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Rumänien hat sich erst 1918 konstituiert und seit dem Ende der Ceausescu-Diktatur (mit Hilfe der EU) eine stürmische Entwicklung erlebt. Allmählich öffnet sich dieses Land mit seinen großen Naturschönheiten und zahlreichen historischen Stätten auch ausländischen Besuchern (Sibiu/ Hermannstadt 2007 Europäische Kulturhauptstadt). Je nach Landesteil unterschiedlich stößt man auf hochinteressante Spuren verschiedener Herrschaftsstrukturen und Religionen. Im Norden des Landes (Maramures) hat sich eine einfache bäuerliche Kultur und Holzarchitektur erhalten. Im Zentrum des Landes sind es vor allem die Kirchenburgen der schon seit dem 12. Jahrhundert zugewanderten „Siebenbürger Sachsen“. In der Bukowina und der anschließenden Moldau stehen die wieder zu neuem Leben erwachten (orthodoxen) Moldauklöster mit einzigartiger Außenbemalung. Der gesamte Westteil des Landes (Banat) zeigt starke Spuren der Habsburger-Monarchie.

1. Tag: Fahrt von Wien über Nickelsdorf, Raab, Tata über das Vertesbergland durch Budapest hindurch. Weiterfahrt durch die große ungarische Tiefebene (Alföld) über Szolnok über die Grenze Rumäniens, nach Oradea.

2. Tag: Im Zentrum von Orádea/Großwardein viel österreichischer Barock, Gründerzeit- und Jugendstil. Bischöfliches Palais, röm.-kath. Kirche, kathol. Pfarrkirche, orthodoxe Mondkirche. Nach Cluj/Klausenburg, Hauptstadt Siebenbürgens, heute zweitgrößte Stadt Rumäniens. An seiner Geschichte haben schon die alten Daker mitgeschrieben, aber seither ebenso die Römer, Ungarn, Juden, Sachsen und stets die Rumänen selbst. Michaels-Kathedrale, Geburtshaus von Matthias Corvinus, Universitätsviertel, Avram-Iancu-Platz mit Orthodoxer Kathedrale und Nationaltheater, Volkskunde-Museum und Bánffy-Palais sind nur einige der Besichtigungspunkte eines ausführlichen Stadtrundgangs. Weiterfahrt Richtung Maramures und Nächtigung im Gebiet von Sighetu Marmatiei.

3. Tag: Fahrt durch die liebliche Landschaft der Maramures (Holzhäuser, Stabkirchen, geflochtene Zäune, u.ä.m.) zum „lustigen Friedhof“ Sapinta. Zurück durch das Izatal – hier findet man stellenweise das typische Rumänien mit den idyllischen Dörfern und wunderschönen Trachten – über Bistritz und den Tihuta-Pass (1.200 m) in das ehemalige österreichische Kronland Bukovina (Buchenland). Nächtigung in Gura Humorolui.

4. Tag: Am Vormittag Ausflug zu den Klöstern Moldovita (1537 vom Sohn Stefan d. Gr. erbaut, mit sehr gut erhaltenen Fresken) und Sucevita (Ein Nonnenkloster, das 1580 errichtet wurde, also zeitlich etwa in der Mitte des Klosterbauzyklus der Moldau steht, die Außenfresken der Kirche sind besonders gut erhalten und weisen bis heute herrliche Farbtöne auf). Am Nachmittag Besichtigung des Klosters Voronet. Diese Kirche wurde schon 1488 auf Weisung Stephans d. Gr. in einem eigenartigen Mischstil zwischen byzantinischem Kuppelbau und gotischem Langbau errichtet. Auch sie ist innen und außen bunt bemalt. Weiter zum Kloster Humor. Die Klosterkirche wurde 1540 erbaut und innen und außen mit prachtvollen Fresken geschmückt. Sie liegt auf einem Hügel, der Turm steht neben dem Kirchenschiff.

5. Tag: Besichtigung von Monastirea Neamt, wahrscheinlich die älteste Klostergründung in der Moldau (14. Jh.). Die Klosterkirche ist das architektonisch reifste Bauwerk des „moldauischen Stils“. Sie weist das charakteristische Vorschiff auf, das mit zwei Kuppeln einem dreiteiligen Schiff angeschlossen wurde. Weiter über die Karpaten auf landschaftlich schöner Strecke über den großartigen „Bicaz Stausee“ durch die „Bicaz Schlucht“ vorbei am Lacu Rosu (Roter See, entstanden durch einen Erdrutsch) nach Gheorgheni (ehemaliges Zentrum der autonomen Region der Szekler) und weiter nach Kronstadt/ Brasov.

6. Tag: Das Wahrzeichen von Kronstadt/Brasov ist die „Schwarze Kirche“ aus 1385 – 1477 im Zentrum der Altstadt. Sie dient auch heute noch der evangelischen deutschsprachigen Minderheit. Rathaus, Katharinentor und Schmiedebastei als Reste der alten Stadtmauern. Spaziergang durch das Skei, früher das Viertel der Rumänen, die einst nur außerhalb der Mauern siedeln durften. Am Nachmittag Ausflug zu den imposanten Kirchenburgen von Tartlau/Prejmer und Honigberg/Harman (beide UNESCO-Weltkulturebe) und nach Bran ("Draculaburg").

7. Tag: Von Kronstadt auf der „Straße der Kirchenburgen“ nach Marienburg/Feldiora, Reps/Rupea und Schässburg/Sighisoara. Dies ist die älteste und besterhaltene mittelalterliche Stadt Siebenbürgens. Hier trat im 15. – 17. Jahrhundert der Siebenbürger Landtag zusammen. Hauptsehenswürdigkeit ist die gewaltige Burganlage aus dem 12. Jahrhundert mit ihren noch erhaltenen 9 Türmen, der Bergkirche und den krummen Gässchen der Altstadt. Weiter nach Birthälm/Biertan. Hier steht die schönste der berühmten Kirchenburgen Siebenbürgens, von 1572-1867 Sitz der Sachsenbischöfe, mit 3 Wehrmauern, 6 Türmen und 3 Toren, auf steiler Anhöhe, mit herrlichem Weitblick über das umliegende Land. Fahrt nach Medias/Mediasch (Kirchenburg mit spätgotischer Kirche, sowie noch gut erhaltener Festung aus dem 13. Jahrhundert) und schließlich nach Hermannstadt/ Sibiu.

8. Tag: Hermannstadt/Sibiu; 1223 ist der lateinische Name „Villa Hermanni“ erstmals urkundlich erwähnt. Auch wenn der aktuelle Bevölkerungsanteil der Deutschen nur noch 1-2% beträgt, spielen sie im kulturellen und politischen Leben der Stadt eine bedeutende Rolle. Bürgermeister Klaus Johannis wurde seit 2000 bereits drei mal mit jeweils überwältigender Mehrheit wiedergewählt. Mittelalterliche Stadtmauern mit Türmen, altes Rathaus, Reformierte Kirche (dzt. – Stand Sommer 2014 – wg. Generalrenovierung geschlossen), Brukenthalmuseum, und das riesige unzerstörte Ensemble von ziegelgedeckten Häusern in der verkehrsberuhigten Ober- und neuerdings auch Unterstadt laden im Stadtzentrum zu einer ausführlichen Besichtigung zu Fuß ein. Wir sehen auch das Theresianum, ein 1754 in der Vorstadt von Hermannstadt errichteter großer Gebäude-Komplex, der als Auffangstation für die zwangsausgesiedelten Protestanten aus Oberösterreich und Salzburg errichtet wurde (Maria Theresia-Denkmal). Am Nachmittag Fahrt in Rumäniens schönstes Bauernhofmuseum gleich am Rand der Stadt. Gegründet schon 1905 als Museum des Siebenbürgischen Vereins für die Kultur und Literatur des rumänischen Volkes, 1963 umgetauft zum Museum für bäuerliche Technik ist das "Muzeul Civilizatiei Populare Traditionale „ASTRA” din Sibiu" mit seinen rund 400 hierher transferierten Gebäuden aus allen Landesteilen eines der größten Freilichtmuseen Europas. Zweite Übernachtung in Sibiu.

9. Tag:  Weiterfahrt durch die drei sogenannten Landlerdörfer Großpold, Großau und Neppendorf (die Landler waren die Protestanten, welche während der Gegenreformation aus Oberösterreich und dem Land Salzburg hierher zwangsausgesiedelt wurden). Stop in Sebes/Mühlbach zum Besuch der Stadtpfarrkirche (Bauteile von der Romanik bis zur Renaissance und vor allem der Schreinflügelaltar, zugeschrieben Veit Stoss d. J., 1518). Nur wenige Kilometer weiter: Alba Julia/Karlsburg (bis 1711 Weißenburg), katholischer Bischofssitz seit 1009 und ab 1451 heiß umkämpft von osmanischen und kaiserlichen Truppen. Nach der Einnahme der Stadt durch Kaiser Karl VI. wurde unter Leitung des Prinzen Eugen die bis heute bestehende (und seit 2010 aufwändig restaurierte) gigantomane siebeneckige Festung begonnen. Weiter nach Hunedoara/Eisenmarkt zu einer Burg wie aus dem Bilderbuch. Erster Bauherr war Iancu de Hunedoara/Hunyady Janos, weitergebaut wurde von seinem Sohn: Matthias Corvinus. Der prachtvolle Bau mit gotischen und renaissancen Teilen diente schon öfter als Drehort für Historienfilme. Danach weiter auf landschaftlich wunderschöner Strecke zum Hauptort des Banat, nach Timisoara/Temeschvar (Übernachtungsort).

10. Tag: Rundgang durch die wesentlich vom Barock geformte Stadt Temeschvar/Timisoara, wirtschaftliches und kulturelles Zentrum des Banat, und knapp hinter Cluj drittgrößte Stadt Rumäniens. Hier nahm der Volksaufstand, der mit der Beseitigung des Ceausescu-Regimes endete, seinen Anfang; überall im Zentrum wird man daran erinnert. Die Stadt war schon im frühen Mittelalter befestigt und florierte. Kriegerische Ereignisse und wiederholt Erdbeben zwangen jedoch immer wieder zu einem Neuanfang. Der letzte Rückschlag erfolgte mit den Bombardierungen durch die Deutschen, nachdem der Bundesgenosse Rumänien die Seite gewechselt hatte und darauf folgend mit der Zuordnung des Gebiets zu Rumänien, was den Verlust der Anbindung an Gulaschkommunismus und Westeuropa bedeutete. Inzwischen hat die Stadt aber wieder Aufwind, vor allem durch deutsche und italienische Industrieansiedlungen. Aktuell ist das gesamte Altstadtgebiet in Sanierung; mit viel EU-Geld wird die Stadt mit ihrer bemerkenswerten Bausubstanz von der Renaissance bis zum Art deco wieder zu neuem Glanz gebracht; bis Sommer 2015 soll alles fertig sein. Wir besichtigen das Stadtzentrum mit Hunyadi Schloss, Altem Rathaus, Oper, riesiger barocker katholischer und ebenso großer rumänisch orthodoxer Kathedrale aus den 1920er Jahren. Danach Rückfahrt über Budapest nach Wien – fast 500 km, überwiegend Autobahn.

Termine:

Termine sind in Vorbereitung!

Reiseleitung:  N.N.

Pauschalpreis: € 1.295,–

Inbegriffen:
Die Rundreise mit modernem Reisebus
Die Nächtigungen in Zweibettzimmern in guten Hotels (Du/WC oder Bad/WC)
Die Halbpension (Frühstück und Abendessen)
Die Besichtigungen mit den Führungen und Erklärungen (ohne eventuelle Eintrittsgebühren)
Die qualifizierte Studienreiseleitung durch einen Akademiker oder anderen Fachmann

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: € 35,–

Teilnehmerzahl: mindestens 15, höchstens 30 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.