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Klimatisch begünstigt und landschaftlich abwechslungsreich bietet das hinduistische tropische Indien eine unterschiedliche eigenständige Spiritualität und Baukunst zum islamisch dominierten Norden. Die religiösen Stätten zeigen ein Spektrum von heiligen Bäumen mit urtümlichen Schlangensteinen bis zu riesigen Tempelstädten mit figurenreichen Tortürmen, mystischen Hallen und zu Reiterskulpturen abgewandelten Säulenreihen.

1. Tag: Flug Wien – Madras/Chennai.

2. Tag: Ankunft in Chennai (früher Madras) um ca. 03:30. Hotel Check-out um 09:00 und Beginn der Stadtrundfahrt. Die Stadt in der derzeitigen Größe ist gerade erst 350 Jahre alt. Der Hafen an der Koromandelküste war jedoch schon vor 2.000 Jahren ein wichtiger Handelsknotenpunkt, den Chinesen ebenso nutzten wie Griechen, Römer und Phönizier, später Franzosen und Portugiesen, Araber und Armenier. Derzeit leben rund 8 Mio. EW im Ballungsgebiet. Besichtigung des kolonialen Chennai/Madras mit dem Fort St. George, der Kunstabteilung des Goverment Museums mit den bedeutendsten CHOLA Bronzen, Marina Beach und St. Thomas Kathedrale).
Anschließend weiter nach Mahabalipuram, heute auch ein beliebter Ort mit besten Bademöglichkeiten am feinsandigen Palmenstrand. Der Tempelbezirk wurde vor knapp 30 Jahren zum UNESCO Weltkulturerbe. Im Jahr 600 -715 baute die sehr religiöse Pallava-Herrscherfamilie zu Ehren der Götter und zum Schmuck ihrer Residenzstadt eine Tempelanlage in allen damals gängigen Baustilen, die jedoch nach dem Ende ihrer Regierungszeit unvollendet blieb. Der Tempelbezirk umfaßt zahlreiche aus dem Felsen gemeißelte Tempel, Kulthöhlen und Flachreliefs. Alle diese aus dem Fels geschlagenen Tempel und Bilder sind sog. Rathas; Rathas waren ursprünglich Prozessionswagen – hier jedoch ohne Räder. Die Tempel dienten (nachts mit Leuchtfeuer) auch als Navigationshilfe für die Seefahrt. Direkt am Meer steht der Küstentempel aus dem 8. Jahrhundert (erbaut von Rajasimha Narasimhavarman II – Pallava-König), welcher ebenfalls zum Tempelbezirk gehört. Er soll zu einem Komplex aus sieben Tempeln gehören, der sich entlang der Küste über 10 km erstreckte. Die beiden verbliebenen, früher vom Wasser umspült, der eine Vishnu, der andere Shiva geweiht, zeigen deutliche Spuren der Verwitterung. Besichtigung des Strandtempels als Beispiel des monolithischen Tempelbaues in Indien, Flachrelief "Herabkunft des Ganges" (auch als "Buße des Arjuna" bezeichnet) mit der Mythologie und der Geschichte des Ganges. Über hundert steinerne Relieffiguren, verteilt über eine Fläche von 9 m Höhe und 27 m Breite, zeigen das Leben im 7. Jahrhundert mit den Menschen, Tieren, Bauherren und Göttern.

3. Tag: Fahrt in die 70 km westlich im Hinterland liegende ehemaligen Hauptstadt und Tempelstadt und jetzige Distrikthauptstadt (über 150.000 Einwohner) Kanchipuram. Sie zählt zu den wichtigsten Stätten indischer Hochkultur, ist eine der ältesten Städte Südindiens und eine der "Sieben heiligen Städte" Indiens – auch "Goldene Stadt" genannt. Sie war auch für ihre Seidenstoffe mit eingewebten Gold- und Silberfäden bekannt. Der Ekambareshwara-Tempel mit seinem 58 m hohen Gopuram über dem Südtor ist der größte Tempel der Stadt und wurde im Jahr 1509 um einen "heiligen Mangobaum" erbaut. Zwei Vorhallen, fünf Innenhöfe, wobei einer das eigentliche Heiligtum ist, zahllose Schreine und zwei Teiche gehören zur Gesamtanlage. Wesentlich älter ist der aus dem 7. Jh. stammende Kailasanatha-Tempel (frühhinduistisch). Er besteht überwiegend aus Sandstein, hat viele sehr alte Wandmalereien und ist erstaunlich gut erhalten. Weiter in Richtung zur Stadt befindet sich noch der Perumal-Tempel. Am Abend Flug nach Trichy.

4. Tag: Besichtigung von Trichy/Tiruchirapalli (1 Mio. EW.). Hauptsehenswürdigkeit und Wahrzeichen von Tiruchirapalli ist das in der Altstadt gelegene gigantische Rock Fort, von dem man einen hervorragenden Überblick über die Stadt und ihre Umgebung hat. Bereits auf den ersten Blick erkennt man den strategischen Nutzen und die militärische Bedeutung dieser auf einem etwa 80 m hohen Felsvorsprung errichteten Anlage. Der 437 Stufen lange Anstieg zur Festung hinauf wird von Schreinen und Kulthöhlen gesäumt, die im Laufe der fast 4.000 Jahre langen belegbaren Geschichte dieses Hochsitzes von den jeweiligen Herrschern angelegt wurden. Hier ist die Lalitankura-Höhle mit ihren fantastischen Shiva-Darstellungen aus dem 7. Jh. besonders erwähnenswert. Auch in der Gipfelzone des Felsens befinden sich (miteinander verbundene) Kultstätten: Je eine für die Verehrung von Thayumanavar, Ganesha und Shiva. Wir überqueren den Kaweri Fluss und gelangen zum Vishnu Tempel von Srirangam, ein Juwel des Südindischen Drawida Stils mit der sog. 1000-Säulenhalle und dem „Hof der Pferde“ mit einmaliger Säulenarchitektur aus dem 16.Jh. Am Abend Weiterfahrt nach Tanjore, der Übernachtungsort für diesen Tag (Fahrzeit ca. 90 min).

5. Tag: Am Vormittag in Tanjore Besuch des berühmten Brihadeshwara-Tempels und des dazugehörigen Museums. Der Tempel, der auch Rajarajeswaram genannt wird, wurde während der Regierungszeit der Chola-Dynastie im Jahr 1010 erbaut und ist weltweit der erste bekannte in allen Teilen nur aus Granit erbaute Tempel. Er hat bei einer Höhe von 63 m 16 Stockwerke und ist damit Indiens größter Tempel. Er steht an einem Flussufer inmitten einer festungsartigen Anlage. In der Zeit, in der er als zentrales Heiligtum der Dynastie diente, waren ca. 600 Menschen von der Priesterschaft bis zu den Wächtern als Tempelpersonal beschäftigt. In der Begründung zur Aufnahme des Tempels in das UNESCO-Weltkulturerbe heißt es, er sei Zeugnis der hervorragenden Errungenschaften der Kultur des Chola-Reichs auf dem Gebiet der Architektur, Bildhauerkunst, Malerei und Bronzebearbeitung. Danach Fahrt nach Madurai, eine der ältesten Städte Südindiens (ca. 5 Stunden). Gemäß der Legende hat sie Ihren alten Namen Madhurapuri, vom göttlichen Nektar, der aus den Locken Shivas zur Erde fällt. Sie besuchen den genau im Zentrum der Altstadt liegenden weitläufigen Tempelbezirk der Göttin Shri Minakshi und ihres Gatten Shiva. Die für den Dravida-Stil typischen Ecktürme (Gopi) der äußeren Umfassungsmauer sind etwa 60 m hoch und beherrschen weithin sichtbar das Stadtbild. In den 1960er Jahren wurde per Volksabstimmung entschieden, die farbige Originalfassung der Türme wieder herzustellen. Der Tempel wird täglich von etwa 20.000 Menschen besucht. Nicht-Hindus ist der Zutritt zu den heiligsten Bereichen des Tempels (dem Minakshi-Schrein und dem innersten Prakara des Sundareshvara-Schreines) verwehrt. Sie können jedoch der abendlichen Arati-Zeremonie (http://www.harekrsna.de/artikel/arati.htm) beiwohnen.

6. Tag: Nach dem Frühstück Fahrt nach Periyar (ca. 5 Stunden). Dort angekommen Safari im Periyar Nationalpark („Periyar Wildlife Sanctuary“). Wir bewegen uns in einer phantastischen, hügeligen Landschaft und können eine üppige Tier- und Pflanzenwelt genießen. In der Mitte des Parks liegt ein riesiger künstlich geschaffener See, der Ende des 19. Jh. von den Briten als Trinkwasserreservoir angelegt wurde. Es gibt zwar auch Tiger und Leoparden im Park, die sind jedoch scheu und halten sich von den touristischen Strecken fern. Neben unzähligen Vögeln (260 Arten siedeln hier) kann man bei ein wenig Glück Elefanten, Hirsche, Affen, Wildschweine und Otter zu sehen bekommen (Bootsfahrt,Jungle walk).

7. Tag: Von Periyar nach Kumarakom (ca. 3½ Stunden). Die Straße führt zuerst durch riesige Anbauflächen von Pfeffersträuchern, Kardamomstauden und Gummibäumen. Ab Kumarakom geht es per Boot weiter; den Nachmittag und auch die Nacht verbringen Sie auf dem Wasser. Sie bewegen sich auf einem Hausboot (mit Air-Kondition) auf den sog. Backwaters of Kerala. Dabei handelt es sich um ein weitläufiges Netzwerk von Seen, die durch schiffbare Kanäle untereinander verbunden sind. An den Ufern dieser Gewässer befinden sich teils Felder, teils (Kokos-) Wälder und hin und wieder eine Handvoll Häuser, manche mit Schilf gedeckt. Dazwischen die Farbflecken des verschwenderisch blühenden Hibiskus. Die Kinder spielen im Wasser, die Frauen besorgen die Hausarbeiten und die Männer fangen von ihren Kanus aus Fische. Das Wasser und die Zeit fließen hier langsam. Sie verlassen das Boot in Aleppey und fahren weiter mit dem Auto nach Kochi (ca. 1½ Stunden, früherer Name Cochin).

8. Tag: Am Vormittag steht eine Besichtigung von Kochi auf dem Programm. Der Mattancherry-Palast wurde 1557 von portugiesischen Kolonisatoren erbaut und dem Maharadscha von Cochin zum Versöhnungs-Geschenk gemacht, nachdem sie zuvor einen Tempel zerstört hatten. Eine Besonderheit ist die Synagoge der Stadt: 1568 erbaut und damit eine der ersten, die im Commonwealth eingerichtet wurden. Sie steht auf dem residenziellen Grundstück des Maharadschas, verfügt über einen Glockenturm und eine goldene Torah-Krone, die ein Geschenk des Maharadschas war. Größter Schatz ist eine in alt-tamilischer Sprache verfasste Charta auf zwei Kupferplatten, die einem Kaufmann das Recht gibt, quasi einen Kleinstaat zu errichten. Sowohl das Alter dieser Platten wie auch die frühe Geschichte der jüdischen Bevölkerung in Südindien, die möglicherweise schon seit der Antike präsent war, sind wissenschaftlich nicht zweifelsfrei geklärt. Zeitweilig betrug die Zahl dieser sog. Cochin-Juden mehrere Tausend, die meisten wanderten jedoch nach der Gründung des Staates Israel dorthin aus. Besichtigung der Franziskanerkirche, der erste Sakralbau im von Europa beeinflussten Stil. Der alte katholisch geweihte Bau wurde 1663 nach der Eroberung Cochins durch die Niederländer zu einer protestantischen Kirche gemacht, dann unter den Briten von 1795 – 1949 anglikanisch genutzt und dient heute der selbständigen Church of South India. Vor der Überführung seiner Gebeine in seine Heimat Portugal ruhte hier Vasco da Gama, der Afrika umsegelt und 1498 als erster moderner Europäer Indien auf dem Seeweg erreicht hatte. 1524 war er dann als Vizekönig nach Indien entsandt worden um Misswirtschaft und Korruption in der Kolonie zu bekämpfen, doch schon drei Monate nach seiner Ankunft verstarb er in Cochin.

9. Tag: Cochin – Transfer zum Flughafen und Flug nach Bangalore. Weiterfahrt mit dem Bus zu den Belur- und Halebid-Tempeln. Belur war die ursprüngliche Hauptstadt des Hoysala-Imperiums, das vom 10.-14. Jh. bestand und großen Einfluss auf die Entwicklung von Kunst, Architektur und Religion ganz Südindiens hatte. Im 12. Jh. wechselte der Hof nach Halebid, 16 km entfernt. Beide Städte besitzen beeindruckende große Tempelbauten, die zeigen, auf welch hohem Niveau die Baumeister und Handwerker der damaligen Zeit arbeiteten. In Belur zieht insbesondere der Chennakeshava (=Vishnu)-Tempel, ein Siegesmonument, die Aufmerksamkeit auf sich. Der Figurale Schmuck umfasst neben Darstellungen von Szenen aus den Puranas (hinduistische Offenbarungen), den Upanishaden (hinduistische Philosophie) und den Epen Ramayana und Mahabharata auch Darstellungen der zehn Inkarnationen Vishnus sowie seiner beiden Frauen: Bhu (Erde) und Lakshmi (Göttin des Reichtums). In Halebid besichtigen wir die Zwillingstempel Hoysaleshwara und Kedareshwara. Sie stehen auf hohen Sockeln, haben sternförmige Grundrisse und sind ebenfalls innen wie außen vom Sockel bis zu den Dächern reich dekoriert. Im dämmerigen Inneren befinden sich Statuen der Vergöttlichungen des Bauherren und seiner Frau: Hoysaleswara und Santaleswara. Übernachtung in Hassan.

10. Tag: Besichtigung von Sravanabelagola („Mönch vom weißen Teich“). Die Stätte ist einer der ältesten und wichtigsten Pilgerorte der Jain in Indien. Im Zentrum befindet sich die 17 m hohe monolithische Statue des nackten Bahubali vom Ende des 10. Jh. Im Glauben der Jain haben die Thirtankaras („Erleuchtete“, die durch Askese und Medidation in diese Seinsstufe gelangt sind) eine bedeutende Funktion als Glaubenserneuerer. Bahubali ist der zweite von 100 Söhnen des historisch ersten Thirtankara. Seine sehr bewegte Lebensgeschichte, empfiehlt ihn als Ideal jedes Menschen, der Selbstsucht, Eifersucht, Stolz und Zorn hinter sich lassen möchte. Weiterfahrt nach Mysore und Stadtrundfahrt (Chamundi Hill, Maharaja Palast). Übernachtung in Mysore.

11. Tag: Am Vormittag Ausflug nach Somnathpur (33 km östlich von Mysore). Die Stadt ist die noch fehlende im Städtedreieck mit Belur und Halebid. Die Tempel, die sich hier befinden, geben den besten Eindruck von der Architektur und Bildhauerkunst zur Blütezeit des Hoysala-Imperiums, weil sie in noch besserem Erhaltungszustand sind, als die der beiden anderen Städte. Insbesondere der 1268 erbaute Kesava-Tempel ist ein Musterbeispiel des Hoysala Stils. Das allseitig perfekt symmetrische Gebäude symbolisiert den Kosmos. Der Bauschmuck zeigt Reliefs mit Göttinnen und Göttern, Tänzerinnen, Musikern, Gurus, und allen Arten von Tieren, vor allem Elefanten, Löwen, Kühe und Affen. Danach Fahrt nach Shrirangapatna, ehemalige Hauptstadt des Staates Mysore. Besichtigung des Sommerpalstes von Tipu Sultan (1749-1799), der als erbitterter Kämpfer gegen die britische Kolonialisierung in die Geschichte eingegangen (und ums Leben gekommen) ist. Im Inneren der in Teilen noch gut erhaltenen Festung Tipus besichtigen wir den Sri-Ranganathaswamy-Tempel, gegründet 894, sowie die Freitags-Moschee, die der Sultan gestiftet hat. Weiterfahrt nach Bangalore.

12. Tag: Transfer zum Flughafen und Rückflug nach Wien.

Termin:

Termine sind in Vorbereitung!

Reiseleitung:
Dipl. Päd. Markus Steiger
Prof. Mag. Herbert Supper
Prof. Mag. Detlef Georgsdorf (13.02.2017)   u. a.

Pauschalpreis: € 3.230,–
Als Privatreise: € 2.995,–
(ab 2 Personen, mit örtlicher Englisch sprechender Reiseleitung, auch zum Wunschtermin – örtliche Deutsch sprechende Reiseleitung auf Anfrage)

Inbegriffen:
die Linienflüge Wien–Chennnai-Trichy, Cochin-Bangalore–Wien (Emirates Airlines, Jet Airways)
die Flughafen- und Sicherheitsgebühren
die Busrundreise
die Fahrt mit dem Hausboot in den Backwaters of Kerala
die Nächtigungen in Zweibettzimmern in sehr guten Hotels (Du/WC und Bad/WC)
die Frühstücke
die Besichtigungen mit den Führungen und Erklärungen
die Eintrittsgebühren
die Betreuung durch lokale BegleiterInnen
die qualifizierte Studienreiseleitung durch einen Akademiker oder anderen Fachmann

Einbettzimmerzuschlag pro Nacht: € 35,–

Hochsaison-Zuschlag (Silvester und Ostern): € 195,–

Visum (inkl. Besorgung): € 95,–

Teilnehmerzahl: mindestens 10, höchstens 25 Personen

Es gelten die Allgemeinen Reisebedingungen in der letztgültigen Fassung unter Zusatz der auf der Rückseite unseres Anmeldebogens angeführten Punkte. Veranstalter-Nr. 2003/0011.