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Das kleine Land am Atlantik war einst Zentrum eines kolonialen Weltreichs und bewahrt eine Fülle von Kunstschätzen, Prachtbauten und Denkmälern seiner wechselvollen Vergangenheit. Seine Geschichte und Kultur entwickelte sich aus dem Erbe der Iberer, Phönizier, Römer, Westgoten und Araber. Eine mediterrane Mischung eigener Art entstand und bezaubert auch die heutigen Besucher Lusitaniens. 1755 machte ein gewaltiges Erdbeben eine Zäsur in der Geschichte des Landes, das sich jedoch im 19. Jh. wieder erholen konnte. Dem Ende der Monarchie 1910 folgten unruhige Zeiten und dann die Diktatur Salazars, dessen System erst 1974 von der Nelkenrevolution beendet wurde. Seitdem hat sich das Land, das während des 20. Jh. praktisch seinen gesamten Kolonialbesitz verloren hat, in den europäischen politischen Mainstream eingeordnet und auch einige Zeit von der neuen Prosperität mit Kulturhauptstadtwürde und Weltausstellung für Lissabon überdurchschnittlich profitiert. Die globale Wirtschaftskrise von 2008 legte jedoch gnadenlos die alten Strukturschwächen des Landes bloß und so hat Portugal noch immer einen langen Weg vor sich, bis es wirtschaftlich zu den europäischen Durchschnittswerten aufgeschlossen haben wird. Diese Route führt in den Landesteil südlich von Lissabon, der eher selten das Ziel von Studienreisen ist. Kaum zu verstehen, wenn man genauer hinsieht, welch interessante Besichtigungsmöglichkeiten Setúbal, der Alentejo und die Algarve bieten.

1. Tag: Direktflug – Wien Lissabon. Transfer zum Hotel und Check in (2 Übernachtungen). Am Abend Spaziergang im historischen Stadtzentrum und Besuch eines Fado-Lokals (fakultativ).

2. und 3. Tag: Lissabon: Die folgenden Programmpunkte verteilen sich auf die Tage 2, den Vormittag des Tages 3 und den Nachmittag des Tages 8. Nationalmuseum, Gulbenkian-Stiftung, Igreja de São Roque mit Museum, Palácio Nacional de Queluz. Am Nachmittag des 3. Tages Fahrt via Ponte 25 de Abril über die Serra da Arrábida (Naturschutzgebiet Parque Natural da Arrábida) nach Setúbal. (1 Übernachtung)

4. Tag: Der gesamte historische Ortskern der Stadt Setúbal (125 TEW) steht unter Denkmalschutz. Folgend auf die großen Entdeckungsfahrten der Portugiesen wurde die Stadt zu einem florierenden Flottenstützpunkt und Industriehafen, zudem auch zu einem klerikalen Zentrum. In den drei Jahrhunderten darauf baute sich die Nobilität hier – vor den Toren Lissabons – Paläste und Landhäuser. Das bedeutendste Architekturdenkmal ist das ehemalige Franziskanerkloster Convento de Jesus (1492), das erste Bauwerk des manuelinischen Stils. Die Gebäude beherbergen heute das städtische Museum mit einer sehenswerten Kollektion von Gemälden, Kunstgewerbe, Möbeln und Goldschmiedearbeiten, die schlichte Kirche ist von zeitloser Schönheit.
Évora: Die 60 TEW-Stadt hat interessante Zeugnisse ihrer langen Vergangenheit bewahren können. Die gut erhaltenen Reste eines antiken Diana-Tempels stehen auf dem Gipfel des Stadthügels. 1166 wurde Évora zum ersten Sitz des späteren Ritterordens von Aviz und umgibt sich mit einer Mauer, die noch heute die (UNESCO –gelistete) Altstadt umgürtet. Seit dem 12. Jhd. war die Stadt auch Wahlort der portugiesischen Könige, während des 15. und 16. Jhd. Zentrum des portugiesischen Humanismus mit einer von den Jesuiten gegründeten Universität. Einen Steinwurf vom Diana-Tempel erhebt sich die düstere Kathedrale. Wir steigen in der engen Wendeltreppe des Kreuzganges hinauf auf das Dach und bewundern die Feinheit des Elfenbeintriptychons der Madonna im angeschlossenen sakralen Museum. Letzter (schauriger) Besichtigungspunkt ist die Capela dos Ossos, des ehemaligen Franziskanerklosters. Die Dekoration dieser barocken Kapelle wurde unter Verwendung der Gebeine von etwa 5000 Mönchen aus den verschiedenen Friedhöfen der Stadt gestaltet. (2 Übernachtungen)

5. Tag: Évoramonte: Von Évora aus sind es lediglich 20 km nach Nordosten und 170 Höhenmeter, in dieses Dörfchen mit wenig mehr als 550 Einwohnern. Die Geschichte des Ortes beginnt mit dem 13. Jh. Um die im Zug der Reconquista eroberten Gebiete abzusichern, wurde hier in bester Fernsichtlage eine befestigte Stadt mit einer dräuenden Burg in der Mitte erbaut. In der Folge erreichte die Bevölkerungszahl von Évoramonte den bis zu sechsfachen Wert von heute. Das ist Geschichte, ebenso wie die Funktion der Burg als Ausguck und Herrschaftssymbol. Die Befestigungsanlagen aber haben überdauert. Seit bald hundert Jahren wird die Burg restauriert und modernisiert. Inzwischen wurde sie zum Nationalmonument erklärt und entwickelt sich zum Magneten für Schulklassen und Touristen.
Estremoz: Noch 15 km weiter nordöstlich liegt diese Kleinstadt mit 10.000 Einwohnern. Die internationale Bedeutung der Stadt ist nicht zu unterschätzen. Der hochqualitative Marmor in verschiedensten Farben, der hier und in einer Zone, die sich ca. 10 km weit bis nach Borba erstreckt, abgebaut wird, ist seit der Antike ein gefragtes Exportprodukt; besonders in der Farbe rosa. Selbstverständlich ist er auch in Estremoz omnipräsent. Die ehemalige Königsresidenz, die sich hier befindet, wurde zu einer der berühmtesten portugiesischen Pousadas umgebaut. Das nur ein paar Autominuten entfernte Paço Ducal de Vila Viçosa zeugt ebenfalls davon, dass die Gegend einst ein Brennpunkt der großen Politik war. Das ursprüngliche Stammhaus und spätere Sommerschloss der Familie Braganza (seit dem Mittelalter mächtige Herzöge und Königsgeschlecht von 1640 bis 1853) ist musealisiert und lohnt den Besuch.
Elvas (22 TEW): Das Kerngebiet der Stadt steht unter der Bezeichnung „Grenz- und Garnisonsstadt Elvas mit ihren Befestigungen“ seit 2012 in der Liste des UNESCO Weltkulturerbes. Tatsächlich befinden sich hier die größten erhaltenen Bollwerk-Befestigungsanlagen der Welt. Der Reihe nach Kelten, Römer, Westgoten, Mauren und am Ende die portugiesische Krone arbeiteten an der Befestigung des Stadthügels inmitten einer fruchtbaren Ebene. Neben dem Kastell mit seinen Vorfestungen und den Stadtmauern gehören der kilometerlange bis zu vierstöckige Amoreira-Aquädukt (mittelalterlich), Sakralbauten, Brunnenanlagen, Schulen, Herrenhäuser, Gärten und historische öffentliche Gebäude wie auch die Grenzstation von Caia zum denkmalgeschützten Bauensemble. Abgesehen davon zeigt das Museum für Moderne Kunst eine der wichtigsten Sammlungen für zeitgenössische portugiesische Kunst.
Megálitos: In der Provinz Évora gibt es über 150 megalithische Baudenkmäler: darunter der größte Dolmen Portugals (Anta Grande do Zambujeiro), Steinkreise wie den Cromlech de Almendres, einzelne Menhire – darunter der höchste des Landes (Menhir da Meada in Castelo de Vide) und Bauten, die den alten Bestand in sich integriert haben, wie die Anta-Capela de Sâo Brissos. Auf unserem Weg werden wir je nach Wetter und Zeitbudget einzelne dieser – meist sehr versteckt liegenden Stätten besuchen.

6. Tag: Fahrt nach Monsaraz, derzeit rund 800 EW, einer der ältesten und besterhaltenen historischen Orte des Alentejo und eine alte Templerdomäne. Es gibt noch heute eine durchlaufende geschlossene Stadtmauer und viele historische Gebäude. Danach Besichtigung in Beja. Beja ist keine Gemeinde sondern der Zusammenschluss von vier Ortschaften zu einer Stadt mit rund 25 TEW. Wichtigster Besichtigungspunkt hier ist die ehemalige Kirche Santo Amaro, die im 5. Jh., also schon zur Zeit der Westgoten erbaut wurde und eine der vier ältesten Kirchen Portugals ist. Heute ist sie Teil eines Regionalmuseums. Ansonsten locken viele Reste aus der Römerzeit, insbesondere die Villa rustica von Pisões. Weiter durch den Parque Natural do Vale do Guadiana. Innerhalb des Naturschutzgebietes liegt die Kleinstadt Mertola, die auf 3.000 Jahre Geschichte zurückblicken kann. Als die Phönizier in die Gegend kamen (ca. 750 v. Chr.) war die geschützte Lage über der Guadiana, die die Verschiffung von Gold, Silber und Zinn, vor allem aber von Kupfer gestattete, von größter Bedeutung. In römischer Zeit war die Stadt zusätzlich zu ihrer Funktion als Erzhafen ein wichtiger Militärstützpunkt in den sehr langwierigen Auseinandersetzungen zuerst mit keltischem dann lusitanischem Widerstand gegen die Fremdherrschaft. Aus maurischer Zeit stammt das wohl interessanteste profane Bauwerk, ein in Resten erhaltenes Wasserhebewerk zur Trinkwasserversorgung der hochgelegenen Stadt. Ebenfalls ein im Grunde maurisches Erbstück ist die Ingreja de Nossa Senhora da Assuncao; sie ist die einzige vollständig erhaltene Moschee aus dieser Zeit in Portugal. Weiterfahrt durch die schöne Landschaft des Alentejo nach Faro (2 Übernachtungen).

7. Tag: Am Morgen Besichtigung von Faro, Hauptort der Algarve mit 44 TEW, einem Verkehrsflughafen und zwei Universitäten. Die Stadt hat eine lange Geschichte, beginnend mit der Ansiedlung der Phönizier mit einer Reihe von Blütezeiten insbesondere während der römischen und der maurischen Zeit. Während des Englisch-Spanischen Krieges, der rund um 1600 20 Jahre lang tobte, wurde die Stadt weitgehend verwüstet. Zwei Male im 18. Jh. wiederholte sich das auf Grund von Erdbeben. Dementsprechend „neu“ ist die historische Bausubstanz. Wir besichtigen die Kathedrale, teilweise 13. Jh., und die reich mit Gold dekorierte Karmeliterkirche; für uns interessant ist auch das ethnographische Regionalmuseum, weil es einen Überblick über die gesamte Algarve und ihre Populärkultur gibt. Fahrt nach Albufeira, 23 TEW; bis ins Mittelalter galt die auf dem Felsen erbaute Stadt wegen ihrer Lage als uneinnehmbar. Erst 1249 konnte sie den Mauren abgenommen werden. In der Neuzeit haben die Sommergäste die Stadt erobert. Etwa 300.000 kommen jedes Jahr und drängen sich in den Gässchen des Stadtkerns. Weiter zu einem Spaziergang entlang der Praja da Rocha (bei Portimão). Dabei handelt es sich um einen ca. 1,5 km langen pittoresken Küstenabschnitt. Entstanden sind die grotesken Felsformationen durch die Meeresauswaschung von härterem Felsgestein aus dem es umgebenden weicheren Material an der hier ca. 20–30 m hohen Steilküste. Danach Besuch von Lagos, 32 TEW. Der Hafen der Stadt war im 15. Jh. Ausgangspunkt zahlreicher Afrikaexpeditionen, die Portugal unter Heinrich dem Seefahrer unternahm. Dieser ließ hier auch ab etwa 1440 die Karavelle entwickeln und bauen, ein neuer Schiffstyp nach dem Vorbild der arabischen Dhau, der dann als Standardschiff der portugiesischen Weltentdecker große Erfolge feierte. Im selben Jahr erhielt Lagos einen bedeutenden Sklavenmarkt, dessen Gebäude noch heute besteht. Unbedingt sehenswert ist auch die Igreja do Santo António mit einem goldstrotzend ausgestatteten barocken Innenraum. Vom Stadthügel spazieren wir hinunter ans Wasser, wo wir den Gouverneurspalast und das Hafenfort finden. Ein kleiner Abstecher führt uns südwestlich von Sagres zur Fortaleza de Sagres, Innerhalb des Forts liegt ein Steinkreis aus der Zeit Heinrichs des Seefahrers mit einem Durchmesser von 43 m, der teils als Windrose teils als Sonnenuhr interpretiert wird. Nur noch 30 km fehlen bis zum südwestlichsten Punkt des europäischen Kontinents, das Cabo de S. Vicente. Von der Jungsteinzeit bis ins Mittelalter wurde diese Felsspitze als heiliger Ort verehrt. Heute steht auf dem Kap der lichtstärkste Leuchtturm Europas mit einer Reichweite von 60 km und ist der Platz ein Pilgerziel für sommerliche Touristen-Karavanen. Rückfahrt zum Hotel.

8. Tag: Am Morgen Besichtigung von Milreu (Überreste einer römischen Villa aus dem 1. Jh. n. Chr.) in wunderbarer lanschaftlicher Lage bei Estoi. Anschließend Rückfahrt nach Lissabon (über den Ponte Vasco da Gama). Spaziergang im Weltausstellungsgelände von 1998. Am Nachmittag restliche Besichtigungen in der Stadt (siehe 2. und 3. Tag).

9. Tag: Restliche Besichtigung(en) bzw. Zeit zur freien Verfügung entsprechend der Abflugzeit. Flughafentransfer Nonstop-Rückflug nach Wien.


Termin:

Termine sind in Vorbereitung!

Termine für 2018 in Vorbereitung

Reiseleitung: N.N.

Pauschalpreis: € 1.290,–

Pauschalpreis bei Kleingruppe:
€ 1.500,–   bei 5 Personen
€ 1.400,–   bei 6 Personen
€ 1.350,–   bei 7 – 11 Personen

Inbegriffen:
die Linienflüge Wien – Lissabon – Wien (Swiss, KLM, Sky Europe)
die Flughafen- und Sicherheitsgebühren
die Busrundreise lt. Programm
die Nächtigungen in Zweibettzimmern in guten Hotels (Du/WC oder Bad/WC)
die Halbpension (Abendessen / Frühstück)
die Besichtigungen mit den Führungen und Erklärungen (ohne Eintrittsgebühren)
die Straßensteuern und Autobahngebühren
wo erforderlich die Betreuung durch lokale BegleiterInnen
die qualifizierte Studienreiseleitung durch einen Akademiker oder anderen Fachmann

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: € 42,–

Teilnehmerzahl: mindestens 12, höchstens 25 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.