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Die beinahe endlosen Weiten West-Sibiriens und das majestätische Altai-Gebirge sind die Hauptziele unserer Reise. Über tausende Kilometer begegnen uns immer wieder die geheimnisvollen Skythen mit ihren einmaligen Grabstätten. Daneben besuchen wir Mega-Kraftwerke und die eine oder andere Erinnerungsstätte an Lenin. Der von Hochgebirgen umgebene Baikal ist der tiefste und wasserreichsteSee der Erde, ca. 650 km lang, durchschnittlich 48 km breit und im Rahmen des gesamten Baikal-Gebiets UNESCO Weltnaturerbe.

1. Tag:  Abflug am Nachmittag von Wien nach Moskau.

2. Tag: Weiterflug nach Abakan; der Zeitunterschied zu Wien beträgt sieben Stunden. Transfer zum Hotel und Rest des Tages zum Akklimatisieren und zur freien Verfügung.

3. Tag: Abakan – Minusinsk – Shushenskoe (Freilichtmuseum) – Sayan-Staudamm
Abakan (165.000 EW) ist die Hauptstadt der autonomen russischen Republik Chakassien. In der Umgebung der Stadt wurden zahlreiche Grabhügel (Kurgán) erforscht, die aus der Jungsteinzeit und bis in die Bronzezeit datieren und prachtvoll gestaltete und kulturgeschichtlich sehr aufschlussreiche Grabbeigaben enthielten.  – Nahe Minusinsk, eine halbe Autostunde östlich von Abakan wurde ab 1995 in russisch-deutscher Zusammenarbeit eine 4.000 Jahre lang benutzte Nekropole ergraben. Die dabei gewonnen Erkenntnisse haben viel Neues zur genaueren Datierung der sibirischen Vor- und Frühgeschichte ergeben. – In der Umgebung von Minusinsk liegt die Kleinstadt Shushenskoe. Der Ort, in der ersten Hälfte des 18. Jh. von Kosaken gegründet, diente im 19. Jh. als Verbannungsort für "Politische"; 1897 bis 1900 war Lenin unfreiwilliger Einwohner. 1930 wurde Lenins Wohnhaus aus der Zeit seiner Verbannung zu einem Museum umgestaltet. Das führte dann während der Sowjetzeit dazu, dass bis zu 100.000 Menschen im Jahr nach Shushenskoe pilgerten. Inzwischen wurde das Gelände rund um das Haus in einen Museumspark umgewandelt, dessen Thema hauptsächlich die traditionelle sibirische (vorwiegend bäuerlich/dörfliche) Architektur und Lebensweise ist. – Letzter Besichtigungspunkt des Tages ist der Sayan-Staudamm, 70 km den Jenissei flussauwärts. Hier befindet sich das größte Wasserkraftwerk Russlands mit einer entsprechend megalomanen Staumauer und einem Stausee von 320 km Länge. (Übernachtung in Shushenskoe).

4. Tag: Ergaki-Berge (Ausgrabungen Arzhaan 2) – Kyzyl (autonom. Rep. TUVA) (Campnächtigung)
Fahrt nach Süden auf dem sog. Minusinsky Trakt. Diese Straße verbindet Abakan mit Kyzyl, die Hauptstadt im Zentrum der autonomen Nachbarrepublik Tuwa (insgesamt etwas über 300.000 EW). Sie durchquert die Ergaki-Berge, ein alpin anmutender Teil des Sajan-Gebirges. Wenn das Wetter mitspielt, haben wir prachtvolle Ausblicke in die wilde unberührte Bergwelt des Gebiets. Bald nach der Grenze fahren wir in das Tal der Zaren. Hier befinden sich auf einer Hochebene mehr als 50 Grabhügel, in denen die tagarischen Stammeshäuptlinge begraben wurden. Die Kultur der Skythen, von denen die Tagaren eine der vielen Untergruppe waren, bestand etwa vom 8.-3. Jh. v. Chr. Das Reich der Skythen reichte in der besten Zeit von der Mongolei bis an die Schwarzmeerküste. Wie die Sage erzählt, hatten die Seelen der Verstorbenen auf dem „Weg der Geister“ durch das Grabhügeltal zur Himmelswelt zu wandern. Jeder Grabhügel ist mit riesigen senkrecht gestellten Steinplatten umringt, die 20-60 t schwer sind. Innerhalb dieses Rings befand sich eine aus Holz gebaute Grabkammer, die mit einem Erdhügel überdeckt wurde. Die Ausgrabungen in Arzhaan fanden in 2 Etappen statt; insbesondere in Arzhaan 2 wurden sensationelle Funde gemacht, die dann vor wenigen Jahren als "Gold der Skythen" eine Ausstellungstournee durch die ganze Welt machten und inzwischen in St. Petersburg ständig ausgestellt werden. Neben dem Grabhügel befindet sich der Steinbruch, aus dem die äußeren Wallsteine gebrochen wurden. – Wir fahren weiter Richtung Kyzyl (bedeutet "Rot"; 100.000 EW; Übernachtungsort). Der geographische Mittelpunkt Asiens liegt nach einer Berechnung von 1914 in der Nähe dieser Stadt. Die Tuwiner sind eine der größten Minoritäten in Sibirien. Sie bekennen sich überwiegend zum Buddhismus, genauer zum Tibetischen Buddhismus, daneben gibt es in Tuwa auch viele altgläubige orthodoxe Christen. Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion lebt der Schamanismus wieder auf. In Kyzyl und in anderen Ortschaften existieren mehrere schamanische Kliniken, bei uns würde man sagen Gemeinschaftspraxen. Eine Besonderheit der tuwinischen Kultur ist der dort gepflegte Kehlgesang, die höchste Stufe des Obertongesangs, wobei gleichzeitig mehrere Töne angestimmt werden.

5. Tag: Kyzyl – Ak-Dovurak – Südchakassien (Campnächtigung)
Besichtigung der kleinen Stadt und vor allem des Regionalmuseums. Ein touristisches Muss ist das Monument am Zusammenfluss des Großen und des kleinen Jenissei, das den Mittelpunkt Asiens markiert. Gleich daneben hat sich ein Schamanen-Zentrum  etabliert, in dem man sich die Zukunft voraussagen lassen oder auch Krankheiten kurieren lassen kann. Außerdem steht dort eine sehr dekorative Jurte. Das Museum, seit 2008 in einem Neubau, hat seine Sammlungen in mehrere Abteilungen gegliedert; für uns sind die prähistorischen und skythischen Fundstücke am interessantesten, aber auch die Abteilung für Malerei lohnt einen Rundgang, insbes. die Gemälde von Ivan Shishkin, einer der bedeutendsten russischen Landschaftsmaler des 19. Jh. Nach dem Museumsbesuch Weiterfahrt nach Westen. Der Ort Ak-Dovurak (13.000 EW), den wir passieren, wurde erst 1964 als Arbeitersiedlung für ein Asbestwerk gegründet. Auf unserer Fahrt durch den westlichen Teil der Republik Tuwa, folgen wir dem alten Nomadenweg. Ein unbeschreibliches Panorama erwartet uns am Berg Chajyrykan, einer der am meist verehrten Orte in Tuwa. Stop bei den "Sieben Schwestern", vielstämmige Lärchen, die aus einer gemeinsamen Wurzel emporwachsen. Über den Sayan-Pass (2.200 m) und durch eine mit Zedern bestandene Taiga kommen wir in den Süden von Chakassien (eine weitere Republik der Russischen Föderation; mit einer guten 1/2 Million Einw.). Über 60% der Fläche des Landes sind von (Berg-)wald bedeckt, es gibt etwa 1000 Süß- und Salzwasserseen und zahlreiche Heilquellen. Wir fahren bis zu unserem Übernachtungsort, das Taiga-Camp "Schneeleopard" (1.250 m).

6. Tag: Abakan (Besichtigung) – Salbyk und mit dem Nachtzug nach Krasnojarsk
Rückfahrt nach Abakan und Besichtigung der Stadt und vor allem Besuch des Nationalmuseums mit seinen hervorragenden Exponaten. Danach fahrt nach Salbyk, zum gleicnamigen Grabhügel, der "Große Salbyk" etwa 70 km nordwestlich von Abakan. Die Anlage ist 2400 Jahre alt und war einst 30 m hoch. Die Steinplatten hier wurden von einem Dutzende Kilometer entfernten Steinbruch herbeigebracht. Zurück nach Abakan und im Schlafwagen Fahrt nach Krasnojarsk. die Stadt mit annähernd einer Million EW. ist durch Evakuierung der Zivilbevölkerung aus dem Westen der Sowjetunion und Verlegung kriegsgefährdeter Industrien hinter den Ural während des Krieges und durch die politische Verbannung während des 20. Jh. stark gewachsen. Zwischen 1938 und 1956 wurden eine Million Menschen in das Gebiet deportiert und zur Zwangsarbeit eingesetzt. 1941 nahm das nach Krasnojarsk verlegte Lokomotivwerk „Krasny Profintern“ seine Arbeit auf. Nahe der Stadt liegt einer der größten unterirdischen Industriekomplexe der Welt, das „Bergbau- und Chemiekombinat Schelesnogorsk“. Der Betrieb ist streng von der Außenwelt abgeschirmt und erzeugt unter anderem in drei Plutonium-Reaktoren Material für das russische Kernwaffenprogramm.

7. Tag: Krasnojarsk (Stadtbesichtigung) – Stolby-Nationalpark
Stadtrundfahrt mit dem Besuch der Hauptehenswürdigkeiten: Maria-Verkündigungs-Kirche, Gründerdenkmal, Theaterplatz, ehemaliges Gutshaus des russischen Malers Iwan Surlkov, heute ein Museum. Besuch des Heimatkunde-Museums, wo wir einen Überblick über die Geschichte und Ethnologie des Gebiets bekommen können. Nach dem Mittagessen Ausflug in den Stolby Nationalpark, der für seine eigenartigen Felsformationen bekannt ist. Der Transfer ins Zentrum des Gebiets erfolgt nach Möglichkeit mit einem Sessellift, ansonsten mit dem Bus.

8. bis 10. Tag: Fahrt mit der Transsib und der BAM mit Aufenthalt in Severobaikalsk
Wir fahren von Krasnojarsk aus auf der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn nach Severobaikalsk (ca. 32 Stunden; 1 Übernachtung im Schlafwagen, 2 Übernachtungen im Hotel in Severobaikalsk). Heute präsentiert sich das 30.000-Seelen-Städtchen am Ufer des Baikal-Sees als putziger Geheimtipp für Sowjetnostalgiker und für Liebhaber wirklich unberührter Natur. Der zaghafte Tourismus vor Ort lebt von der spektakulären Landschaft, heißen Quellen und einem kleinen Skigebiet. Tausende von jungen Sowjetbürgern haben dieses Stück Zivilisation in den 1970er Jahren der Taiga abgerungen. Die Freiwilligen waren gekommen, um einen Schienenstrang bis an den Pazifik zu bauen: die BAM (Baikal-Amur-Magistrale). Dieses Projekt ist bis heute nicht vollendet, vor allem an seinem Ostende ist es sozusagen auf der Strecke geblieben. Kurze Fahrt (ca. 20 km) auf der Strecke der BAM, immer entlang des Westufers des Baikal-Sees, nach Niszneangarsk (5.000 EW., Flugplatz). Hier sollte eigentlich das Hauptquartier für den westlichen Teil der BAM errichtet werden, doch wegen des sumpfigen Geländes bekam dann Severobaikalsk  diese Funktion. Wir kehren dorthin zurück.

11. und 12. Tag: Olkhon-Insel
Fahrt mit dem Schnellboot ("Raketa") zur Olkhon-Insel (1 Übernachtung). Olchon ist die größte der über 25 Inseln, die es im See gibt und hat etwa 1.500 EW. Olchon ist Ergebnis eines tektonischen Prozesses, hat selbst einen 1.274 m hohen Berg und bietet eine spektakuläre Landschaft. Auf der Insel finden sich rund 150 archäologisch untersuchte Siedlungsstätten. Wir besuchen unweit des Hauptortes Chuschir den sog. Schamanenfelsen, für die auf der Insel lebenden Burjaten ein heiliger Platz, an dem auch buddhistische Felsinschriften und eine Wohnhöhle zu sehen sind.

13. Tag: Insel Olkhon – Listvjanka – Irkutsk
Am Morgen fahren wir mit dem Schnellboot nach Listvjanka. Die Stadt liegt an der Mündung des einzigen Flusses, der den Baikal-See entwässert, die Angara. Wohlhabende Moskauer haben sich hier Zweitwohnsitze für den Sommer eingerichtet; dem entsprechend gibt es eine touristische Infrastruktur und eine Zahl von aufwändig renovierten alten Holzhäusern. Die Angara ist eine der weltweit größten Quellen von Wasserkraft, mehrere große Wasserkraftwerke erstrecken sich entlang des Flusses. Das erste davon steht an der Stadtgrenze von Irkutsk (660 MW; Irkutsker Stausee), rund 80 km entfernt vom Baikalsee. Wir fahren weiter mit dem Bus nach Irkutsk (3 Übernachtungen).

14. Tag: Irkutsk (Stadtbesichtigung)
Irkutsk (1/2 Million Einwohner) gilt als schönste Stadt Ostsibiriens ("Paris Sibiriens"). Es entstand 1661 aus einem Kosakenfort, bekam 1686 das Stadtrecht, jedoch erst gegen 1760 die erste Straßenverbindung mit Moskau. Dadurch entwickelte sich Irkutsk zum Dreh- und Angelpunkt für den Handel mit den Schätzen Sibiriens und den Importen aus dem Kaiserreich China: Pelze, Diamanten, Gold, Seide, Tee, Holz. Daneben blühten Wissenschaft und Kultur – nicht zuletzt dank der großen Zahl von politischen Verbannten. Hier sind wir immerhin mehr als fünftausend Kilometer von Moskau entfernt. Die Prominentesten davon waren die sog. Dekabristen, die im ersten Viertel des 19. Jh. die erste bewusst gegen die zaristische Autokratie gerichtete revolutionäre Bewegung bildeten; der Großteil adelige Offiziere. Ihr Programm bis zur Aufhebung der Leibeigenschaft und politisch teilweise bis zur Errichtung einer Republik provozierte umgehend die Zerschlagung der Gruppe. Etwa 600 von Ihnen wurden nach Sibirien deportiert. Eine Reihe der Ehefrauen folgte auf eigenen Wunsch ihren zur Zwangsarbeit verurteilten Männern nach Sibirien. – Die Stadt unterscheidet sich wohltuend von vielen anderen Sibirischen (Plattenbau)-Siedlungen, weil hervorragende Ensembles der reizvollen sibirischen Holzarchitektur im Stadtzentrum flächendeckend erhalten sind. Wir besichtigen insbesondere das Kloster zu Maria Erscheinung (gegr. 1683) in dessen Kirchhof mehrere prominente Dekabristen bestattet sind. Die Erlöser-Kirche von 1723 ist das alteste Baudenkmal in der Kirchenarchitektur von Irkutsk. Je nach Interesse können wir auch noch das Kunstmuseum (Russische Gemälde, Skulpturen, Mosaike. Ikonen aus dem 16. und 17. Jh. sowie Gemälde westeuropäischer Maler des 16. – 19. Jh.) und/oder das Dekabristenmuseum besuchen. Letzteres wurde im ehemaligen Haus eines der Führer der Dekabristen, Sergej Trubezkoi, eingerichtet (Gedenkstätte mit Gebrauchsgegenständen, restaurierten Möbeln und Musikinstrumenten).

15. Tag: Taltsy (Freiluftmuseum) und Schifffahrt auf der Angara
Das Taltsy-Museum für Architektur und Ethnographie (Holz-Architektur-Museum) ist für ganz Russland als wertvolles Kulturgut des Russischen Volkes dekretiert. Über 40 verschiedene Häuser wurden hierher transferiert; mehrere stammen aus Gebieten, die  wegen der Staumaßnahmen an verschiedenen Flüssen heute überflutet sind. Sehr interessant wird gezeigt, wie in verschiedenen Regionen Sibiriens sehr unterschiedliche bäuerliche Haus-, Arbeits- und Lebensformen existierten. Wervollstes Ausstellungsstück ist das Erlösertor-Turm der Festung von Ilimsk (1667) und eine nach wie vor in Gebrauch befindliche Kapelle aus Kazan (1679). Die 47 km zurück nach Irkutsk legen wir auf einem Schiff, das die Angara hinabfährt, zurück.

16. Tag: Rückflug von Irkutsk über Moskau nach Wien.

Termin:

Termine sind in Vorbereitung!

Reiseleitung: Prof. Mag. Herbert Supper

Pauschalpreis: € 3.995,–

Inbegriffen:
die Linienflüge Wien – Moskau – Abakan / Irkutsk – Moskau – Wien (Aeroflot)
die Flughafen- und Sicherheitsgebühren
die Busrundreise
alle angeführten Bahn- und Schifffahrten
die Nächtigungen in Zweibettzimmern in sehr guten Hotels (Du/WC oder Bad/WC)
die Halbpension (Abendessen / Frühstück)
wo erforderlich die Betreuung durch lokale BegleiterInnen
die qualifizierte Studienreiseleitung durch einen Akademiker oder anderen Fachmann

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: € 40,– (außer in den Camps und im Zug)

Visum (inkl. Besorgung): € 110,–
Obligatorische Versicherung: € 49,– (Russland verlangt von jedem ausländischen Reisenden eine zusätzliche, extra für diesen Aufenthalt abzuschließende Krankenversicherung)

Teilnehmerzahl: mindestens 10, höchstens 22 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.