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  Abenteuer Archäologie  –  Studienreise  

Wir bieten in Zusammenarbeit mit der ARGE Archäologie eine größere Zahl von Studienreisen an. Dabei fokussieren wir uns geografisch und geschichtlich entsprechend dem jeweils gewählten Thema und befassen uns in die Tiefe gehend mit dem aktuellen Forschungsstand aus Sicht der Geschichtswissenschaften und der Archäologie. Letztere hat sich auf Grund einer rasanten Entwicklung der naturwissenschaftlichen Möglichkeiten in den letzten Dezennien enorm entwickelt. Aus der Grabräuberei unter professoraler Anleitung von einst, mit dem Homer oder der Bibel in der einen Hand und dem Spaten in der anderen, hat sich die Archäologie zu einem Fach entwickelt, das inzwischen Erkenntnisse und Methoden der Botanik, Humanmedizin, Thermofotografie, Genetik, Forensik u.s.w. integriert, um Antwort auf die Frage: “Was war da?” zu geben. – Die naheliegende Fragen die sich für uns Heutige stellen, sind immer wieder: “Woran aus unserer Gegenwart erinnern uns die Fragmente und Erbstücke aus der Vergangenheit?” und “Was können wir daraus lernen?”

Alle diese Reisen werden von ausgewiesenen Experten für das entsprechende Thema begleitet. Das Programm ist so gestaltet, dass genug Zeit vorhanden ist, um die einzelnen archäologischen Stätten nicht nur oberflächlich zu besichtigen, sondern in ihrer historischen und kulturellen Bedeutung voll erfassen zu können. Die im Laufe der Woche eingestreuten Vorträge und abendlichen Diskussionsrunden bieten umfassendes Wissen und aktuelle Forschungsergebnisse.

Die ARGE Archäologie ist verantwortlich für die Planung und Durchführung der wissenschaftlichen Besichtigungsprogramme und Begleitveranstaltungen. Die Rolle des “Akademischen Reisedienstes/Orion Reisen” in der Zusammenarbeit ist die Abwicklung der Reiselogistik (Wir beraten Sie und helfen Ihnen gerne auch bei Ihren individuellen An- und Rückreisen).

1. Tag: Anreise nach Lyon.
Sobald alle Teilnehmer am Flughafen Lyon eingetroffen sind, jedoch spätestens um 11:00 Uhr Abfahrt ins Périgord. Einquartierung in unserem Hotel in der pittoresken Kleinstadt Sarlat-la-Canéda. Kleine Erkundungstour durch den mittelalterlichen Stadtkern. Gegen 19:00 Uhr Möglichkeit zum gemeinsamen Abendessen und zur Besprechung des Ablaufs der nächsten Woche. Einführungsvortrag der Reiseleiterin zum Thema Hominidenevolution.

2. Tag: Erster Einblick in die weltberühmte Steinzeitkunst: Polychrome Wandmalerei und Abstrahismus des Magdalénien.
Ca. 8:30 h Abfahrt zu einem Highlight unserer Reise – Lascaux II, wo wir uns eine naturgetreue Nachbildung von Teilen der Höhle mit den berühmtesten Höhlenmalereien der Grotte de Lascaux ansehen. Die originale Höhle darf leider nicht mehr besucht werden. Anschließend steht das Museum in Le Thot auf dem Programm, mit weiteren Repliken und Rekonstruktionen aus Lascaux, die uns das Leben in der Altsteinzeit mith Hlfe modernster Technologie näherbringen. Zwischendurch Mittagspicknick. Am Nachmittag besuchen wir die Grotte de Bernifal – welche nicht nur durch ihre wunderschönen Stalagtitenformationen besticht, sondern auch mit Felsbildern und Gravuren des Magdalénien regelrecht übersät ist. Neben zahlreichen abstrakten Zeichen – darunter z.B. besonders enigmatische, sogenannte „Tektiformen“ – kann man einen Esel entdecken. Nächstes Ziel ist die vielversprechend klingenden Grotte du Sorcièr (Höhle des Zauberers), benannt nach der Darstellung eines anthropomorphen Mischwesens mit erigiertem Phallus. Ausgrabungen in einer Wohnhöhle brachten den bislang einzigarten Fund einer aus Kalkstein geformten Schildkröte zutage. Gegen 19:00 Uhr zurück zu unserem Hotel Am abend gibt es bei Interesse noch einen Vortrag der Reiseleiterin über Steinzeitkunst und Lebenswelt altsteinzeitlicher Menschen.

3. Tag: Neandertalerfundplätze und Bilderhöhlen
Besuch der Grotte de Rouffignac, eine 8 km lange Höhle, welche im Magdalénien mit Höhlenbildern verziert worden ist. Manche der Bildergalerien sind bis zu 10 m hoch, andere über 12 m breit. Das Mammut war ein besonders beliebtes Motiv. Auch Höhlenbären scheinen die Grotte de Rouffignac immer wieder aufgesucht haben – im lehmigen Terrain sind zahlreiche Spuren von Klauen dieser furchterregenden Eiszeitsäuger zu sehen. Danach in die Grotte de Bara Bahau (okzidental: „Krach-Bums“ – Höhle), welche im Jungpaläolithikum von modernen Menschen mit einer großen Zahl von Ritzzeichnungen – darunter auch ein Phallus – versehen wurde. Nach einem kleinen Mittagessen begeben wir uns zu unserem nächsten Ziel – der Abri du Poisson. Hier sehen wir die bisher einzige paläolithische Darstellung eines Fisches als liebevoll ausgearbeitetes Relief. Zahlreiche Deckenfragmente und sogar Reste von Bemalung zeugen von der immensen Bedeutung dieser gravettienzeitlichen Fundstelle. Die letzte Station dieses Tages führt uns noch zu einem besonderen Fundstellenkomplex – Castel Merle. Im malerischen Tal der Vézère gelegen, können wir zahlreiche verschiedene Abris besichtigen, welche sowohl von Neandertalern als auch unseren direkten Vorfahren als Wohnhöhlen verwendet worden sind. Auch hier wurden zwischen 85.000 und 35.000 Jahren vor unserer Zeit eifrig Kunstwerke geschaffen, die uns helfen, die Lebenswelt längst ausgestorbener Menschen besser zu verstehen. Zurück nach Sarlat-la-Canéda.

4. Tag: Das Tal der Dordogne – Höhlenkunst und Tropfsteinhöhlen
Unser erster Stopp führt uns zu den Grottes préhistoriques de Cougnac, in welchen sich die künstlerischen Erzeugnisse unserer Vorfahren mit eindrucksvollen Tropfsteinen vergesellschaften. Darstellungen von Riesenhirsch, Steinbock und Mammut wurden in diesem mystisch anmutenden Höhlensystem im Licht der Fackeln Leben eingehaucht. Unser Mittagessen können wir entweder in einem lokalen Gastbetrieb oder in Form eines Picknicks einnehmen. Am Nachmitttag La Chapelle-aux-Saints, wo wir eine Führung durch das Museum und zur Fundstelle des „Alten Mannes von Chapelle“, genießen. Der hier aufgefundene, etwa mit 40 Jahren verstorbene Neandertalermann wies zahlreiche Anzeichen von Gebrechlichkeit auf und war vor seinem Tod wahrscheinlich schon längere Zeit auf die Zuwendung seiner Mitmenschen angewiesen. Sofern noch Zeit bleibt, Fahrt nach Domme, wo wir von der Aussichtsterrasse La Barre aus das Tal der Dordogne auf uns wirken lassen können. Zurück zum Quartier.

5. Tag: Beeindruckende Region rund um Les Eyzies-de-Tayac-Sireuil
Besuch des Musée National de Préhistoire, wo zahlreiche Funde von bereits in den letzten Tagen besuchten Fundstellen ausgestellt sind. Am Nachmittag Les Combarelles, eine Höhle, mit über 800 verschiedenen Ritzzeichnungen; Tiere unterschiedlichster Arten. Im Anschluss nach Font de Gaume, wo sich die letzte, noch öffentlich zugängliche, Höhle mit polychromen Wandmalereien befindet. Zum Abschluss zum Abri Cap Blanc V, wo wir absolut überwältigende, mit viel Liebe zum Detail aus dem Fels herausgearbeitete Skulpturen besichtigen können. Sogar die hierfür verwendeten Werkzeuge konnten am Fundort, der ins Magdalénien datiert, sichergestellt werden, was uns Einiges über die Techniken der prähistorischen Künstler verrät. Letzte Überrnachtung in Sarlat-la-Canéda.

6. Tag: Frankokantabrische Höhlenkunst – Pech Merle
Einer der berühmtesten Bilderhöhlen der Frankokantabrischen Höhlenkunst. In zahlreichen Sälen und Galerien der in den 1920er Jahren von Schülern entdeckten Höhle bewundern wir liebevolle Darstellungen von Wildpferden mit gepunktetem Fell, die über Jahrtausende im lehmigen Boden erhalten gebliebenen Fußspuren eines Kindes sowie mit aufwendiger Technik erzeugte Handnegative der hier in der Eiszeit schaffenden Künstler. Die Höhle, die nach der Eiszeit durch Regen und Erdrutsche luftdicht abgeschlossen worden war, wurde vermutlich während besonders kalter Phasen der Eiszeit von unseren Vorfahren als Zufluchtsort genutzt. Um die wertvollen Darstellungen zu schützen, erlangen pro Tag max. 700 Besucher Einlass in diesen mystischen Ort und wir freuen uns, dazugehören zu dürfen. Das zugehörige Museum zeigt Fundstücke aus der Höhle. Am Nachmittag etwas längere Fahrt aus den Midi-Pyrénées in die Landschaft der Ardèche. Je nach Lust, Zeit und Wetter Stops bei neolithischen Stätten (Menhire, Dolmen). Ziel des Tages ist Vallon-Pont-d’Arc (Übernachtung).

7. Tag: Die Landschaft der Ardéche und die älteste Höhlenkunst Europas
Kurze Fahrt zur Caverne du Pont d’Arc. Besichtigung der Nachbildung der erst 1994 entdeckten, ältesten bisher bekannten Bilderhöhle Europas – der Höhle von Chauvet. Vor 36.000 Jahren wurden hier Meisterwerke in Form von rund 400 liebevollen Darstellungen eiszeitlicher Tiere erschaffen. Im Spiel von Licht und Schatten erstrahlen sie in Form der Repliken wieder in kräftigen Farben. Im Anschluss erforschen wir in der Galerie des Aurignacien die eiszeitliche Landschaft der Ardéche und das Leben ihrer zahlreichen Bewohner. Nach einer Mittagspause an der Ardéche fahren wir weiter zur Aven d’ Orgnac, eine rund 4 km lange Tropfsteinhöhle, die vor etwa 350.000 Jahren vom Vorfahren der Neandertaler – der Homo Heidelbergensis – besiedelt wurde (Steinartefakte und Tierknochenreste). Im angrenzenden Musée de Préhistoire können wir uns diese und andere spannende Funde aus der Region anschließend näher ansehen. Rückfahrt nach Lyon, wo wir die Reise mit einem letzten, gemütlichen Abendessen ausklingen und die Erlebnisse der vergangenen Woche Revue passieren lassen.

8. Tag: Heimreise
Nach einem letzten gemeinsamen Frühstück Fahrt zum architektonisch sehr interessanten Flughafen von Lyon (Architekt: Santiago Calatrava).

Lyon, eine der Feinschmecker-Hochburgen Frankreichs, bietet auch eine Reihe von Sehenswürdigkeiten und Museen (Seidenweberei!) abseits des Themas dieser Reise und lädt dazu ein, zumindest einen Kurzaufenthalt vorzuschalten oder anzuschließen. Wer sich darüber hinaus die Zeit nehmen will, beispielsweise die Rhone abwärts auf einem Kreuzfahrtschiff oder auch mit einem Mietauto zu fahren, wird an den Ufern und im Hinterland dieses Flusses, zahlreiche landschaftliche und historische Sehenswürdigkeiten aus allen Epochen finden. Schon in römischer Zeit war das Tal der Rhone durch die Via Agrippa ein hervorragend ausgebauter Verkehrsweg. Das klimatisch begünstigte Tal ermöglicht eine intensive landwirtschaftliche Nutzung, insbesondere den Anbau von Obst und Wein. Letzteren haben schon die alten Griechen und Phönizier hier heimisch gemacht. Orange, Avignon, Arles und im Mündungsgebiet die Camargue sind unverzichtbare Stationen entlang des Wegs zum Mittelmeer. Aber eigentlich legt der Termin der Reise ja eher eine Ergänzung durch einen Badeurlaub nahe: Lust auf die Côte d’Azur? Bei Interesse fragen Sie im Büro des Akademischen Reisedienstes nach. Wir werden Ihnen mit Rat und Tat weiterhelfen. Selbstverständlich unterstützen wir Sie auch bei der Planung und Organisation Ihrer An- und Abreise.

Wichtige Hinweise!
Bitte beachten Sie, dass es erforderlich werden kann, das geplante Programm aus wissenschaftlichen, organisatorischen oder auch meteorologischen Gründen zu ändern. Ihr Gruppenbetreuer wird sich bemühen, solche Änderungen umgehend mitzuteilen und für adäquaten Ausgleich zu sorgen.
Ein noch ausführlicheres Detailprogramm, viele Bilder und eine Landkarte finden Sie auf der Webseite der ARGE Archäologie unter
https://www.arge-archaeologie.at/programm-2017/neandertaler-auf-den-spuren-der-neandertaler-und-frühen-modernen-menschen/

Termine

Termine sind in Vorbereitung!

Reiseleitung: HR a.o. Univ.Prof. Dr. Maria Teschler-Nicola, 1997-2015 Direktorin der Anthropologischen Abteilung des Naturhistorischen Museum Wien.

Pauschalpreis: € 1.980,–
Kleingruppenzuschlag 15%

Inbegriffen:
die Busrundreise (ab/bis Lyon)
die Nächtigungen in Zweibettzimmern in guten Hotels (Du/WC oder Bad/WC)
die Frühstücke
die Besichtigungen mit den Führungen und Erklärungen
wo erforderlich die Betreuung durch lokale BegleiterInnen
die qualifizierte Studienreiseleitung durch einen Akademiker oder anderen Fachmann

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: € 50,–

Teilnehmerzahl: mindestens 12, höchstens 24 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.