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Der Pamir ist die nördlichste der fernöstlichen Hochgebirgsketten, aber eine der am wenigsten bekannten. Seit Jahrtausenden verläuft hier ein Zweig der Seidenstraße, aber noch unwegsamer, noch weniger ausgebaut und noch ursprünglicher als die südlicheren Teile. Die Unberührtheit der Region, die freundliche Aufgeschlossenheit der Bevölkerung und das grandiose Naturschauspiel bis hinauf zu 7.000 m hohen Gipfeln in Morgen- und Abendsonne machen die Fahrt zu einem unvergesslichen Erlebnis. Eine Portion Abenteuerlust und Flexibilität sind für diese Reise nach Tadschikistan, eines der ärmsten Länder der Welt, unabdingbar.

1. Tag: Wien – Duschanbe
Flug mit Zwischenstation(en) via Tallin nach Duschanbe.

2. Tag: Duschanbe
Ankunft frühmorgens in Duschanbe, Hauptstadt Tadschikistans und u. a. Partnerstadt Klagenfurts. Transfer in unser ***Hotel. Die Stadt (über 700.000 EW, auf 800m ü.d.M) ist im Hochsommer ziemlich heiß; Durchschnittstemperatur Juli: 27° (Wien 20°). Ganztägige Stadtbesichtigung mit Mittagessen. Bummel durch den Basar. Besichtigung der nationalen Kunstschätze im „Museum of Antiquities and Ethnography“. Sehenswert sind auch das Hissar Fort, die Hadshi-Jakub-Moschee sowie der Rudaki-Prospekt, die Flaniermeile der Stadt. Abendessen und Übernachtung in Duschanbe.

3. Tag: Duschanbe – Kalai Khum (300 km, Fahrzeit ca. 8-9 Stunden)
Abfahrt von Duschanbe, über den Chaburabot Pass (3.252m ü.d.M) im Westpamir. Unterwegs faszinierende Berglandschaften, entlegene Dörfer, eine ursprüngliche Region mit alten Traditionen. Gegen Abend erreichen wir Kalai Khum, wo der legendäre Pamir-Highway beginnt. Übernachtung in einem privaten Gästehaus.

4. Tag: Kalai Khum – Khorog (250 km, Fahrzeit ca. 6-7 Stunden)
Fahrt auf einer der spektakulärsten Hochgebirgsstraßen der Welt, der Pamir-Highway. Diese Straße ist die Hauptverkehrsroute des gesamten Pamirgebirges und führt  von der kirgisischen Stadt Osch bis nach Chorugh in der tadschikischen Region Berg-Badachschan. Gebaut wurde die Straße 1931 – 34, also während der Sowjetzeit, um Truppentransporte in diese Region zu erleichtern. Während der letzten Jahren wurde die Straße zwar wesentlich verbessert, in einigen höher gelegenen Abschnitten ist sie jedoch nach wie vor lediglich eine Schotterpiste. Zunächst über Vanch nach Rushan am Zusammenfluss des Pjansch und des Bartang, Mittagessen in Chiltang, dann entlang der Grenze zu Afghanistan weiter durch die Pjansch-Schlucht bis Khorog (2.200 m), Hauptstadt der autonomen Region Berg-Badachschan. Die hier wohnenden Bergtadschiken gehören zu den ältesten Völkern Mittelasiens. Abendessen und Übernachtung in einem Gästehaus in Khorog.

5. Tag: Khorog – Ljangar (220 km, Fahrzeit ca. 6-7 Stunden)
Am Morgen kurze Besichtigung von Khorog mit Besuch des Regionalmuseums, das einen guten Einblick in die Kultur und Geschichte der Bergtadschiken (auch Pamiri genannt) gibt. Dann auf dem Pamir Highway weiter nach Süden in Richtung Ischkaschim, durch das Tal des Flusses Pjansch, der hier die Grenze zu Aghanistan markiert. Über die 1.300 km lange gemeinsame Grenze gelangen jährlich geschätzte 90 Tonnen Heroin und 100 Tonnen Opium aus Afghanistan nach Tadschikistan. Ischkaschim ist seit langem ein wichtiges Handelszentrum und Kreuzung der Seidenstraße, und ist bis heute einer der wichtigsten Übergänge nach Afghanistan. Wir fahren weiter im breiten Tal des Wachan, mit atemberaubendem Blick auf die Gipfel der Sechstausender. In der Nähe des Dorfes Jamchum gelangen wir zu einem gewaltigen Fort, das unter dem Namen Samri Otaschparast („Schloß der Feueranbeter“) bekannt ist. Die Festung, 900 m lang und 400 m breit, liegt eingebettet zwischen zwei tiefe Canyons an einem nahezu unzugänglichen Abhang. Sie hat drei doppelwandige Mauerringe mit 40 Türmen, eine Zitadelle im oberen Teil und stammt aus dem 12. Jh. Der Platz war jedoch bereits im 3. Jh. v. Chr. befestigt. Das Wachan-Gebiet, das vom Hindukusch auf über 7.000 m Höhe bis ins Hochland des Pamirgebirges vorstößt, war seit je von höchstem strategischem Wert. Die Enkel des Tschingis-Chan kamen im 13. Jahrhundert über die eisige Paßhöhe nach Persien und in weiterer Folge bis nach Südeuropa, in umgekehrter Richtung fand Marco Polo den Weg zu den sagenhaften Schätzen von Kambalik, das heutige Peking. In den abgelegenen Gebirgstälern dieses Gebiets leben noch seltene Tierarten wie Sibirische Steinböcke, Braune Murmeltiere und Bartgeier. Mittagessen am Weg, Abendessen und Übernachtung in einem Gästehaus in Ljangar.

6. Tag: Ljangar – Alichur (190 km, Fahrzeit ca. 6-7 Stunden)
Ljangar, eine Siedlung mit kaum 2.000 EW liegt 2.799 m ü.d.M. und am Zusammenfluss des Pamir und des Wachan zum Pjansch. Grabungen im Gebiet haben belegt, dass die Siedlung stets ein strategisch wichtiger Punkt an der Seidenstraße war. Am Morgen Ausflug in die Umgebung, nahebei die Ruinen der Ratm-Festung. Kurze Wanderung zu den Felszeichnungen. Rund 6.000 Petroglyphen, die ältesten darunter aus der Bronzezeit, stellen u. a. Jagdszenen mit Sibirischen Steinböcken, Baktrischen Kamelen usw. dar. Danach Fahrt auf steiler Straße zum Chargusch-Pass (4.344 m), mit herrlichem Panoramablick über eine großartige Landschaft. Höhe und Klima bewirken, dass sich hier weder Pflanzen noch Tiere halten können. Unterwegs immer wieder abgeschiedene Pamiri-Dörfer. Am Nachmittag erreichen wir Alichur. Die Siedlung, einige hundert regellos in die Hochebene gestreute Haus-Würfelchen, von denen vielleicht 50 Elektrizität haben, hängt am Highway wie an einer Nabelschnur. Alichur ist aber auch ein Treffpunkt der Nomaden.  Wer sich dafür interessiert, kann den Nomaden bei ihren alltäglichen Aktivitäten zuschauen, beispielsweise dem Melken von Yak-Kühen und der Herstellung von Yak-Butter.

7. Tag; Alichur – Murghab – Kara Köl-See – Kara Köl (140 km, Fahrzeit ca. 4 Stunden)
Am Morgen Fahrt über Murghab, ca. 4.000 EW, gelegen auf 3.650 m ü.d.M. und damit die am höchsten gelegene Stadt Tadschikistans. Die Gründung dieser Stadt erfolgte 1893 durch Russland. Damals, unter dem namen Pamirsky Post war sie der am weitesten nach Zentralasien vorgeschobene Militärstützpunkt des Zarenreiches. Zentrum der Stadt ist heute ihr Basar, der auch Anziehungspunkt für das gesamte Umland ist. Kurzer Rundgang mit Besuch des Basars. Die Stadt ist seit wenigen Jahren auch Verkehrsknotenpunkt und Warenumschlagplatz, seit es eine Verbindungsstraße nach Osten, zum Karakorum-Highway in China gibt. Wir wenden uns jedoch nach Norden und gelangen zum Kara Köl-See ("Schwarzer See") auf einer Höhe von 3.914 m, uraltes Siedlungsgebiet kirgisischer Nomaden. In jedem Frühjahr ziehen sie mit ihren Pferde- und Yakherden auf die Sommerweiden. Besuch der Steinkalender in der Nähe des Kara Köl-Sees, die den Archäologen bis heute Rätsel aufgeben. Der abflusslose See, maximaler Durchmesser 52 km, füllt den Krater, der durch einen Meteoriteneinschlag vor 5 Mio. Jahren entstanden ist. See und die Stadt sind nicht mit der gleichnamigen Stadt in Kirgistan zu verwechseln!

8. Tag: Kara Köl – Kyzyl-Art-Pass – Sary Tash – Kitschi-Alai – Osch (240 km, Fahrzeit ca. 7-8 Stunden)
Fortsetzung der Fahrt über den Kyzyl-Art-Pass (4.230 m) nach KIRGISIEN/KIRGISTAN. Auf der Abfahrt vom Pass bei gutem Wetter schöner Blick auf den zweithöchsten Berg des gesamten Pamir: Der Pik Lenin (der vor kurzem in "Peak Avicenna" umbenannt wurde) ist mit 7.134 m ein gewaltiger Eisriese, auf dessen Gipfel jedoch auch einige technisch nicht komplizierte Routen führen, so dass er ein beliebtes Ziel des internationalen Alpinismus ist. Auf der Weiterfahrt durch das hügelige Alay-Tal nach Sary Tash passieren wir kleine Bergdörfer oder treffen auf Nomaden, die die gleiche Straße ziehen wie wir. Sary Tash verfügt zwar lediglich über ein paar Kaffeehäuser, bislang zwei Gästehäuser und eine Tankstelle, ist jedoch dessenungeachtet ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Wir kommen aus Süden, vom trockenen Pamir-Pateau herab, gleich hinter Sary-Tash biegt eine Kiesstrasse nach Osten ab, die nach Kashgar in der chinesischen Provinz Xinjiang führt. Wir halten uns weiter Richtung Norden. Nach Überqueren der Gebirgskette des Kitschi-Alai verlassen wir den Pamir und kommen in das Ferghana-Becken, eine der fruchtbarsten Ebenen des Orients und Schmelztiegel verschiedener Kulturen. War die vorherrschende ländliche Wirtschaftsform bisher Gartenbau rund um die Wohnhäuser und ansonsten Wanderhirtentum, kommen wir nun in ein Gebiet, in dem der Ackerbau dominiert. Wir fahren durch bis Osch, das ca. 270.000 EW hat, ethnisch gemischt zwischen Kirgisen, Usbeken und Tadschiken. Die Geschichte der Stadt reicht 3.000 Jahre zurück; heute ist Osch eine der lebendigsten Städte Zentralasiens und wegen seines Marktes weit überregional bedeutend. Der größte Teil der hier umgeschlagenen Waren sind Produkte aus dem nahen China, Schuhe, Bekleidung, elektronische Artikel u.ä. Daneben ist Osch ungeachtet der politischen Verhältnisse in der Region nach UNO-Einschätzungen seit dem Ende der Sowjetunion der Hauptumschlagplatz für Drogen in Asien. Nach unserer Ankunft am Spätnachmittag besuchen wir eine der wichtigsten Pilgerstätten des Islam, den Sulajman Tasch (Suleiman-Berg, seit 2009 als erster kirgischer Ort in der Liste des UNESCO-Welterbes), ein Felsmassiv mitten im Herzen von Osch mit herrlichem Rundblick über die Stadt. Abendessen in einer traditionellen Teestube, in der man einige der kirgisischen Nationalspeisen wie Kurdak, Oromo oder den berühmten Oscher Plow probieren kann. Übernachtung in einem **Hotel.

9. Tag: Osh – Uzgen – Osch – Bishkek
Am Morgen folgen wir dem Verlauf der historischen Seidenstraße Richtung Nordosten und machen einen Abstecher nach Uzgen, wo das einzige vollständig erhaltene mittelalterliche Minarett in Kirgisien und unmittelbar daneben 3 Mausoleen aus dem 11. – 13. Jh., mit filigran geschnitzten Holztüren, stehen. (Dieser Abstecher wird abhängig vom jeweils aktuellen Straßenzustandsbericht  durchgeführt.) Ggf. Rückfahrt nach Osch und am Vormittag Besuch des Basars und des Historischen Museums (Besichtigungsprogramm entsprechend der Abflugzeit). Danach Flug nach Bishkek (unter sowjet. Herrschaft: Frunse; 900.000 EW, 800 m), die Landeshauptstadt Kirgisiens. Die geschäftige, verkehrsreiche Stadt auf einem Rastergrundriss liegt am Nordrand des Kirgisischen Gebirges, das sich als gewaltige Kulisse noch 4.000 m über das Stadtniveau erhebt. Der Großteil der Stadtplanung und der Gebäude geht auf die sowjetische Periode zurück. Ein kurzes Besichtigungsprogramm wird entsprechend der nächsten Abflugzeit gestaltet. Weiterflug in Richtung Europa.

10. Tag: Ankunft in Wien
Flug mit Zwischenstation(en) nach Wien.

Termine:

Termine sind in Vorbereitung!

Reiseleitung: Prof. Mag. Johannes Bauer, OStR. Prof. Mag. Fritz Stampfer u. a.

Pauschalpreis: € 3.995,–
Privatreise:       € 4.200,–
ab zwei Personen mit örtlicher englischsprechender Reiseleitung, auch zum Wunschtermin

Inbegriffen:
die Linienflüge Wien–Duschanbe (Baltic Air) / Bishkek–Wien (Turkish Airlines)
die Flughafen- und Sicherheitsgebühren
die Busreise im Minibus
die Nächtigungen in einfachen Gästehäusern, Jurte und in guten Hotels in Duschanbe und Osch
die Vollpension vom Frühstück des zweiten bis zum Abendessen des neunten Tages
die Besichtigungen mit den Führungen und Erklärungen
die Betreuung durch lokale Begleiter*innen sofern vorgeschrieben
die qualifizierte Studienreiseleitung durch einen Akademiker oder anderen Fachmann

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: € 30,– (3 Nächte; nur in Duschanbe, und Osch)

Visum (inkl. Besorgung): € 95,–

Teilnehmerzahl: mindestens 6, höchstens 10 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.