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Estland, das nördlichste Land des Baltikums, hat über den Finnischen Meerbusen hinweg wirtschaftlich und kulturell – die Sprachen und die Sagen und Mythen sind einander sehr ähnlich – enge Beziehungen zu Finnland. Das hat insbesondere während der letzten Dekade der russischen Besatzungszeit (1945-1991) dem Land eine Sonderrolle unter den drei baltischen Staaten ermöglicht. Historisch gibt es durch die Deutsch-Balten viele schon seit dem Mittelalter gewachsene kulturelle Verbindungen nach Deutschland, die auch in der Gegenwart noch wirkungsmächtig sind. Russland war und blieb stets ein schwieriger Nachbar bzw. Herr der Esten. Von 1710 bis zum Ende der Sowjetunion herrschten die Esten ganze 35 Jahre lang im eigenen Land. Die restlichen 256 Jahre waren Russen (bzw. 3 Jahre lang Hitlerdeutschland) die Oberherren und bemühten sich redlich aber dennoch vergeblich, Estlands Kultur, Sprache und nationale Identität zurückzudrängen. Auch in der Gegenwart sind die Russen (dzt. ca. 25% Bevölkerungsanteil) als Problem präsent. Trotz zahlreicher staatlicher Programme und stetigen europäischen politischen Druckes ist es noch nicht gelungen, die in der Zeit der Sowjetunion zugewanderten oder gezielt angesiedelten Russen zufriedenstellend zu integrieren. Topographisch gesehen ist Estland ein sehr seen- und waldreiches flaches Hügelland mit vielen Mooren und einer sehr stark gegliederten und stellenweise eingebuchteten langen Küste zur Ostsee. Rund 8% der Landfläche entfallen auf die 1520 estnischen Inseln; nur 19 davon sind ständig bewohnt. Eine große Besonderheit aller baltischen Länder ist die Liebe zur eigenen Folklore, die sich im Tragen der traditionellen Trachten und der Pflege der (Chor)musik und Gemeinschaftstänze niederschlägt. Alle 5 Jahre macht das große Sängerfest in Tallin Station. Dafür gibt es ein eignenes riesiges Festgelände; das im Jahre 1960 errichtete Tallinner Sängerfeld war das erste moderne Bauwerk der Nachkriegszeit. Zuletzt (2014) kamen 33.000 Chorsänger und –sängerinnen zusammen, um vor einem 70.000-köpfigen Publikum aufzutreten. Dieses Fest ist von der UNESCO als ein Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit anerkannt worden.

1. Tag: Tallin
Ankunft, Transfer zum 4*Hotel Viru, Check in mit kurzem Welcomedrink. Anschließend Spaziergang in der Altstadt. Tallinn (bis 1918 Reval) gehörte einst zur Hanse und hat sowohl die Zeit der Diktaturen und der Weltkriege und sogar den stürmischen Übergang in die neoliberalistische Gegenwart weitgehend unversehrt überstanden. 2011 war es Europäische Kulturhauptstadt.
Tallins historischer Kern gilt als die schönste Altstadt des gesamten Baltikums und wird von einer Stadtmauer mit Wachtürmen begrenzt. Schon 1997 wurde dieser Teil der Stadt (estn. Vanalinn) zur Liste des UNESCO-Weltkulturerbe hinzugefügt als „außergewöhnlich vollständiges und gut erhaltenes Beispiel einer mittelalterlichen nordeuropäischen Handelsstadt“. Im Inneren ihrer Mauern beherbergt sie einen bezaubernden mittelalterlichen Stadtkern mit einem Labyrinth schmaler Gassen, alten Wohnhäusern und verschiedenen Kirchen aus dem 13. Jahrhundert. Das Rathaus stammt aus dem 11. Jahrhundert. Zur Altstadt gehört auch der Domberg, auf dem sich das Schloss und weitere Sakralbauten befinden. Nach dem Stadtspaziergang besuchen Sie die Atelier-Galerie von Riho Toomra, ein Mann mit Rock-Geschichte, der ein neues Kapitel in seinem Leben aufgeschlagen hat und heute Handklöppel-Spitzen herstellt. Den Abschluss des ersten Tages bildet ein Abendesssen im Olde Hansa Restaurant, wo Ihnen mittelalterliche Spezialitäten serviert werden.

2. Tag: Tallin und UmgebungFashion Afternoon in Tallin
Nach dem Frühstück Fahrt nach Türisalu und Besuch des 30 Meter hohen imposanten Felsens, der Teil des Baltischen Meeres ist und einen herrlichen Ausblick gewährt. Leider hat der Ort auch einen negativen Ruf, nämlich  als „populärer“ Ort für Selbstmörder. Der Nachmittag steht im Zeichen der Mode; mit Ženja Fokin lernen Sie einen jungen Modeschöpfer kennen, der bereits zu einer estnischen Legende geworden ist. Mit ihm besuchen Sie einige Modehäuser und die angesagtesten einheimischen Designer (Ülle Pohjanheimo, Tiina Talumees). Ženja wird Sie überraschen, indem er Ihnen zeigt, wie man die unglaublichsten Kleidungsstücke kombinieren kann.

3. Tag: Tallinn – Sillamäe – Narva – Tartu
Busfahrt nach Sillamäe (ca. 15 TEW). Auf dem Weg dorthin besuchen wir auch kurz die bekannte Burg in Rakvere (1250 als Ordensburg Wesenberg erstmals urkundlich erwähnt, im 17. Jh. nach Kriegszerstörungen aufgegeben und heute als Ruine restauriert; Sommertheater im Burghof). Sillamäe war während der Zeit der Sowjetunion eine geschlossene Stadt, die man nur mit einer speziellen Lizenz betreten durfte. Unter großer Geheimhaltung wurden hier wichtige Betriebe der sowjetischen Rüstungsindustrie angesiedelt; 1948 eine Urananreicherungsanlage für sowjetische Atomkraftwerke und Nuklearwaffen (1989 geschlossen). 1970 nahm eine Fabrik zur Verarbeitung seltener Metalle und Erden ihre Arbeit auf. Noch 25 km weiter im Osten erreichen wir danach Narva, die drittgrößte Stadt Estlands, eine Industriestadt und das Zentrum der russischsprachigen Minderheit Estlands. In der Stadt sind allerdings 95% der ca. 58TEW russischsprachig. Die Stadt am gleichnamigen Fluss war schon im Mittelalter ein bedeutender Handelsplatz und über lange Strecken ihrer Geschichte Grenzstadt zu Russland (so wie auch derzeit). Daran erinnern in Narva die Mitte des 13.Jh. vom Deutschen Orden erbaute Hermannsfeste; nach schweren Kriegszerstörungen restauriert. Jenseits der Narva dräut in Sichtweite die russische Festung Iwangorod, 250 Jahre später unter Zar Iwan III. errichtet. Nach einem kurzen Stop in Narva fahren sie auf landschaftlich sehr schöner Strecke die für ein Stück auch entlang des Paipus-Sees verläuft, etwa zweieinhalb Stunden nach Tartu / Dorpat. Wenn sie ankommen, ist in einem Feinkost-Studio schon alles für Sie angerichtet: Nur selbst kochen müssen Sie ihr Dinner noch. Aber keine Sorge: Die lokalen Köche helfen Ihnen mit Rat und Tat; Übernachtung im Hotel Barclay.

4. Tag: Tartu – Tallin – Rocca al Mare – Tallin  
Auf der Rückfahrt nach Tallin machen wir kurz Halt in Pöltsamaa, Weinhauptstadt Estlands. Dort besuchen wir einen Weinkeller, um die fruchtigen Weine der Region zu testen. Nach der Ankunft in Tallin geht es weiter in den Westen des Stadtgebiets, zum Freilichtmuseum Rocca al Mare. Das weitläufige Gelände liegt am Ufer des Meeres. Sie können einen umfassenden Eindruck des Landlebens der Esten im 18. und 19. Jh. gewinnen. Dort werden Sie auch zum Mittagessen bleiben, Sie bekommen traditionelle estnische Küche serviert. Am Nachmittag Rückfahrt zum Hotel (4*Hotel Viru) im Zentrum. Der Rest des Nachmittags steht zur freien Verfügung.

5. Tag: Tallin
Nach einem zeitigen Frühstück bringt Sie der Bus zum Flughafen. Rückflug nach Wien.

Termin:

Termine sind in Vorbereitung!

Termin und Programm für 2018 in Vorbereitung

Reiseleitung: Lokale deutschsprachige Reiseleitung während der gesamten Tour

Pauschalpreis: € 1.050,–

Inbegriffen:
die Linienflüge Wien – Tallinn – Wien (Baltic Air)
die Flughafen- und Sicherheitsgebühren
die Transfers und Fahrten lt. Programm in komfortablen Reisebussen
die Nächtigungen in Zweibettzimmern in den angeführten Hotels
die Buffetrühstücke
das Abendessen im Olde Hanse Restaurant in Tallin (1. Tag)
das Abendessen im Food Studio in Tartu (2. Tag)
das Mittagessen mit traditioneller estnischer Küche in Rocca al Mare (4. Tag)
die Weinverkostung in Pöltsamaa
die Besichtigungen mit den Führungen und Erklärungen
alle Eintrittsgebühren

Nicht inbegriffen:
Alle nicht angeführten Mittag- und Abendessen
die Getränke zu den Mahlzeiten
individuelle Versicherungen
die Trinkgelder

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: € 32,–

Teilnehmerzahl: mindestens 12, höchstens 25 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.