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Die Namen der beiden historischen Landschaften rufen viele Assoziationen wach. Flanderns Landschaften, durchzogen von Kanälen, belebt von grasenden Rindern und träge sich drehenden Windmühlen und seine Bewohner, insbesondere die Bauern, die nicht nur hart zu arbeiten verstehen, sondern auch deftig zu feiern, gelangten durch die Gemälde Brueghels und seiner Zeitgenossen und Nachfolger zu Weltruhm. Brügge,die Hauptstadt Westflanderns, ist die Krönung jeder Reise nach Belgien. Brabant war vom 14.-16. Jh. das kulturelle Zentrum der Niederlande. Antwerpen und Brüssel bewahren bis heute viele der prächtigen Bauten und hochkarätigen Kunstschätze, die sich Kirche, Adel und auch ein breiter wohlhabender Mittelstand leisten konnten. Wir wohnen in einem angenehmen Hotel in Brüssel und besuchen in Tagesausflügen die schönsten Plätze Belgiens. Alle geradzahligen Jahre, wird auf dem Großen Platz in Brüssel der Blumenteppich ausgebreitet –  http://www.tradeflandern.com/events/details/440-blumenteppich-auf-dem-grote-markt.html  – Wir bieten zu diesem Termin stets eine Reise an.

1. Tag: Anreise nach Brüssel (~ 1 Mio. EW). Die Stadt war mehrere hundert Jahre lang die Hauptstadt des reichen Herzogtums Brabant; tonangebend in der Stadt waren die Zünfte und Gilden unter denen die Tuchhändler eine herausragende Position einnahmen. 1958 fand eine Weltausstellung statt, von der das Atomium übrig geblieben ist. Durch die Europa-Institutionen und das Hauptquartier der NATO, die sich danach hier ansiedelten, wurde aus der Stadt der Kaufleute eine der Verwaltungsbeamten und Lobbyisten mit einem Ring von Großbauten rund um die Altstadt. Im Zentrum besichtigen wir vor allem die Grand’ Place/Grote Markt (UNESCO-Weltkulturerbe), das Rathaus, die Cathédrale St. Michel und sehen uns den Königspalast inmitten des Parc de Bruxelles von außen an. Selbstverständlich machen wir einen Stop beim Manneken Pis, gehen die Rue des Bouchers ab, in deren exquisiten Restaurants die europäischen Spesenritter tafeln, und durchqueren die nostalgisch-eleganten Galeries St-Hubert, Europas erste überdachte Geschäftsstraße. Wenn es die Zeit erlaubt, besuchen wir auch die Musées des Baux-Arts, die eine hochkarätige Sammlung von Gemälden ab der Gotik bis zum Surrealismus beherbergen (van der Weyden, Bouts, Rubens, Brueghel und von den Modernen insbes. Magritte und Ensor). Außerhalb der malerischen Altstadt warten Atomium (die gigantische innen begehbare Vergrößerung eines Eisen-Moleküls), Europa- und NATO-Gebäude sowie die Jugendstil-Viertel auf unseren Besuch.

2. Tag: Fahrt von Brüssel nach Antwerpen, halb so groß wie die Hauptstadt aber nicht weniger spektakulär, was seine Sehenswürdigkeiten betrifft. Der Hafen der Stadt im Mündungsgebiet der Schelde in die Nordsee bestimmte schon im Mittelalter die Entwicklung der Stadt, ebenso während der Kolonialzeit Belgiens und noch mehr in der Gegenwart, wo er zu einem der leistungsfähigsten der Welt ausgebaut wurde. Die alte Burganlage, „Steen“ genannt, Grundmauern aus dem 9. Jh., steht dementsprechend am Ufer der Schelde. Um die ungehinderte Fahrt auch großer Schiffe zu gewährleisten, gibt es keine Brücken über den Fluss, sondern mehrere Tunnel. Den interessantesten (St-Anna-Tunnel), ein denkmalgeschützer Fußgängertunnel aus den 1930er Jahren, sehn wir uns an. Im weitgehend intakten historischen Zentrum mit einem Baubestand, der sich seit dem 14. Jh. organisch entwickelt hat, besichtigen wir den Alten Markt, den Dom, genannt „Onze-Lieve-Vrouwekerk“, der Belgiens größter Sakralbau ist, und die St. Jacobskerk, beide mit bedeutenden Rubens-Gemälden; letztere beherbergt auch das Grab des Malers. Rubens wurde zwar 1577 in Siegen (Westfalen) geboren, seine Eltern stammten jedoch aus Antwerpen, hier erhielt er seine umfassende Ausbildung und hierher kehrte er nach 8 Jahren in Italien wieder zurück, gründete sein Atelier, das ihn berühmt und wohlhabend machte, und blieb bis zu seinem Tod 1640 in der Stadt. Wir besuchen sein Haus, das sich deutlich am Typus des italienischen Stadtpalais orientiert. Zu sehen sind nicht nur die prächtigen Wohnräume, sondern auch das Atelier und das Kunstkabinett mit Rubens privater Gemäldesammlung. Nicht zu vergessen ist, dass Antwerpen seit 500 Jahren der weltweit wichtigste Handelsplatz für Diamanten ist. Vier Diamantenbörsen, etwa 1.600 Diamantenfirmen und ein Diamantenmuseum gibt es in der Stadt. Der zweite Teil dieses Tagesausflugs führt uns weiter nach Mechelen (~ 80.000 EW), auf halbem Weg zwischen Antwerpen und Brüssel gelegen. Die bedeutendste historische Persönlichkeit, die in der Stadt ihre Spuren hinterlassen hat, ist Margarethe von Österreich, Tante Karls des V., die als Statthalterin des Spanischen Königs hier großen Hof hielt. Ihr Denkmal steht auf dem Hauptplatz vor dem gotischen Rathaus. Diess besteht aus zwei Gebäudeflügeln, der alten Tuchhalle mit dem unvollendeten Belfried (UNESCO-Weltkulturerbe) rechts und dem Haus des Großen Rates links. Ebenfalls gotisch geplant wurde die St-Romboutskathedraal (der Turm mit zwei Glockenspielen ist ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe). Wenn auch für die vollständige Verwirklichung der sehr ehrgeizigen Pläne das Geld nicht reichte, ist sie dennoch ein beeindruckendes Baudenkmal. Der zweite Kirchenbesuch führt in die St-Janskerk, in der das Tryptichon am Hochaltar eine großartige Anbetung der Könige von Rubens enthält. In Mechelen steht auch das älteste steinerne Stadthaus Belgiens, das Schöffenhaus (13. Jh.). Einst tagte hier der Große Rat, das höchste Gericht der „Niederen Lande“. Heute ist das Schöffenhaus ein kunsthistorisches städtisches Museum. Wenn Sie die Stadt noch aus anderer Perspektive „erfahren“ wollen, besteht fakultativ die Möglichkeit zu einer Bootsfahrt von der Haverwerf bis zum Yachthafen und dem Wendebecken. Sie passieren dabei den Vismarkt, die Große Brücke (Grootbrug), den Botanischen Garten, die Walkmühle (Volmolen) und viele alte, vornehme Häuser an den Flussufern, in denen es sich zweifellos gut leben ließ und lässt.

3. Tag: Ausflug in die Landschaft Flandern nach Gent (~ 100.000 EW); wohlhabend, geschäftig, der zweitgrößte Hafen Belgiens am Zusammenfluss von Schelde und Leie. Im Mittelalter war Gent dank seines florierenden Tuchhandels eine der größten Städte Europas. Gent war immer eine nach Autonomie strebende, rebellische Stadt. Die Bürger fochten jahrhundertelang gegen ihre jeweiligen Fürsten, um ihre Privilegien oder Freiheiten zu bewahren oder zu vergrößern. Im Zentrum stehen mehr als 9800 registrierte, kulturhistorisch wertvolle und entsprechend geschützte Gebäude. Wir besichtigen den berühmten Belfried (UNESCO-Weltkulturerbe), der aus dem 14. Jh. stammt, neben der alten Tuchhalle („Lakenhalle“) steht und den Turm der gegenüber stehenden Kathedrale überragt! – Machtsymbol eines stolzen Bürgerstandes. Die Kathedrale glänzt vor allem durch „innere Werte“: der mächtige Innenraum mit barocker Ausstattung, der sog. Genter Altar der Brüder Hubert und Jan van Eyck, der nicht weniger als 22 Tafeln enthält, sowie der Kirchenschatz, der in der Krypta, die noch vom Vorgängerbau stammt, präsentiert wird. Das Rathaus wurde zwar schon 1482 begonnen, jedoch sehr langsam gebaut, so dass es eher als Glanzleistung der Renaissance bekannt ist. Die Residenz der Grafen von Flandern, Gravensteen, ist eine der größten Wasserburgen Europas. In der Nähe befinden sich auch die Graslei, der älteste Hafen der Stadt, umstanden von prachtvollen Giebelhäusern, die früher als Zunfthäuser dienten, sowie der Frijdagsmarkt, seit dem 13. Jh. Gents politisches Zentrum. Auch in Gent ist eine Grachtenfahrt sehr lohnend (Fakultativprogramm). Weiter in den Hennegau nach Tournai (~ 67.000 EW). Inmitten eines landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebietes liegt ganz nahe der Grenze zu Frankreich eine der ältesten Städte des Landes, eine architektonische Schatzkammer. Aus einer antiken Straßenstation zwischen Köln und dem Ärmelkanal entwickelte sich in der Zeit der Merowinger die erste Hauptstadt des Frankenreichs. Im Verlauf von Reformation und Gegenreformation wandelte sich die Stadt in eine calvinistische Hochburg. Die Quellen des Wohlstands waren und sind vielfältig: Weberei, und Tuchhandel, der Export des hier vorkommenden graublauen Sandsteins, Tapisserien, Kupfer- und Messingverarbeitung, Porzellanherstellung und in der Gegenwart auch der Tourismus. In der Altstadt besichtigen wir die beiden Bauten, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören: die fünftürmige Kathedrale Notre-Dame (1110-1325) ist das bedeutendste sakrale Bauwerk Belgiens aus dem 11. Jahrhundert und der frei stehende Belfried, der als der älteste seiner Art in Nordeuropa gilt. Er überragt die dreieckige Grand’ Place, die von einem wunderschönen Ensemble von Bürgerhäusern aus Gotik und Renaissance umstanden ist. Besichtigung der romanischen und gotischen Kirche St. Jakob, die im Mittelalter eine Station der Jakobspilger war. Rückfahrt nach Brüssel.

4. Tag: Ausflug nach Brügge (~ 117.000 EW), Europäische Kulturhauptstadt 2002. Neben Venedig war Brügge die reichste und prächtigste mittelalterliche Stadt des Kontinents. Die Versandung des Hafens bedeutet jedoch das Ende dieser Glanzepoche und den Beginn eines 400 Jahre dauernden Dornröschenschlafs. Im Ergebnis hat Brügge dadurch ein einzigartiges Stadtbild bis in die Gegenwart bewahrt und macht kommerziell durch den Tourismus das wett, was an Industrialisierung fehlt. Der mittelalterliche Stadtkern ist als Flächendenkmal UNESCO-Weltkulturerbe. Ausgehend vom Grote Markt besichtigen wir den Beldfried neben der überdimensional scheinenden Tuchhalle, Rathaus, Altes Zollhaus, Kathedrale, den idyllischen Beginenhof (schönes Beispiel für diese Sozialeinrichtung mit kleinem Museum) und die Liebfrauen-Kirche. Hier befindet sich die sog. Brügger Madonna von Michelangelo und die Grabmäler Herzog Karl des Kühnen und seiner Tochter und Alleinerbin Maria von Burgund. Ein paar Schritte weiter führt uns der Weg ins Sint-Jans-Spital, das älteste erhaltene Krankenhaus Europas; Inneneinrichtung aus dem 18.Jh. In der ehemaligen Spitalskapelle befindet sich heute ein Memlingmuseum (Der Künstler war zwischen 1465 und 94 Stadtmaler von Brügge), das wir keinesfalls versäumen wollen; ebenso wenig wie bei gutem Wetter eine Grachtenfahrt (Fakultativprogramm). Wenn das Wetter nicht mitspielt, machen wir einen Rundgang durch die hochkarätig bestückte Abteilung für alte niederländische Malerei im Groeninge-Museum. Weiter in den Südwesten nach Ypern, das im Mittelalter ein bedeutendes Zentrum des flandrischen Textilgewerbes war. Die Stadt wurde nach den Zerstörungen des 1. Weltkrieges im alten Stil vollständig wiederaufgebaut. Besichtigung der Tuchhalle mit 70 m hohem Belfried, Kathedrale St. Martin, Gedächtnishalle, altes Stadttor. Danach Fahrt an die Nordseeküste (Oostende oder ähnliches). Am Abend Rückkehr nach Brüssel.

5. Tag: Am Vormittag Busausflug nach Löwen/Leuven (~ 85.000 EW.), erste Hauptstadt des Herzogtums Brabant, bevor Brüssel 1267 diese Rolle übernahm. Auch Leuven verdankte ursprünglich der Textilbranche erheblichen Wohlstand, nach einem blutigen Konflikt zwischen dem Adel und den Webern der Stadt, verliessen letztere jedoch die Stadt und mit ihnen ging auch der Wohlstand dahin. Fortan definierte sich die Stadt vor allem als Universitätsstandort (Gründung 1425), brachte es damit zu europaweitem Ruhm und ist bis heute im Stadtbild durch das studentische Leben der rund 35.000, die an der „K.U.“ (Katholieke Universiteit Leuven) inskribiert sind, geprägt. Besichtigung der von ringförmigen Straßen umgebenen Altstadt: spätgotisches Rathaus – der schönste Profanbau seiner Zeit, Peterskirche – im 15. Jh. begonnen jedoch bis heute unvollendet mit einem sehenswerten Museum religiöser Kunst im Chor der Kirche, historische Universitätsgebäude – insbesondere die Bibliothek, Kirche St. Michael – eine der schönsten Barockkirchen Belgiens. Je nach Abflugzeit besuchen wir auch noch die Parkabtei, eine Stiftung von 1129. Der Friedhof dieses Prämonstratenser-Klosters ist seit Jahrhunderten der Prominentenfriedhof der Stadt und enthält viele Gräber von Universitätsprofessoren und anderen Honoratoren der Stadt. Am späteren Nachmittag oder Abend Rückreise nach Wien. 


Termine:

Termine sind in Vorbereitung!

Reiseleitung: Prof. Mag. Harald Handlos  u. a.

Pauschalpreis:  € 1.390,–

Inbegriffen:
Die Linienflüge Wien-Brüssel-Wien (Brussels Airlines)
Die Flughafen- und Sicherheitsgebühren
Die Rundfahrten
Die Nächtigungen in Zweibettzimmern in einem erstklassigen Hotel
Die Halbpension (Frühstück und Abendessen)
Die Besichtigungen mit den Führungen und Erklärungen (ohne eventuelle Eintrittsgebühren)
Die qualifizierte Studienreiseleitung durch einen Akademiker oder anderen Fachmann

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: € 45,–

Teilnehmerzahl: mindestens 12, höchstens 25 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.