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Wohl kaum ein Naturschutzgebiet ist größer als die Tiefebene in Brasiliens Südwesten. Etwa so groß wie die Schweiz bietet sie eine Tier- und Pflanzenwelt die ihresgleichen sucht. Vom Erdschwein bis zum Jaguar, von der Orchidee bis zur Wasser-Hyazinthe, alles ist vertreten. Als schönen Kontrast zu diesen kleinen Naturwundern besuchen wir die gigantischen Wasserfälle von Iguassu. Im Süden des Landes, dem klimatisch kühlsten und wirtschaftlich produktivsten Teil des Landes, besuchen wir einen Landstrich, in dem sich seit der ersten Hälfte des 19. Jh. viele europäische, vor allem österreichische und deutsche Migranten niedergelassen haben. Die beiden südlichsten Bundesstaaten Brasiliens, Santa Catarina und Rio Grande do Sul haben zusammen etwa 15 Mio. EW., von denen etwa 40% aus dem deutschsprachigen Raum stammen.

1. Tag: Abflug von Österreich nach Südamerika.

2. Tag: Ankunft in Ciuiabá und Weiterfahrt in Richtung Pantanal, nach Poconé. Das Pantanal (portugiesisch: Sumpf) befindet sich in den Niederungen des mittleren Westens von Brasilien, gilt als größtes Binnenland-Feuchtgebiet der Welt und erstreckt sich über die Grenzen bis nach Paraguay und Bolivien. Abgesehen davon handelt es sich jedoch um eine Mischung von verschiedenen Ökosystemen, welche die unterschiedlichsten Landschaften in sich vereint, wie zum Beispiel Savannen, überschwemmte Ebenen, Wälder mit amazonischen Charakter, Dschungel und Steppengebiete. Die Gestalt dieser Landschaften ändert sich sehr stark mit dem alljährlichen Wechsel von Regen- und Trockenzeit. Auf Grund seines Artenreichtums und der biologischen Diversifizierung wurde das Pantanal im Jahr 2000 zum UNESCO Weltnaturerbe erklärt, ist jedoch gegenwärtig durch Industrialisierung, Wilderei und Rodung akut gefährdet.

3. Tag: Wir verlassen die Asphaltstraße und bewegen uns 77 km auf der Transpantaneira Park Road, eine Dammstaße mit Schotterbelag, in das Schutzgebiet hinein bis zum Fluss Pixaim. Bootsfahrt auf dem Pixaim; mit ein klein wenig Glück können wir Große Otter (bedrohte Spezies) und auf jeden Fall viele verschiedene Vogelarten beobachten; Habichte, Tukane, Reiher, Eisvögel, Papageien, Schwarze Adler und Caracaras sind zahlreich und haben eine geringe Fluchtdistanz; sie sind sozusagen den Umgang mit Fotografen gewöhnt. Auch Kaimane bekommt man hoher Wahrscheinlichkeit in größerer Zahl zu Gesicht. Danach weiter auf der Transpantaneira Park Road nach Süden, immer tiefer hinein in die Wildnis bis nach Porto Jofre am Ciuiabá-Fluß.

4. Tag: Ganztagesausflug auf dem Ciuiabá-Fluß ins Sogeri Gebiet. In diesem Gebiet leben an der Spitze der Nahrungspyramide gefleckte Jaguare (oder Onças wie sie in Brasilien genannt werden); die größte Katze beider Amerikas. Einzelgänger, die große Reviere benötigen. Wie die Tiger, so sind auch die Jaguare exzellente Schwimmer und fangen sogar Fische. Eine genetische Eigenart, der Melanismus, sorgt vereinzelt für vollkommen schwarze Exemplare. Bekannt als schwarzer Panther / schwarzer Jaguar, gehören sie der selben Spezies an. Wenn einer da ist (oder wenn ein Weibchen paarungsbereit oder ist oder mit seinem Nachwuchs unterwegs ist, sind es mehrere) wissen unsere einheimischen Führer, wo sie zu finden sind. Selbst wenn kein Jaguar in Sicht kommt, gibt es einen überwältigenden Reichtum an Tieren aller Art vom Insekt über Amphibien bis zu Säugern und Vögeln zu beobachten; nicht zu reden von der prachtvollen Pflanzenwelt.

5. Tag: Fahrt zurück auf der Transpantaneira Park Road bis zur "Araras Eco Lodge" und erste Erkundungen in der Umgebung der Lodge. Die Gegend ist hier viel trockener. Sieben Monate im Jahr gibt es hier hauptsächlich Grasland, von Januar bis April jeden Jahres ist das Gebiet sumpfig und teilweise überschwemmt; allerdings nicht von direktem Regen, sondern durch das Grundwasser, das – gespeist von den rundum liegenden höheren Gebieten, die den Regen abfangen – bis über die Erdoberfläche drückt. Ein Teil der hier lebenden Tierarten ist nachtaktiv, darum unternehmen wir eine vierstündige Nacht-Safari.

6. Tag: Ausflug zu Pferd (keine Reitkenntnisse erforderlich; die Tiere sind lammfromm) und Tierbeobachtung. Der trockenen Landschaft entsprechend sind andere Arten zu finden; auch hier sind es zahllose Vögel und von den Säugetieren vor allem Gürteltier, Ameisenbär, Sumpfhirsch, Tapir, Puma und Ozelot.

7. Tag: Fahrt aus dem Pantanal zurück nach Várzea Grande/Ciuiabá-Airport. Auf dem Weg machen wir noch mehrere Fotostops und nehmen letzte Eindrücke dieses wunderbaren Gebietes und einzigartigen Ökosystems mit. Flug nach Iguassu Falls. Am Nachmittag Besuch der Wasserfälle. Spaziergang längs des Steilabfalls der Cataract Region zum Hauptfall, der „Garganta del Diablo“.

8. Tag: Flug nach Florianópolis, Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaats Santa Catarina. Besichtigung der Halbmillionenstadt, deren Hauptteil mit dem Stadtzentrum auf der Ilha de Santa Catarina liegt, einer der Atlantikküste vorgelagerten Insel, die rundum von Stränden gesäumt ist. Die Stadt ist eine gesuchte Badedestination, die von vielen Gästen, auch aus Argentinien und Uruguay besucht wird und verfügt daneben über eine der renommiertesten Universitäten Brasiliens.

9. Tag: Fahrt ins Landesinnere nach Blumenau (300.000 EW). Die Stadt wurde 1850 von deutschen Einwanderern gegründet und trägt den Namen eines der Gründerväter, der Apotheker Hermann Blumenau.  Sie liegt gedrängt im Tal des Itajaí und hat seit ihrer Gründung mit schweren Überschwemmungen zu kämpfen; zuletzt 1983. Heute ist zwar Portugiesisch die vorherrschende Sprache, aber in Teilen der Bevölkerung hat sich Deutsch als Umgangssprache erhalten und gibt es eine vitale Pflege der Kultur der alten Heimat. Auch in der Architektur findet man starke Anlehnungen an deutsche Vorbilder (Fachwerkbauten u. ä.).

10. Tag: Weitere Besichtigungen in Blumenau, dann Weiterfahrt nach Dreizehnlinden (Treze Tílias, ca. 6.000 EW). Der Gründer von Dreizehnlinden war der aus Tirol stammende Andreas Thaler (Landwirtschaftsminister Österreichs 1925–1933). 1931 erwarb er 52 km² Land und begann 1933 mit den ersten Auswanderern (hauptsächlich Tiroler Bauern) und von Spenden unterstützt mit dem Aufbau einer straff genossenschaftlich organisierten Siedlung. Am 13. Oktober 1933 wurde die neue Siedlung offiziell gegründet und nach dem gleichnamigen Epos von Friedrich Wilhelm Weber Dreizehnlinden benannt. Die sozialutopische Organisationsform traf jedoch auf Widerstand und so wurde ein Teil des Bodens unter den Siedlern aufgeteilt. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich versuchte die NSDAP erfolglos, die junge Kolonie Dreizehnlinden für sich zu vereinnahmen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen weitere Einwanderer aus Österreich. 1961 wurden in Treze Tílias die restlichen Grundstücke verteilt. In einer Nachbargemeinde namens Dollfuß wurde in den 1980er-Jahren ein Projekt "Molkerei Tirol" gestartet, das inzwischen zur zweitgrößten Molkerei in ganz Brasilien herangewachsen ist (täglich werden 1.300.000 l Milch von 12.000 Bauern aus dem Umkreis von 600 km verarbeitet). Zweites Standbein der Stadt ist der Tourismus; das Tiroler Erbe wird eifrig gepflegt: Tiroler Musikkapelle Dreizehnlinden, Schuhplattlergruppe, Volkstanzgruppe, viele Häuser im  alpenländischen Stil und Souvenirläden mit Hergottschnitzerei.

11. Tag: Weitere Besichtigungnen in Dreizehnlinden, dann Rückfahrt nach Florianópolis und Beginn des Rückflugs.

12. Tag: Ankunft in Wien.

Termine:

Mi 07.02.2018  -  So 18.02.2018    freie Plätze 
Mi 08.08.2018  -  So 19.08.2018    freie Plätze 
Mi 28.11.2018  -  So 09.12.2018    freie Plätze 
Buchungsinformation

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Reiseleitung: Christian Buchacher (Biologe, Brasilien-Experte)  
Pauschalpreis: € 5.500,–
Als Privatreise: € 5.800,–
(ab zwei Personen mit örtlicher Reiseleitung, auch zum Wunschtermin)

Inbegriffen:
die Linienflüge Wien – Ciuabá / Florianópolis – Wien (TAM)
die Flughafen- und Sicherheitsgebühren
die Inlandsflüge und die Bus- und Bootsfahrten gemäß Programm
die Nächtigungen in Zweibettzimmern in sehr guten Hotels (Du/WC oder Bad/WC)
die Halbpension im Pantanal (Abendessen/Frühstück), ansonsten die Frühstücke
die Besichtigungen mit den Führungen und Erklärungen
der Pferderitt in Araras
die Eintrittsgebühren
wo erforderlich die Betreuung durch lokale BegleiterInnen
die qualifizierte Studienreiseleitung durch einen Akademiker oder anderen Fachmann

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: € 65,–

Impfungen: Gelbsucht empfohlen

Teilnehmerzahl: mindestens 10, höchstens 25 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.