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  Abenteuer Archäologie  –  Studienreise  

Wir bieten in Zusammenarbeit mit der ARGE Archäologie eine größere Zahl von Studienreisen an. Dabei fokussieren wir uns geografisch und geschichtlich entsprechend dem jeweils gewählten Thema und befassen uns in die Tiefe gehend mit dem aktuellen Forschungsstand aus Sicht der Geschichtswissenschaften und der Archäologie. Letztere hat sich auf Grund einer rasanten Entwicklung der naturwissenschaftlichen Möglichkeiten in den letzten Dezennien enorm entwickelt. Aus der Grabräuberei unter professoraler Anleitung von einst, mit dem Homer oder der Bibel in der einen Hand und dem Spaten in der anderen, hat sich die Archäologie zu einem Fach entwickelt, das inzwischen Erkenntnisse und Methoden der Botanik, Humanmedizin, Thermofotografie, Genetik, Forensik u.s.w. integriert, um Antwort auf die Frage: “Was war da?” zu geben. – Die naheliegende Fragen die sich für uns Heutige stellen, sind immer wieder: “Woran aus unserer Gegenwart erinnern uns die Fragmente und Erbstücke aus der Vergangenheit?” und “Was können wir daraus lernen?”

Alle diese Reisen werden von ausgewiesenen Experten für das entsprechende Thema begleitet. Das Programm ist so gestaltet, dass genug Zeit vorhanden ist, um die einzelnen archäologischen Stätten nicht nur oberflächlich zu besichtigen, sondern in ihrer historischen und kulturellen Bedeutung voll erfassen zu können. Die im Laufe der Woche eingestreuten Vorträge und abendlichen Diskussionsrunden bieten umfassendes Wissen und aktuelle Forschungsergebnisse.

Die ARGE Archäologie ist verantwortlich für die Planung und Durchführung der wissenschaftlichen Besichtigungsprogramme und Begleitveranstaltungen. Die Rolle des “Akademischen Reisedienstes/Orion Reisen” in der Zusammenarbeit ist die Abwicklung der Reiselogistik (Wir beraten Sie und helfen Ihnen gerne auch bei Ihren individuellen An- und Rückreisen).

Die Region Luristan liegt abseits der großen Touristenströme, obwohl sie sowohl historisch als auch landschaftlich Außergewöhnliches bietet. Hier findet der Reisende eines der schönsten und stimmungsvollsten Gebiete des Iran – tiefe Schluchten, einmalige Hochplateaus und als Krönung der schroffen Gebirgsketten zahlreiche ganzjährig schneebedeckte Berggipfel. Aus der Geschichte wissen wir, dass hier im Zagros-Gebirge schon vor 10.000 Jahren Menschen lebten und schon seit dem 3. und dem 4. Jahrtausend v. Chr. Siedlungen mit einer eigenständigen Kultur existierten. Erst stand dann die Region unter der Herrschaft der Sumerer, danach der Elamiter; um 600 v. Chr. wanderten Perser und Meder ein. In dieser Zeit verlosch die Kultur der Luristaner.
Die technische Perfektion, bizarre künstlerische Abstraktion und der Formenreichtum antiker lurischer Bronzen fasziniert Fachleute und Laien gleichermaßen. Die Entwicklung der Bronzetechnologie hatte schon im vierten Jahrtausend v. Chr. im westlich benachbarten Mesopotamien begonnen. Die dafür benötigten Rohstoffe wurden auch aus dem Zagrosgebirge importiert. Dadurch hatten die Nomadenstämme Luristans Anteil an der allgemeinen technologischen Entwicklung und entwickelten selbst die Bronzekunst zu einer eigenständigen Blüte. Die lurischen Bronzeschmiede produzierten prächtige Dolche, Schwerter und Pferdegeschirre für Adelige und andere vermögende Kunden in Babylon und Assyrien (und ließen sich ihr Können teuer bezahlen!).
Gemeinsam mit einem Altphilologen und ausgewiesenen Iran-kenner durchstreifen wir das verwunschene Reich des alten Luristan und benachbarte interessante Regionen. Dabei entdecken wir längst vergessene Paläste, Tempel und Burgen für uns, aber auch hochbedeutende archäologische Stätten, erfreuen uns an kleinen Begegnungen mit der noch sehr ursprünglich lebenden Bevölkerung, atmen auf kleinen Wanderungen die frische Bergluft grüner Höhenalmen und besuchen vielleicht sogar die letzten Nomaden des Iran.

1. Tag: Flug Wien – Teheran und Hoteltransfer.

2. Tag: Flughafentransfer – Flug nach Chorramabad und Hoteltransfer. Die Stadt hat derzeit etwa 370 TEW und liegt auf rund 1200 m Seehöhe im Zagrosgebirge. Auf Grund der topografischen Gegebenheiten kreuzen einander hier mehrere wichtige Verbindungsstrassen und hatte der Siedlungsplatz seit vorgeschichtlicher Zeit entsprechend strategischen Wert. Kein Wunder, dass hier einiges an interessanten historischen Resten zu finden ist. Der Nachmittag steht Ihnen zur freien Verfügung. Übernachtung in Chorramabad.

3. Tag: Besichtigungen in Chorramabad: Alte Festung (Falak-al-Aflak), sassanidische Steinbrücke (Pol-e-Dochtar), Pol-e-Khashkanrud.

4. Tag: Fahrt nach Susa/Shush. Das aus der Bibel wie auch durch Karl May bekannte Susa trat einst (das ist 3. – 1. Jahrtausend v. Chr.) als Hauptstadt des elamischen Reiches in die Geschichte ein. Doch schon seit ca. 4.000 v. Chr. existierte hier eine befestigte Siedlung und ein religiöses Zentrum. Hier befindet sich das Danielsgrab, in dem der biblische Prophet Daniel begraben sein soll. Das heutige Schusch hat etwas über 50TEW und liegt abseits des alten Siedlungsplatzes. Um dorthin zu gelangen fahren wir etwa drei Stunden aus dem Gebirge heraus nach Süden bis in die Schwemmlandebene, die dann bis zum Persischen Golf reicht. Das moderne Ausgrabungsgelände erstreckt sich über viele km² und die Archäologen unterscheiden aktuell 25 Kulturschichten. Am besten erhalten sind die Apadana (Empfangshalle), die Akropolis, die Grabhügel und die Kanäle. Weiter nach Tchogha Zanbil; die Stadt ist eine mittel-elamische Gründung (13. Jh. v. Chr.). Die Königspaläste und der heilige Bezirk mit einem gewaltigen fünfstufigen Zikkurat (ein der Stadtgottheit gewidmeter Stufenturm) sind die wichtigsten Elemente. 20 km südlich liegt der elamische Fundort Haft Tepe (Sieben Hügel), ein im 15. Jh. v. Chr. errichtetes unabhängiges Fürstentum. Besichtigung der Ausgrabung der Palastanlagen sowie eines lokalen Museums. Übernachtung in Ahwaz.

5. Tag: Weiterreise nach Norden: Hamadan. Bei unserer Fahrt (ca. 585 km) folgen wir der alten Verbindungslinie Richtung Täbris. Hamadan liegt an der Kreuzung mit der Verbindung Baghdad Teheran. Die 500 TEW-Stadt auf rund 1800 m Seehöhe entstand im 2. Jahrtausend v. Chr., hieß ursprünglich Ekbatana und war etwa 400 Jahre lang die Hauptstadt des Meder-Reiches. Seit der Antike war Ekbatana/Hamadan eine wichtige Station an der Seidenstraße. Spezialitäten der Stadt: Trauben (Wein), Mohn (Opium), Pelze und Teppiche. Unsere wichtigsten Besichtigungspunkte sind: die möglicherweise von Alexander dem Großen gestiftete Löwenskulptur (Sang-e-Shir), das Ibn Sina-Mausoleum (bei uns ist der hier Bestattete bekannt unter dem Namen Avicenna), das Mausoleum der Esther und des Mordechai sowie der reich verzierte Grabturm Gonbad-e-Alaviyan. 2 Übernachtungen in Hamadan.

6. Tag: Ausflug zum 11 km langen Höhlensystem von Ali Sadr. Diese Höhlen wurden 1963 (wieder)entdeckt und sind inzwischen ein überregional bekannter Touristenmagnet. – Kein Wunder, wenn man liest, dass behauptet wird, sie seien die schönsten Wasserhöhlen der Welt. Abgesehen davon fanden sich bei Ausgrabungen Artefakte die bis in das 10. Jahrtausend v. Chr. zurückreichen. Besichtigung zum Teil per pedes, zum Teil mit Hilfe eines Bootes.

 

7. Tag: Zum ersten Besichtigungspunkt ist es nicht weit; ein paar Autominuten südwestlich der Stadt liegt Gandj-i-Nameh (Königliche Felsinschriften zu Ehren von Ahura Mazda, der Hauptgott der Zoroastrier, eine gestiftet von Darius I. eine von Xerxes I. Hauptanziehungspunkt für die Einheimischen ist allerdings das Erholungsgebiet am Fuß des Alvand-Gebirges und ein Wasserfall. Nächster Halt in  Bisotun (Darius-Relief mit dreisprachiger Inschrift; Karawanserei aus dem 15.Jh.). Weiter bis Bachtaran/Kermanschah. Kermanschah, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz (die an den Irak grenzt) hat knapp 900TEW und liegt auf 1350 m Seehöhe. Sassanidische Gründung des 4. Jh. n. Chr. war sie bald Sommerresidenz der Könige und wichtige Station auf dem Weg nach Bagdad. Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Stadt jedoch sehr oft von fremden Truppen besetzt. 1988, gegen Ende des Iran-Irak-Krieges, wurde Kermanschah heftig umkämpft und erlitt schwerste Schäden, die vereinzelt noch heute erkennbar sind. (2 Übernachtungen).

8. Tag: Unsere heutige Exkursion führt uns nach Qassre Shirin-Ker, zur Palastanlage und dem Feuerheiligtum von Chosrau II, der letzte Großkönig des Sassanidischen Reiches. Die zweite Station bringt uns zu den Lullubäer-Reliefs von Sar-e-Pol-Zohab.

9. Tag: Flughafentransfer – Flug von Kermanschah nach Teheran – Transfer ins Hotel (2 Übernachtungen). Teheran, die Hauptstadt Persiens hat in der Metropolregion rund 20 Millionen EW. Die Stadt liegt oberhalb von 1000 m; im Norden des Stadtgebiets erhebt ein Fast-4000er sein schneebedecktes Haupt, der Totschāl. Der Siedlungsplatz entwickelte sich erst ab dem 16. Jh. moderner Zeit zur Stadt mit Zitadelle und Ummauerung und wurde erst 1795 zur ständigen Residenz der Herrscher. Ihre moderne Gestalt erhielt die Stadt ab den 1930er-Jahren unter der Regierung von Reza Schah Pahlevi bzw. in den 1960er und 1970er-Jahren während der Regierung von Schah Mohammad Reza Pahlevi (der 1978/9 gestürzt wurde). Von den damaligen Ausbauplänen wurde jedoch nur ein kleiner Teil realisiert. Mangels einer funktionierenden Stadtplanung und auf Grund von Landflucht und Zuzug von Flüchtlingen (Golfkrieg, Afghanischer Bürgerkrieg) hat sich die Stadt seither planlos wuchernd (und in kleinen Gebieten als Spielfläche für Spekulanten) entwickelt. Etwa 80% der Siedlungsfläche im Großraum wurden ohne jegliche städtische Infrastruktur und Versorgungseinrichtungen bebaut.

10. Tag: In Teheran Besichtigung der hervorstechendsten der großartigen Sehenswürdigkeiten: Nationalmonument, Archäologisches Museum (Iran Bastan) mit hochinteressanten Ausgrabungsfunden aus dem gesamten Land von der Urgeschichte bis in die vorislamische Zeit. Weiters der großartige persische Kronschatz in der Nationalbank (eingeschränkt geöffnet). Besuch des Golestan-Palastes, Bau aus dem späten 18. Jh. auf dem Platz der ersten Zitadelle Teherans; bis zur Errichtung der Islamischen Republik Wohnung und Regierungssitz des Monarchen, auch wenn die Pahlevis den Niavaran-Palastkomplex im Nordosten des Stadtgebiets bevorzugten. Im Golestan-Palast befindet sich ein Museum (Keramik, Schmuck, Waffen und der sog. Pfauenthron).

11. Tag: Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Europa.

Wichtige Hinweise!
Bitte beachten Sie, dass es erforderlich werden kann, das geplante Programm aus wissenschaftlichen, organisatorischen oder auch meteorologischen Gründen zu ändern. Ihr Gruppenbetreuer wird sich bemühen, solche Änderungen umgehend mitzuteilen und für adäquaten Ausgleich zu sorgen.
Ein noch ausführlicheres Detailprogramm, Bilder und eine weitere Landkarte sowie wichtige technische Hinweise und eine Ausrüstungsliste, die Sie unbedingt lesen sollten, bekommen Sie auf Anfrage von der ARGE Archäologie unter
https://www.arge-archaeologie.at/programm-2017/iran-luristan-vergessener-ursprung-des-iran/

Termine

Termine sind in Vorbereitung!

Reiseleitung: Prof. Dr. Wolfgang Trachta (Altphilologe)

Pauschalpreis: € 2.580,–

Inbegriffen:
die Linienflüge Wien – Teheran – Wien (AUA)
die Flughafen- und Sicherheitsgebühren
die Busrundreise
die Nächtigungen in Zweibettzimmern in sehr guten Hotels (Du/WC oder Bad/WC)
die Halbpension (Abendessen / Frühstück)
die Besichtigungen mit den Führungen und Erklärungen
wo erforderlich die Betreuung durch lokale BegleiterInnen
die qualifizierte Studienreiseleitung durch einen Akademiker oder anderen Fachmann

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: € 40,–

Teilnehmerzahl: mindestens 12, höchstens 24 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.