funktion als Hauptstadt (1815 – 1960) verloren hat und auch als bedeutendes Handels- und Finanzzentrum des Landes die Nase nicht vorne hat: da führt São Paulo. Nach Ankunft Stadtrundfahrt längs der weltberühmten Strände und Buchten, die der Stadt mit Recht den Ruf der schönsten Stadt der Welt einbrachten. Besuch des Maracaná Stadions, eines der größten der Welt; weiters Botanischer Garten, Flamengobucht mit Kriegerdenkmal und Gloriahügel, Innenstadt mit Candelariakirche, Ave Rio Branco, Ave Presidente Vargas, Blumenmarkt, Praca Tiradentes, Alte Kathedrale, Regierungsgebäude und Opernhaus.

11. Tag: Auffahrt mit der Zahnradbahn auf den 704 m hohen Corcovado, der, von einer riesigen Christusstatue gekrönt, ein überwältigendes Panorama über die Stadt, Bucht und Inseln bietet. Besuch des Tropenwaldes von Tijuca, der sich steil auf die Abhänge des Küstenvorgebirges erstreckt. Danach mit der Seilbahn auf den Zuckerhut, ein Monolith am Meer, der wieder einen anderen phantastischen Blick auf die Stadtlandschaft und das Meer gewährt. Ende der Besichtigungsfahrt am Flughafen; am Abend Rückflug nach Europa.

12. Tag: Ankunft in Wien.

Termin:

Mi 29.11.2017  -  So 10.12.2017    freie Plätze 
Di 26.12.2017  -  Sa 06.01.2018    freie Plätze 
Fr 23.03.2018  -  Di 03.04.2018  (Ostern)  freie Plätze 
Do 10.05.2018  -  Mo 21.05.2018  (Chr. Himmelf. bis Pfingsten)  freie Plätze 
So 08.07.2018  -  Do 19.07.2018    freie Plätze 
Mi 24.10.2018  -  So 11.11.2018    freie Plätze 
Buchungsinformation

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Reiseleitung: Christian Buchacher  u. a.

Pauschalpreis: € 4.990,–
Als Privatreise: € 5.390,–
(ab 2 Personen, mit örtlicher deutschsprechender Reiseleitung, auch zum Wunschtermin)

Inbegriffen:
• Die Linienflüge laut Programm (TAM)
• Die Flughafen- und Sicherheitsgebühren
• Die Rundfahrten, Ausflugsfahrten und Besichtigungen
• Die Nächtigungen in Doppelzimmern in Hotels der gehobenen Kategorie
• Die Frühstücke
• Das Abendessen an Tag 9 (in der Regenwald-Lodge)
• Die lokalen Begleiter, soweit erforderlich
• Die qualifizierte Studienreiseleitung durch einen Akademiker oder anderen Fachmann

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: € 65,–

Saisonzuschlag (Silvestertermin): € 230,–

Teilnehmerzahl: mindestens 8, höchstens 15 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.